Wegen Nebentätigkeit: DFB und Integrationsbeauftragter Cacau beenden Zusammenarbeit

Cacau ist nicht mer Integrationsbeauftragter des DFB

DFB | Integrationsbeauftragter

Wegen Nebentätigkeit: DFB und Integrationsbeauftragter Cacau beenden Zusammenarbeit

Der Deutsche Fußball-Bund und sein Integrationsbeauftragter Cacau beenden die Zusammenarbeit. Dies teilte der DFB am Mittwoch mit.

Der frühere Nationalspieler Cacau (39) gibt seinen Posten als Integrationsbeauftragter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf. Entscheidend für das Ende der Zusammenarbeit sei, dass der ehemalige Bundesliga-Stürmer seit dem vergangenen Jahr als Teilhaber und Geschäftsführer einer Sportagentur arbeite, teilte der DFB am Mittwoch mit. Diese Tätigkeit erlaube gemäß der DFB-Satzung nicht die Fortsetzung seines Engagements.

DFB beendet Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeauftragten Cacau

01:00 Min. Verfügbar bis 06.03.2021


Cacau will sich auch weiterhin öffentlich für Integration einsetzen

"Wir haben einiges bewegen können", sagte Cacau, der den Posten im November 2016 übernommen hatte: "Ich werde mich auch künftig zur Integration im und durch den Fußball öffentlich äußern, denn das Thema wird nicht an Bedeutung verlieren."

Tatsächlich hat Cacau wieder und wieder für die Bedeutung von Integration geworben und Rassismus im Profifußball scharf verurteilt. Mehrere Vorfälle zu Beginn des Jahres 2020 nannte Cacau "widerlich" und "beschämend". Das Rassismus-Problem im Fußball sei "größer geworden. In unserer gesamten Gesellschaft sind rechtsextreme Positionen heute verbreiteter als noch vor zehn Jahren."

Manche Äußerungen unglücklich

In die Kritik geriet der frühere Nationalspieler, als er von einem Journalisten veröffentlichte Beleidigungen gegen Leroy Sané und Ilkay Gündogan bei einem Länderspiel im März 2019 als "Einzelfälle" bezeichnete und dazu aufforderte, so etwas "nicht größer zu machen, als es ist". Cacau bedauerte die Aussagen im Nachgang und stellte klar, dass diese nicht präzise genug waren. Er habe lediglich verdeutlichen wollen, dass sich die große Mehrheit der Zuschauer auf den Rängen korrekt verhalten habe.

Nachfolge ungeklärt

Ein Nachfolger für den früheren Profi des VfB Stuttgart und des 1. FC Nürnberg, der in seiner Funktion zudem als Mitglied der DFB-Kommission "Gesellschaftliche Verantwortung" tätig war, wurde nicht bekannt gegeben. Cacau bestritt 23 Länderspiele (6 Tore) für Deutschland und war WM-Teilnehmer 2010 in Südafrika.

Mehr als 200 Termine in vier Jahren

Cacau habe sich "mit großem Engagement für unsere vielen Fußballer*innen in Deutschland und den DFB eingesetzt und entscheidend daran mitgewirkt, die integrative Kraft des Fußballs noch sichtbarer zu machen", sagte DFB-Präsident Fritz Keller: "Wir verabschieden ihn jetzt nach mehr als vier Jahren als DFB-Integrationsbeauftragter mit großer Dankbarkeit und der Verpflichtung, seine erfolgreiche Arbeit fortzuführen."

Mehr als 200 Termine hat Cacau binnen vier Jahren für den DFB wahrgenommen, darunter den Besuch eines Berliner Fußballklubs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, ein Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über grundsätzliche und detaillierte Fragen der Integration im Sport im Schloss Bellevue sowie die Vorstellung des neuen DFB-Integrationskonzepts mit DFB-Chef Keller und Staatsministerin Annette Widmann-Mauz. Dafür dankte DFB-Präsident Fritz Keller Cacau: "Mir fallen nicht viele ehemalige Nationalspieler ein, die für eine Verbandsaufgabe so viel Zeit investiert und sich so leidenschaftlich auch für den Fußball an der Basis engagiert haben."

SWR | Stand: 20.01.2021, 15:56

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