Borussia Mönchengladbach: Hütter hat den Europa-Auftrag

Lars Stindl (v.r.) und Christoph Kramer sind wichtige Säulen im Spiel von Adi Hütter.

Teamcheck Bundesliga

Borussia Mönchengladbach: Hütter hat den Europa-Auftrag

Von Sebastian Hochrainer

Unter dem neuen Trainer Adi Hütter will Borussia Mönchengladbach wieder die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb schaffen. Die geringere Belastung könnte in dieser Saison ein Vorteil sein.

Nachdem Borussia Mönchengladbach in der vergangenen Saison zum ersten Mal in der Klub-Geschichte das Achtelfinale der Champions League erreicht hatte, muss sich der Verein in dieser Spielzeit auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren. Unter Marco Rose verpasste Gladbach die internationalen Plätze und will unter Adi Hütter genau dorthin wieder zurückkehren.

So lief die vergangene Saison

Gladbach ist sonst ein Klub, der auf Ruhe bedacht ist, in der vergangenen Saison ging es aber nur äußerst selten geräuschlos zu. Bis zur Winterpause war die Spielzeit zwar auch geprägt davon, dass das Team aufgrund mehrerer verspielter Führungen eine bessere Platzierung als den achten Rang verspielt hat, überstrahlt wurde alles jedoch vom Erfolg in der Champions League. In der Gruppenphase setzten sich die Borussen gegen Real Madrid, Inter Mailand und Schachtjor Donezk durch, wurden am Ende Zweiter und zogen zum ersten Mal in ihrer Geschichte in die K.o.-Runde dieses Wettbewerbs ein.

Nach der Winterpause gab es jedoch wenig Freudenmomente. Mit Manchester City bekam Gladbach einen der schwersten Gegner im Achtelfinale zugelost und schied erwartungsgemäß aus. Auch im DFB-Pokal hatte der Klub Lospech und scheiterte im Viertelfinale an Dortmund, das in dieser Phase stark in Form kam.

Dieses Ausscheiden war zu dieser Zeit die letzte Gelegenheit für Rose, sich zurück in die Herzen der Fans zu siegen. Im Februar hatte der 44-Jährige bekanntgegeben, dass er im Sommer von der Gladbacher zur Dortmunder Borussia wechseln wird. Es folgten inklusive dieser Pokalniederlage sieben Pleiten am Stück, doch Sportdirektor Max Eberl betonte gebetsmühlenartig, an Rose festhalten zu wollen.

Das Ergebnis? Gladbach hatte am letzten Spieltag noch die Chance, Platz sieben zu erreichen und damit den Einzug in die Conference League zu schaffen. Es gab auch einen deutlichen Erfolg bei Werder Bremen (4:2). Weil zeitgleich aber Union Berlin gegen RB Leipzig (2:1) gewann, blieben die Borussen Achter - und Rose ging mit einer großen Enttäuschung nach Dortmund.

Wer kommt, wer geht?

Aufgrund einer Ausstiegsklausel hatte Rose die Möglichkeit, zur anderen Borussia zu wechseln, im Gegenzug konnte Eberl seinen Nachfolger verpflichten. Für 7,5 Millionen Euro holte Gladbach Adi Hütter von Ligakonkurrent Eintracht Frankfurt.

Dies war die größte Änderung bei den Borussen - Stand jetzt. Denn nach wie vor sind einige Personalfragen ungeklärt. Bei Matthias Ginter und Denis Zakaria gilt die Devise, dass sie ihre Verträge verlängern sollen. Wollen sie das nicht, versucht Gladbach, sie zu verkaufen. Zakaria wurde schon vor Monaten ein konkretes Angebot gemacht, er hat aber seinen Willen geäußert, den Verein zu verlassen. Der wartet nun auf eine Offerte eines Interessenten.

Im Gegensatz zu Zakaria hat Eberl Ginter noch kein Angebot machen können, weil die finanziellen Mittel fehlen. Ein Verkauf von Zakaria würde ein solches ermöglichen, dass der Nationalspieler das annehmen würde, ist jedoch alles andere als garantiert.

Bereits verlassen haben den Verein unter anderem Oscar Wendt (IFK Göteborg), Michael Lang (FC Basel), Ibrahima Traoré (Ziel unbekannt) und Valentino Lazaro (nach Leihe zu Inter Mailand zurückgekehrt). Manu Koné (FC Toulouse) und Luca Netz (Hertha BSC) sind bislang die einzigen Neuzugänge, Hannes Wolf war zuvor bereits von RB Leipzig ausgeliehen und ist aufgrund einer Kaufpflicht nach einer gewissen Zahl an Einsätzen fest verpflichtet worden.

Wie bei Ginters Vertrag gilt: Sollte Gladbach noch einen oder mehrere Spieler verkaufen, wird gehandelt. "Wenn ein Dominostein fällt, möchte man auf gewisse Eventualitäten vorbereitet sein. Dementsprechend musst du auf das Szenario B und C vorbereitet sein. Das ist die Aufgabe, die wir gerade haben", sagte Eberl zuletzt im Sportschau-Interview.

Stand: 13.08.2021, 07:23

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