Bonns Oleksandr Lypovyy (l.) verteidigt gegen Caleb Homesley.

Basketball | Bundesliga

BBL-Playoffs: Baskets Bonn mit Auftaktsieg nach dramatischer Verlängerung

Stand: 13.05.2022, 21:16 Uhr

Die Baskets Bonn haben ihren Heimvorteil zum Auftakt der Playoffs am Freitagabend genutzt. Sie haben das erste Spiel der "Best of five"-Serie gegen die Hamburg Towers nach Verlängerung mit 100:98 (91:91; 41:42) gewonnen.

Die Bonner erwischten kein gutes Auftaktviertel: Bedenkt man, dass sie keinen ihrer elf Würfe von jenseits der Drei-Punkte-Linie ins Ziel brachten und auch nur drei von sieben Freiwürfen trafen, waren sie mit dem 17:23-Rückstand nach zehn Minuten gut bedient.

Hohe Fehlerquote im ersten Viertel

Die Fehlerquote der Baskets war in den ersten zehn Minuten zu hoch und teilweise wirkten sie auch etwas überstürzt, etwa als Skyler Bowlin bei einem Tempogegenstoß unbedrängt in die gegnerische Hälfte zog und es dann mit einem dieser Drei-Punkte-Würfe probierte, die den Hausherren im ersten Viertel nichts einbrachten.

Das änderte sich nach dem ersten Seitenwechsel dank Parker Jackson-Cartwright. Der Aufbauspieler der Bonner, der in der Hauptrunde zum wertvollsten Spieler der BBL gewählt worden ist, traf per Dreier zum 22:25 und 26:30. Das wirkte ansteckend - zumindest traf Javontae Hawkins anschließend ebenfalls aus der Distanz - zum 31:33.

Jackson-Cartwright sorgt für erste Bonner Führung

Die verbesserte Effizienz - welche die Bonner von der Freiwurflinie noch vermissen ließen - und viele Ballverluste der Hamburger sorgten dafür, dass die Bonner nicht nur in Schlagdistanz blieben, sondern mit dem dritten Dreier von Jackson-Cartwright sogar erstmals die Führung übernahmen (39:38).

Die Führung nahmen sie aber nicht mit in die Halbzeit, weil sie im Angriff erst unnötig den Ball verloren und dann 4,2 Sekunden vor der Pause den Einwurf der Hamburger nicht verteidigten, sodass Justus Hollatz unbedrängt zum Korb ziehen konnte und das 42:41 für die Towers erzielte.

Baskets liegen nach drei Vierteln vorne

Im dritten Viertel machten die Bonner das besser. Sie blieben bei den Dreiern mit drei erfolgreichen von Jackson-Cartwright und zwei Treffern von Bowlin effizient und nahmen auch eine Führung mit in die letzte Pause, da Bowlin seinen zweiten Dreier zwei Sekunden vor dem Ende zum 67:66 in den Korb brachte.

Als im letzten Durchgang der Litauer Saulius Kulvietis im siebten Versuch auch erstmals für drei Bonner Punkte zum 72:72 sorgte und Jackson-Cartwright das 75:72 nachlegte, schienen die Rheinländer das Momentum auf ihrer Seite zu haben. Wäre da nicht der Hamburger Caleb Homesley gewesen, der kaltschnäuzig mit zwei Dreiern konterte.

Hawkins rettet Bonn in die Verlängerung

Homesley und Maik Kotsar bauten die Hamburger Führung auf 84:76 aus. Die Gäste gingen mit der besseren Ausgangslage in die Schlussphase. Der an diesem Abend mit 36 Punkten überragende Jackson-Cartwright sorgte jedoch dafür, dass die Rheinländer dranblieben und in der Schlussminute nach einem weiteren Dreier von Kulvietis nur mit 88:90 zurücklagen - bei Ballbesitz Hamburg.

Ein unsportliches Foul von Karsten Tadda bescherte den Hamburgern zwar zwei Freiwürfe und Ballbesitz. Doch sie nutzten nur einen Freiwurf und verloren anschließend den Ball. Hawkins nutzte das und erzielte von der Drei-Punkte-Linie den 91:91-Ausgleich. Hamburg nahm 13 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit eine Auszeit, um den entscheidenden Spielzug abzusprechen. Das klappte nicht - die Zeit lief ab, ohne dass sie den Ball auf den Korb brachten. Das Spiel ging in die fünfminütige Verlängerung.

Hawkins entscheidet das dramatische Finale per Dreier

In der Overtime bestimmten Fehlversuche und Ballverluste das Spiel, ehe Hawkins Bonn mit seinem Dreier zum 97:93 traf. Die Hamburger verkürzten auf 96:97, und dann unterlief Tadda 22 Sekunden vor Spielende im Angriff ein fataler Ballerverlust. Die Hamburger trafen auf der Gegenseite nach zwei Offensivrebounds durch Seth Hinrichs zum 98:97 und ließen den Bonnern nur fünf Sekunden übrig.

Sie durften nur kurz von einem Auftaktsieg in Bonn träumen. Javontae Hawkins benötigte lediglich vier der fünf Sekunden, um aus einer sicher nicht optimalen Wurfsituation zum 100:98-Endstand zu treffen. Am Sonntag bestreiten die Teams die zweite Partie ihrer Playoff-Serie - erneut in Bonn, ehe die Baskets am 20. Mai zum dritten Spiel bei den Hamburgern antreten müssen. Gewinnt die Mannschaft von Trainer Tuomas Iisalo die beiden Duelle, zieht sie in die nächste Runde ein.

Telekom Baskets Bonn: Teamgeist als Erfolgsrezept

Morgenmagazin 13.05.2022 01:42 Min. Verfügbar bis 13.05.2023 Das Erste

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