Mehrere persönliche Coaches machen Ginter fit für die Belastungen

Matthias Ginter (r.) hat für Borussia Mönchengladbach alle Spiele bestritten

Die meisten Minuten aller Bundesliga-Spieler

Mehrere persönliche Coaches machen Ginter fit für die Belastungen

Von Sebastian Hochrainer

Kein anderer Bundesligaprofi hat so viele Minuten absolviert wie Matthias Ginter. Der Abwehrchef von Borussia Mönchengladbach erklärt, wie er sein Leben an die Strapazen im Klub und in der Nationalmannschaft angepasst hat.

In den vergangenen Wochen und Monaten war die hohe Belastung ein großes Thema in der Bundesliga. Gerade Mannschaften, die auch in den internationalen Wettbewerben vertreten sind, haben seit dem Saisonstart ein enormes Pensum hinter sich, da aufgrund der Corona-Pandemie erst ein späterer Beginn möglich war.

Borussia Mönchengladbach hat beispielsweise vom 12. September bis 22. Dezember 21 Pfllichtspiele bestritten (13 in der Bundesliga, sechs in der Champions League und zwei im DFB-Pokal). Bei all diesen Partien stand Matthias Ginter über die gesamte Zeit auf dem Spielfeld. Doch das war es noch längst nicht mit dem Pensum des 26-Jährigen.

Auch in der Nationalmannschaft ist Ginter mittlerweile Stammspieler. Sechs der acht Länderspiele in dieser Saison bestritt er, vier davon über die gesamten 90 Minuten. Insgesamt kommt Ginter so auf 2354 Minuten an Einsatzzeit, kein anderer Spieler (auch kein Torhüter) stand länger auf dem Platz.

Ginter will auch im neuen Jahr möglichst häufig spielen

"Die Saison war bisher sehr anstrengend für mich, aber es hat auch viel Spaß gemacht, alle drei, vier Tage auf Top-Niveau zu spielen", sagt Ginter im WDR-Gespräch und betont: "Ich wollte keine Pause haben. Ich habe mich über die gesamte Zeit topfit gefühlt und bin weiter sehr ehrgeizig, möglichst viele Spiele zu machen und mit meinen Mannschaften erfolgreich zu sein."

Auch für Deutschland läuft Matthias Ginter (l.) regelmäßig auf

Auch für Deutschland läuft Matthias Ginter (l.) regelmäßig auf

Mit Gladbach hat Ginter trotz der Top-Gegner Real Madrid, Inter Mailand und Schachtjar Donezk die Gruppenphase überstanden, im DFB-Pokal stehen die Borussen ebenfalls im Achtelfinale. In der Bundesliga lief es jedoch nicht ganz so gut, da ist Gladbach derzeit als Achter etwas hinter den eigenen Erwartungen. Der Tiefpunkt war jedoch das 0:6 mit der deutschen Nationalmannschaft in Spanien, das er ebenfalls komplett bestritt.

Verletzungsfreie Hinrunde

Anders als viele andere Viel-Spieler wie Joshua Kimmich kam Ginter bislang verletzungsfrei durch die Saison. "Das dürfte sowohl Glück als auch ein Ergebnis meiner harten Arbeit gewesen sein. Man kann sicher einiges verhindern, aber leider nicht alles", sagt Gladbachs Abwehrchef.

Weil schon vor dem Start der Saison bekannt war, dass die Belastung deutlich höher als in den vergangenen Jahren sein wird, hat Ginter seine Verhaltensweisen nochmal angepasst. Der ehemalige Freiburger und Dortmunder ist bekannt für seine Professionalität, seit diesem Sommer hat er sich aber noch breiter aufgestellt, um für die Belastungen seines Jobs gewappnet zu sein.

Professionelle Lebensweise auf allen Ebenen

"Ich habe in der Vorbereitung viele Extra-Einheiten mit einem privaten Fitnesscoach absolviert. Dazu achte ich auf eine gesunde Ernährung, kontrolliere meinen Schlaf, führe mit einem eigenen Physiotherapeuten Regenerationsmaßnahmen wie Kryo-Sauna (eine Kältekammer mit etwa minus 120 Grad Temperatur, Anm. d. Red.) durch, lasse mich regelmäßig vom Arzt durchchecken und werde auch mental unterstützt", beschreibt Ginter sein Programm.

Diese Mühen sollen sich auch im neuen Jahr auszahlen. Für Ginter stehen in Gladbach weiter drei Wettbewerbe auf dem Programm, in der Nationalmannschaft die Europameisterschaft im Sommer, kurz danach beginnt schon wieder die neue Saison. "Es wird sicher nicht einfacher, aber ich versuche weiterhin, rund um die Uhr alles dafür zu tun, um den Belastungen standzuhalten und mich weiter zu entwickeln", verspricht Ginter jedoch.

Stand: 29.12.2020, 17:38

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