Pellegrino Matarazzo beim Trainingsauftakt des VfB Stuttgart.

Saisonvorbereitung beim VfB Stuttgart VfB-Trainer Matarazzo witzelt: "Hätte nichts gegen eine Meisterschaft"

Stand: 29.06.2022 15:31 Uhr

Seit dieser Woche stehen Trainer Pellegrino Matarazzo und sein Team beim VfB Stuttgart wieder auf dem Platz. Die vergangene Saison mit dem Last-Minute-Klassenerhalt ist aufgearbeitet. Nun hoffen die Fans auf weniger "Herzkaspertheater", Matarazzo träumt augenzwinkernd schon vom Titel.

Rund 90 Minuten dauerte die erste Trainingseinheit beim VfB am Montagnachmittag. Zum Start in die Saisonvorbereitung präsentierten sich die Spieler im Anschluss als "Stars zum Anfassen" und schrieben eifrig Autogramme. Mittendrin: Ein gut gelaunter Pellegrino Matarazzo, der ausdauernd in die Kameras der zahlreichen Mobiltelefone grinste.

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo: "Man wächst und reift mit jeder Erfahrung"

"Ich glaube, ich bin ein bisschen brauner als am Ende der vergangenen Saison", sagte der Stuttgarter Coach und ergänzte: "Ich war ein paar Wochen in Italien." Diese Aussage hätte natürlich auch zu den Selfies mit den VfB-Anhängern gepasst, bezog sich aber auf die Frage nach dem "neuen" Pellegrino Matarazzo. Schließlich betonen die VfB-Verantwortlichen stets, dass man die vergangene Saison selbstkritisch analysiert und dementsprechende Schlüsse gezogen habe.

Wie diese Schlüsse genau aussehen, konkretisierte Matarazzo nicht. "Man wächst und reift mit jeder Erfahrung, die man mitnimmt." Und die reichten beim VfB in der vergangenen Saison vom großen Zittern um den Klassenerhalt bis zur völligen Ekstase beim erlösenden 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit gegen Köln.

Dieser Moment war laut Sportdirektor Sven Mislintat "besser als jede Meisterschaft". Dem konnte Matarazzo aber nur bedingt zustimmen und sagte lachend: "Ich hätte nichts gegen eine Meisterschaft."

Matarazzo über die erste Trainingseinheit der neuen Saison

Von diesen sehr positiven Erfahrungen zum Ende der abgelaufenen Spielzeit wolle man nun "zehren" und mit frisch aufgeladenen Akkus in die neue Saison starten. "Ich fühle mich gut, die Jungs fühlen sich gut uns es kann losgehen", sagte Matarazzo im Gespräch mit SWR Sport. Die erste Trainingseinheit habe zwar "ein bisschen verhalten" angefangen, zum Schluss hätte das Team aber ein "gutes Niveau" auf dem Platz gehabt, resümierte der VfB-Coach. "Ich bin zufrieden."

YouTube-Video von SWR Sport: "Der VfB Stuttgart startet in die neue Saison - Dein VfB #32 | SWR Sport"

Im Fall Karazor herrscht weiter Unklarheit

Und trotz der viel beschworenen Gelassenheit gibt es derzeit ein Thema, das dem VfB Stuttgart viel Kopfzerbrechen bereiten dürfte: Seit zweieinhalb Wochen sitzt Mittelfeldspieler Atakan Karazor auf Ibiza in Untersuchungshaft. "Man kann es nicht genau sagen, wie sich das entwickelt. Man hört zu, was einem erzählt wird von den Rechtsanwälten, was zurückgespiegelt wird aus den persönlichen Gesprächen, die Ata mit Familie und seinem Anwalt hat. Aber natürlich werde ich dazu nichts sagen können, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt", sagte Sportdirektor Mislintat gegenüber SWR Sport. Matarazzo ergänzte: "Wir hoffen und beten, dass alles schnellst möglich geklärt wird."

Wie geht es mit Kalajdzic, Sosa und Mangala weiter?

Klarheit wünscht sich der VfB auch in Hinblick auf seine wechselwilligen Spieler Sasa Kalajdzic, Borna Sosa und Orel Mangala. Sie alle werden mit großen Klubs in Verbindung gebracht, konkrete Angebote gibt es laut Mislintat aber noch nicht. Bis es soweit ist, werde man weiter mit ihnen planen.

"Mit der Wahrscheinlichkeit, ob ein Spieler bleibt oder geht, beschäftige ich mich nicht. Aktuell ist er bei uns und deswegen plane ich auch mit ihm, bis er nicht mehr da ist", sagte Matarazzo in Bezug auf den begehrten Stürmer Kalajdzic.

Der Österreicher hat, genauso wie die anderen Nationalspieler des VfB, ohnehin noch eine Woche Sonderurlaub. Am 4. Juli sollen die noch pausierenden Profis zum Rest der Mannschaft stoßen. "Man bleibt flexibel" sagte Matarazzo entspannt. "Wenn die Jungs zurückkommen, kommen sie zurück - und das ist ganz normal".

Wie lange Kalajdzic und Co. den Schwaben dann noch zur Verfügung stehen, ist laut VfB offen. Und Transfers hin oder her - wichtig ist auf dem Platz. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gut arbeiten werden, alles dafür tun, dass wir gut in die Saison starten und dann ist alles immer viel, viel einfacher", versicherte Matarazzo, der natürlich nur in seinen allerkühnsten Träumen mit der Meisterschaft liebäugelt.