VfB-Spieler im Regen

Niederlage in Wolfsburg VfB Stuttgart weiter ohne Sieg: "Wir müssen uns hinterfragen"

Stand: 02.10.2022 08:05 Uhr

Nach der 2:3-Niederlage in Wolfsburg ist der VfB Stuttgart weiter ohne Saisonsieg und steckt im Tabellenkeller fest. VfB-Abwehrchef Waldemar Anton fordert eine klare Ansage. Sonst könnte es ein ungemütlicher Herbst werden.

Wie begossene Pudel standen sie nach dem Schlusspfiff in der Wolfsburger Arena. Es regnete in Strömen. Konstantinos Mavropanos und Silas starrten mit leerem Blick ins Nirgendwo. Wieder hatten sie ordentlich gespielt, aber wieder standen sie mit leeren Händen und ohne Punkt da. Dann schlichen die VfB-Profis zum Fanblock der mitgereisten Stuttgarter Anhänger und holten sich aufmunternden Applaus ab – und womöglich auch eine gehörige Portion Mitleid.

Der VfL Wolfsburg hat im Kellerduell der Fußball-Bundesliga einen glücklichen Erfolg gegen den VfB Stuttgart eingefahren. Der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit.

Als alles nach einem leistungsgerechten 2:2 aussah, hatten die Wölfe in der Nachspielzeit plötzlich doch noch einen klasse Spielzug aus dem Hut gezaubert und die Stuttgarter Defensive ausgehebelt: Nach Doppelpass mit Omar Marmoush verlängerte Matthias Svanberg per Kopf in die Mitte zu Yannick Gerhardt. Der drückte den Ball zum 3:2-Endstand über die Linie.

Eine Frage der Einstellung

"Es tut sehr weh", sagte ein enttäuschter VfB-Verteidiger Waldemar Anton nach dem Spiel im SWR-Interview. Und sprach dann einen Satz, der einiges über die Einstellung der Stuttgarter aussagt: "Am Ende wollte Wolfsburg es einfach mehr. Deshalb haben wir das Spiel verloren." Erneut hadern die Schwaben also mit ihrer Willensstärke und Mentalität: "Wenn eine Mannschaft (wie Wolfsburg) die ganze Zeit presst und das Tor erzielen will, dann macht sie auch das Tor."

Die Forderung des Abwehrchefs: "Wir müssen uns in den nächsten Tagen hinterfragen und schauen, was wir besser machen können. Wir müssen Dinge klar ansprechen."

Zu dieser schmerzhaften Analyse dürfte auch gehören, warum Torwart Florian Müller regelmäßig zwischen Genie (zwei Glanztaten in der 14. und 15. Minute) und Wahnsinn (Aussetzer beim Wolfsburger 2:1 durch Arnold) schwankt. Oder warum es im Spiel der Stuttgarter zu viele individuelle Fehler gibt. Die Ungenauigkeiten im Spielaufbau (76 Fehlpässe) sind ebenso augenscheinlich wie die Patzer in der Defensive.

Auf Augenhöhe, aber ohne Ertrag

Dies alles muss Trainer Pellegrino Matarazzo schleunigst angehen - und vor allem eine Lösung finden. Seine bisherige Bilanz in dieser Saison: kein Sieg, fünf Remis und drei Niederlagen. Das ist dürftig. Das weiß auch der Coach. Da hilft es auch wenig, wenn seine Mannschaft in den meisten Spielen stets auf Augenhöhe mit dem Gegner war, am Ende aber ohne Ertrag dasteht – so wie jetzt in Wolfsburg.

Trotzdem übte sich Matarazzo nach der Niederlage in Wolfsburg als Berufsoptimist: "Wir müssen dranbleiben. Wir haben schon gezeigt, dass wir immer in der Lage sind, wieder aufzustehen. Das gehört zu unserer DNA. Ich glaube daran, dass wir das auch jetzt schaffen."

In der Tabelle rutschten die Schwaben auf Platz 16. Dahinter sind nur noch Bayer Leverkusen und Schlusslicht VfL Bochum. Um diese Region verlassen zu können, muss zwingend der erste Saisonsieg her. Doch am kommenden Wochenende (Sonntag, 19.30 Uhr) kommt ausgerechnet Spitzenreiter Union Berlin nach Stuttgart. Bei einer weiteren Niederlage könnte der Herbst ungemütlich werden.