Vor 70 Jahren: Deutschland spielt nach Kriegsende erstmals im Ausland

Die Deutsche Fußballnationalmannschaft auf einem Lehrgang im Jahr 1951

Fußball | Historie

Vor 70 Jahren: Deutschland spielt nach Kriegsende erstmals im Ausland

Der 15. April 1951 war ein besonderer Tag in der Geschichte des deutschen Fußballs. Erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs trat die deutsche Nationalmannschaft im Ausland an. Gegner war, wie schon im ersten Länderspiel überhaupt nach Kriegsende, die Schweiz.

Als sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im April 1951 zu einem Lehrgang in München Grünwald traf (siehe Foto oben), bereitete sie sich auf ein ganz besonderes Länderspiel vor. Knapp sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand das erste Auswärtsspiel des Teams von Bundestrainer Sepp Herberger bevor. Und am 15. April war es dann soweit: Deutschland traf im Züricher Hardturm-Stadion auf das Nationalteam der Schweiz.

Einige Monate zuvor standen sich die beiden Mannschaften schon einmal gegenüber. Am 22. November 1950 bestritt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das erste Länderspiel nach dem Zweiten Weltkrieg in Stuttgart. Die Elf von Sepp Herberger gewann gegen die Schweiz mit 1:0. Nun kam es also in der Schweiz zum "Rückspiel" und Deutschland reiste erstmals nach Kriegsende für ein fußballerisches Kräftemessen ins Ausland.

Startaufstellung mit Südwest-Kickern

Bundestrainer Sepp Herberger setzte Anfang der 1950er Jahre auf einige Spieler mit Wurzeln oder sportlicher Heimat im Südwesten. In der Startelf stand zum Beispiel Jakob Streitle. Der gebürtige Ulmer, der zwanzig Jahre lang für den FC Bayern München kickte, lief als Verteidiger auf. Ebenfalls auf dem Feld stand Karl "Kalli" Barufka, der von 1945 bis 1954 für den VfB Stuttgart spielte und mit den Schwaben zwei Deutsche Meisterschaften (1950 und 1952) sowie einen Titel im DFB-Pokal (1954) feiern konnte. Gunther "Bello" Baumann spielte im April 1951 für den 1. FC Nürnberg, lief davor aber für die Stuttgarter Kickers auf (1947-1949) und trainierte nach seiner aktiven Laufbahn unter anderem den VfB Stuttgart (1967-1969).

Fritz Walter als Motor in der Offensive

Die unangefochtene Führungspersönlichkeit im Team von Sepp Herberger war Fritz Walter. Der Ausnahmespieler vom 1. FC Kaiserslautern hatte eine ganz besondere Beziehung zu Herberger, der nicht nur sein Trainer sondern auch ein väterlicher Freund war. Ebenfalls auf dem Platz stand Ottmar Walter, der gemeinsam mit seinem Bruder Fritz drei Jahre später sensationell Weltmeister wurde.

Walter und Walter treffen beim Auswärtssieg

34.000 Zuschauer waren an jenem 15. April 1951 gekommen, um das Länderspiel zwischen der Schweiz und Deutschland live im Stadion mitzuerleben. Den besseren Start erwischten die Gastgeber, die durch ein Tor von Jacques Fatton in der 8. Minute mit 1:0 in Führung gingen. Noch vor der Pause glich Ottmar Walter zum 1:1 aus (42.). Ein Doppelschlag der deutschen Mannschaft brachte die Herberger-Elf auf die Siegerstraße: Erst traf Felix "Fiffi" Gerritzen zum 2:1 für Deutschland (50.), Fritz Walter erhöhte kurze Zeit später auf 3:1 (54.). Roger Bocquet brachte die Schweiz noch einmal auf 2:3 heran (55.), doch dabei blieb es bis zum Ende.

Wie schon im November 1950 in Stuttgart gewann die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch ihr zweites Spiel gegen die Schweiz. Und das im ersten Auswärtsspiel nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

SWR | Stand: 15.04.2021, 07:42

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