VfB Stuttgart: So steht es um die Finanzen

Flaggen mit dem Logo des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart wehen auf dem Trainingsgelände.

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VfB Stuttgart: So steht es um die Finanzen

Kurzarbeit, Gehaltsverzicht, KfW-Kredit: Um die Corona-Krise zu überstehen, hat der VfB Stuttgart viele Hebel in Gang gesetzt. Aber was ist daraus geworden und wie ernst ist die finanzielle Lage beim Bundesligisten?

Der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger hat am Mittwoch per Videoschalte die Antworten dazu gegeben. "Die Lage ist nicht ganz einfach", so beschreibt Hitzlsperger die finanzielle Situation beim Bundesliga-Aufsteiger. "Das hätte ich mir auch nicht ausgemalt als ich hier angetreten bin, dass es so herausfordernd wird, aber es ist nun mal so." Der VfB Stuttgart versucht an vielen Stellschrauben zu drehen, um die Corona-bedingten finanziellen Einbußen auszugleichen. Ein Überblick.

Umstrittener KfW-Kredit: Entscheidung noch offen

Mitte Juli hatte der VfB Stuttgart einen Hilfskredit bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt. Der Antrag gilt als umstritten. Auch die baden-württembergische Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte den Antrag kritisiert. Es trage nicht unbedingt "zum Imagegewinn der Fußball-Clubs bei, wenn den Spielern einerseits Gehälter in Millionenhöhe bezahlt werden und andererseits staatliche Hilfen in Anspruch genommen werden", sagte sie Mitte Juli. Es soll sich bei dem Kreditantrag um eine Summe zwischen 10 und 15 Millionen Euro handeln. Thomas Hitzlsperger machte am Mittwoch keine Angaben zur Summe. Die Entscheidung, ob der Kredit überhaupt bewilligt wird, steht noch aus: "Wir haben zu warten, bis man uns Bescheid gibt."

Gehaltsverzicht der Profis

Der Karlsruher SC hat es schon angekündigt: Die Profis des Zweitligisten verzichten weiterhin auf Teile ihres Gehalts. Beim VfB Stuttgart könne das aber wieder ein Thema werden, so Hitzlsperger weiter. Um weiter zu sparen, habe der VfB die Transferausgaben herunter gefahren. Der VfB Stuttgart setzt auf junge, entwicklungsfähige Spieler: "Und das ist der Ansatz und da sparen wir uns auch in der Lizenzmannschaft Geld." Der Etat für die Lizenzmannschaft sei um gut 10 Prozent niedriger als ursprünglich geplant.

Kurzarbeit: permanente Anpassung

Ende März schickte der VfB Stuttgart seine Mitarbeiter in Kurzarbeit - aber was ist daraus geworden? Der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger sagte heute, es seien nicht alle, aber immer noch einige Mitarbeiter in Kurzarbeit. Wie viele genau, ließ er offen. Permanent überprüfe der Verein diese Maßnahmen. Früher als gedacht habe der Verein allerdings zum Teil gestundetes Gehalt bereits zurückzahlen können.

Zuschauer-Einnahmen fehlen weiterhin

Seit Anfang der Woche steht fest: Trotz DFL-Hygienekonzept kommen erstmal keine Fans in die Stadien. Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich darauf verständigt. Auch das macht dem VfB finanziell zu schaffen. Pro Spiel fehle dem Bundesligisten ein siebenstelliger Betrag.

KfW-Kredit oder Kurzarbeit: Keine Lieblingsthemen

"Das alles sind ja nicht gerade Lieblingsthemen von den Leuten im Fußball, weil da so viel Negatives mitschwingt", sagt Hitzlsperger und verweist auch auf positive Veränderungen: Stadionumbau vorangebracht, Altersdurchschnitt der Mannschaft und Gehaltsniveau gesenkt. "Vielleicht ist Fußball halt auch dazu da, abzulenken, zu unterhalten, wäre das nicht auch mal ein Ansatz, das mehr hervorzuheben?"

Die finanzielle Situation ist noch nicht gelöst beim VfB Stuttgart. Viele Fragen sind offen und hängen auch von möglichen Transfererlösen ab. Es wird sich also noch einiges tun - sportlich wie wirtschaftlich.

SWR | Stand: 12.08.2020, 18:43

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