Alexander Wehrle

Bayern lässt Zuschauer zu - NRW-Klub-Vertreter fordern neue Regeln

Stand: 25.01.2022, 14:58 Uhr

Der Druck der Vereinsvertreter zur Rückkehr der Zuschauer im Profisport wird auch in NRW größer. Bayern geht diesen besagten Schritt bereits am Donnerstag.

Bund und Länder haben sich am Montag geeinigt: Die Zuschauer kehren nicht zurück - zumindest nicht bundeseinheitlich. Der Beschluss ist keine 24 Stunden alt, da prescht Bayern vor. Das Kabinett einigte sich darauf, dass ab Donnerstag wieder bis zu 10.000 Zuschauer in die Stadien dürfen.

BVB erwägt juristische Schritte

In NRW hofft man nun ebenfalls darauf, dass die Landesregierung unter Ministerpräsident Hendrick Wüst eine Abkehr von den Fast-Geisterspielen vollzieht. Noch gilt in Nordrhein-Westfalen die Coronaschutzverordnung vom 13. Januar. In der steht festgeschrieben, dass aktuell zu jeglichen Großveranstaltungen nur maximal 750 Zuschauer kommen dürfen.

So kündigte Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des BVB, bereits an, dass man die Beschlüsse in NRW genau "anschauen und prüfen werde". Eine Klage im Eilverfahren schloss er nicht aus. "Seit Monaten gibt es ausreichend Impfangebote. Aber Menschen werden unter freiem Himmel werden ausgesperrt", sagte er nach dem Treffen zwischen Bund und Ländern und ergänzte: "Das ist nicht verhältnismäßig."

FC-Geschäftsführer Wehrle: "Würfeln die das?"

Auch sein Geschäftsführer-Kollege beim 1. FC Köln, Alexander Wehrle, kritsierte die aktuelle Situation scharf: "Überhaupt nicht nachvollziehbar, dass in der Elbphilharmonie in Hamburg 2.000 von 2.100 möglichen Plätzen im Innenraum belegt sind. Und dann im Hamburger Stadion ebenfalls 2.000. Wer hat denn die 2.000 festgelegt? Und wer die 750 in Köln? Und die 1.000 in Mainz? Würfeln die das?", fragte Wehrle laut Express im Kölner Talk "Loss mer schwade".

Die aktuelle Verordnung in NRW läuft offiziell noch bis zum 07. Februar. Das muss jedoch nicht bedeuten, dass die aktuelle Regelung mit 750 Zuschauern auch bis dahin gilt. Denn bereits in der Vergangenheit kam es vor, dass sich das Kabinett vor dem offiziellen Auslaufen mit einer Änderung der Verordnung befasste und diese umsetzte.

Profi-Fußball sehnt sich nach Fans

02:58 Min. Verfügbar bis 25.01.2023

Druck auf die Politik wächst

Möglich also, dass NRW bereits früher Nachbesserungen vornimmt. Der Druck wächst - denn neben Bayern erlaubten vorher bereits Berlin oder Sachsen-Anhalt eine Zuschauerzahl im Tausender-Bereich.

Dabei geht es keineswegs um eine Vollauslastung: In der Bundeshauptstadt dürfen bis zu 3.000 Leute ins Stadion, in Sachsen-Anhalt beträgt die Auslastung maximal 50 Prozent. Je mehr andere Bundesländer wieder Fans in größerer Zahl erlauben, desto größer dürfte der Unmut in NRW werden.

Röttgermann: "Die aktuellen Beschlüsse sind für uns nicht nachvollziehbar"

Sportschau 25.01.2022 00:30 Min. Verfügbar bis 25.01.2023 ARD


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