RWE zieht Einspruch zurück - BVB-Aufstieg bestätigt

Rot-Weiss Essens Vorstand Marcus Uhlig

RWE zieht Einspruch zurück - BVB-Aufstieg bestätigt

Dem Aufstieg von Borussia Dortmund II die 3. Fußball-Liga scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Allerdings hat der SV Bergisch Gladbach hat noch drei Tage Zeit, mit einem weiteren Einspruch das Verbandssportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) anzurufen.

Am Mittwoch hatte das WDFV-Sportgericht im mündlichen Verfahren über Einsprüche gegen Spielwertungen von mehreren Spielen in der Regionalliga West verhandelt. Nach "ausführlicher interner und anwaltlicher Beratung sowie Abwägung aller Aspekte entschied sich RWE daraufhin, den Einspruch zurückzuziehen", teilte der Zweitplatzierte mit.

"Uns blieb insgesamt nichts anderes übrig, als unseren Einspruch mangels Erfolgsaussichten vor den Sportgerichten zurückzunehmen. Daher gebietet es die Fairness, nunmehr nicht weiter auf unsere Verdachtsmomente und Vermutungen einzugehen", erklärte RWE-Vorstand Marcus Uhlig. "Es bleibt allerdings ein fader Beigeschmack."

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BVB soll Quarantäne erzwungen haben

RWE wirft dem BVB vor, nach einem Corona-Fall in der Mannschaft Anfang Mai und einer vom Gesundheitsamt verordneten Quarantäne für insgesamt acht Spieler, die Spielberechtigungsliste auf 22 Spieler reduziert zu haben. Da bei weniger als 16 zur Verfügung stehenden Spielern eine Spielabsetzung möglich ist, wurden die Partien des BVB beim SV Rödinghausen und SV Bergisch Gladbach 09 verschoben.

"Die sogenannte Spielberechtigungsliste der BVB U23 stellte die Basis unserer Einspruchsargumentation dar", so Uhlig. "Im Laufe der heutigen Verhandlung wurde offenkundig, dass Borussia Dortmund nach dem Spiel BVB-Schalke diese Liste von 57 spielberechtigten Spielern radikal auf zunächst 24 und am 5. Mai dann auf schlussendlich 22 Spieler reduziert hatte. Hier sehen wir dringenden Konkretisierungsbedarf für die Spielordnung, da einem solchen Vorgehen ansonsten weiter Tür und Tor geöffnet bleiben."

RWE habe Informationen aus der Dortmunder Kabine erhalten, nach denen BVB-Trainer Enrico Maaßen unter keinen Umständen ohne drei der unter Quarantäne stehenden Spieler gegen Rödinghausen und Bergisch Gladbach antreten wollte. Daraufhin habe Essen den WDFV am 10. Mai schriftlich darum gebeten, "die Bewegungen auf der Dortmunder Spielberechtigungsliste vor Auftreten der Coronafälle offenzulegen", teilte RWE mit. Dieser Bitte sei der Verband "nicht beziegungsweise nur unzureichend" nachgekommen, weil er für die Offenlegung "keine Rechtsgrundlage" sehe. Daraufhin legte Essen offiziell Einspruch gegen die wegen der Quarantäne verschobenen Spiele gegen Bergisch Gladbach, Rödinghausen und den SV Straelen ein, der nun abgewiesen wurde.

Auch Bergisch Gladbacher Einspruch abgewiesen

Eine Reduzierung der Spielberechtigungsliste ist von der WDFV-Spielordnung grundsätzlich gedeckt. Jeder Verein hat bis einen Tag vor einem Spiel die Möglichkeit, Akteure von der Liste streichen zu lassen oder neu anzumelden.

Auch der Einspruch von Bergisch Gladbach, mit dem Antrag die Partie vom 1. Juni 2021 für Bergisch Gladbach als gewonnen zu werten, wurde durch das Sportgericht als unbegründet zurückgewiesen.

Der Tabellen-19. behält sich nach Angaben der Essener aber noch vor, in Berufung zu gehen. Dafür hat der Verein drei Tage Zeit.

BVB knapp vor Essen Meister

Die Dortmunder U23 hat die abgelaufene Saison in der Regionalliga West mit 93 Punkten auf Platz eins abgeschlossen und somit den Aufstieg in die 3. Liga gesichert. Rot-Weiss Essen wurde mit 90 Punkten Zweiter. Hätte der Einspruch Erfolg gehabt und die Partien des BVB wären als Dortmunder Niederlagen gewertet worden, wäre Essen aufgestiegen.

No Sports!? Folge 37 - Showdown zwischen RWE und dem BVB sport inside 09.06.2021 10:57 Min. Verfügbar bis 09.06.2022 WDR

bh/sid | Stand: 10.06.2021, 18:45

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