Der Springreiter Ludger Beerbaum.

Staatsanwaltschaft startet Ermittlungsverfahren gegen Beerbaum

Stand: 27.01.2022, 11:44 Uhr

Nach Vorwürfen wegen unerlaubter Trainingsmethoden gegen den Springreiter Ludger Beerbaum hat die Staatsanwaltschaft Münster ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem WDR am Mittwoch, dass ein Anfangsverdacht bestehe und man Ermittlungen aufgenommen habe. Die Tierschutzorganisation Peta hatte Strafanzeige wegen quälerischer Tiermisshandlung in Mittäterschaft gestellt. Über die Aufnahme des Verfahrens hatten zunächst die "Westfälischen Nachrichten" (WN) berichtet. Beerbaum habe eine Kanzlei beauftragt und seine Kooperation zugesichert. Die Eröffnung eines Verfahrens sei ein "normaler Vorgang und entspricht nicht der Einleitung einer staatsanwaltlichen Ermittlung", reagierte Beerbaum in einem Statemet.

Vorwurf des Barrens bei Springpferden

Der TV-Sender RTL hatte dem Weltklasse-Springreiter in einem Beitrag bei "RTL Extra" Tierquälerei vorgeworfen. Der 58-Jährige aus Riesenbeck soll mutmaßlich die unerlaubte Trainingsmethode des Barrens bei seinen Springpferden angewandt haben.

Beerbaum: "Die Szenen haben mit Barren nichts zu tun"

Sportschau 12.01.2022 02:02 Min. Verfügbar bis 11.02.2023 Das Erste

Eine Stellungnahme der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hatte Beerbaum weiter unter Druck gesetzt. Nach der Ansicht eines mehrminütigen Zusammenschnittes verschiedener Videosequenzen von RTL hatte FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach gesagt, "dass Teile der dokumentierten Vorgänge eindeutig nicht unserer Beschreibung des Touchierens entsprechen".

Touchieren ist erlaubt, Barren nicht

Touchieren ist erlaubt, Barren hingegen nicht - und der Generalsekretär sagte zu den von RTL zur Verfügung gestellten Aufnahmen: "Zum Beispiel ist eine Ausholbewegung zu sehen, bevor die Touchierstange die Pferdebeine berührt." Die FN-Regularien sehen unter anderem vor, dass beim Touchieren die Stange ein glattes Rundholz sein muss, nicht mehr als drei Meter lang und nicht schwerer als zwei Kilo.

Beerbaum hatte die "erste Einordnung der FN" begrüßt. In Lauterbachs Aussage werde "deutlich, dass sich die deutsche FN sehr differenziert mit den Originalaufnahmen auseinandersetzt und auf das nach meiner festen Überzeugung zu sehende Touchieren eingeht".

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