War das Spiel gegen Verl der Wendepunkt für den 1. FC Kaiserslautern?

Das Team von FCK-Trainer Marco Antwerpen zeigt sich in verbesserter Form

Fußball | 3. Liga

War das Spiel gegen Verl der Wendepunkt für den 1. FC Kaiserslautern?

0:0 gegen Mannheim, 2:0 in Verl. Der 1. FC Kaiserslautern scheint den "Turn-Around" gepackt zu haben. Wie aber schaffen es die Pfälzer langfristig in der Erfolsspur zu bleiben? Defizite sind immer noch offensichtlich.

YouTube-Video von SWR Sport: "Geht doch! Wie sich der FCK zum Sieg in Verl schießt - Dein FCK #2 | SWR Sport"

Es läuft besser in Kaiserslautern. Zu neunt gegen Mannheim konnte die Mannschaft von Trainer Antwerpen ein 0:0 erkämpfen. Am vergangenen Wochenende in Verl gelang dem FCK ein 2:0-Auswärtssieg, der erste Erfolg in der Fremde seit 225 Tagen. Mit neun Punkten steht das Team jetzt auf Rang 16. Trainer Marco Antwerpen war nach dem Spiel erleichtert: "Das fühlt sich gut an, wir waren jetzt nicht immer ganz so weit davon entfernt und hatten auch gute Leistungen auswärts, aber es sollte halt nicht sein. Heute haben wir uns auch einfach mal belohnt für das, was wir uns sonst im Training immer erarbeiten", war der Coach nach dem Spiel erleichtert. Dennoch gibt es beim 1. FCK immer noch einige Dinge, die nach wie vor suboptimal laufen:

Immer noch fehlende Kontinuität:

Die Protagonisten wechseln fast jedes Jahr. Und trotzdem ist es immer das Gleiche: Hochgelobte neue Spieler kommen, die Stimmung im Umfeld ist gut. Aber nach ein paar Spieltagen steckt der FCK schon im Abstiegskampf. Und irgendwann musste zuletzt der Trainer gehen. In nur drei Jahren dritte Liga verschliss der FCK vier Trainer: Michael Frontzeck, Sascha Hildmann, Boris Schommers und Jeff Saibene. Keinem Verantwortlichen ist es in den letzten Jahren gelungen, einen Trainer zu holen, der wenigstens in der oberen Tabellenhälfte mitspielt. Dort wo der FCK vom Etat und den Gehältern her anzusiedeln ist.

Bestandsaufnahme 1. FC Kaiserslautern 01:54 Min. Verfügbar bis 04.11.2021

Es fehlt eine Spielphilosophie:

Jeder neue Trainer, der kommt, pflegt einen anderen Spiel-Stil als sein Vorgänger. Fast jeder der Übungsleiter muss mit einem Kader agieren, den sein Vorgänger zusammengestellt hat. Einzig Marco Antwerpen hat im aktuellen Kader die Spieler (beispielsweise René Klingenburg und Mike Wunderlich) bekommen, die er wollte, beziehungsweise die halten können (Jean Zimmer und Felix Götze), die auf seinen Wunsch hin bleiben sollten. Eine Spielphilosophie, die den ganzen Verein bis in die Jugend prägt, und zu der man dann den passenden Trainer sucht, gibt es aktuell nicht beim 1. FC Kaiserslautern.

FCK feiert Sieg in Verl 06:45 Min. Verfügbar bis 03.11.2021

Belastet die Tradition?

Tatsächlich spielen einige Profis schlechter, wenn sie sich das traditionsreiche FCK-Trikot überstreifen. Sie erreichen nicht mehr ihre Bestform, sind schnell verunsichert. Ist das unruhige Umfeld des Traditionsvereines der Grund, ist es vielleicht sogar die Wucht der Westkurve? Spätestens mit den leeren Corona-Stadien zählen auch diese Argumente nicht mehr. Es bleibt im Moment ein unerklärbares Phänomen. Bei keinem der genannten Trainer wurden Spieler besser.

Aktuelles Fazit:

Klar, die Fans sehen in den letzten zwei Wochen einen sportlichen Aufwärtstrend am Betze. Fakt ist aber auch, dass der 1. FC Kaiserslautern den Abstiegsplätzen immer noch deutlich näher ist, als den angestrebten Aufstiegsrängen. Das Team hat erst sechs Tore erzielen können. Die beiden nächsten Partien gegen Osnabrück am kommenden Samstag (25.9.21) und dem dann folgenden Auswärtsduell beim aktuell Tabellenletzten Havelse (2.10.21) sind schon richtungsweisend, auch für die Zukunft von Trainer Marco Antwerpen.

SWR | Stand: 20.09.2021, 20:13

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