VfB Stuttgart: die Hoffnung heißt Chris Führich

Chris Führich (VfB Stuttgart, 22) setzt sich im Zweikampf gegen Erhan Masovic (VfL Bochum 1848, 04) durch

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VfB Stuttgart: die Hoffnung heißt Chris Führich

Es war eine sehr durchwachsene 1. Halbzeit, die der VfB Stuttgart in Bochum hinlegte. Dann kam Chris Führich ins Team – und mit ihm eine fußballerische Qualität, die dem VfB Stuttgart außerordentlich guttat.

Tief im Westen, in Bochum, musste der VfB Stuttgart am Sonntag ran – und das 0:0-Unentschieden in Bochum ist auch der Tatsache zu verdanken, dass Trainer Pellegrino Matarazzo in der Halbzeit reagierte. Nach einer ersten Hälfte, in der der VfB Glück hatte, nicht in Rückstand zu geraten, brachte Matarazzo mit Chris Führich endlich mehr Zug und mehr Souveränität ins Spiel.

In Bochum kam Führich zu seinem Pflichtspieldebüt und war nach seiner Einwechslung gleich der beste Mann auf dem Platz. “Ich bin mit der Aufgabe ins Spiel gekommen, Tempo und Zielstrebigkeit ins Spiel nach vorne reinzubringen“, sagte Führich, “das habe ich versucht.“ Und das ist ihm gelungen. Der 23-Jährige ist abermals ein Einkauf, bei dem sich zeigt, wie kundig und erfolgreich Sven Mislintat auf dem Spielermarkt unterwegs ist.

Lernstationen: Schalke, Dortmund und Bochum

Chris Führich ist tief im Westen geboren. Wenn man wie er in Castrop-Rauxel zur Welt kommt, kann man als talentierter Fußballer seine Heimat eigentlich nur verlassen. Der FC Castrop-Rauxel spielt in der Bezirksliga Staffel 9, nicht unbedingt eine Adresse für hochbegabte Fußballer. Castrop-Rauxel aber liegt zwischen Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund.

Da hat man dann die Gelegenheit, in einem dieser Vereine in der Jugend unterzukommen. In Gelsenkirchen begann denn auch die fußballerische Entwicklung des Chris Führich Gestalt anzunehmen. Mit bereits acht Jahren wechselte er in die Jugend des FC Schalke 04. Mit 15 dann der Wechsel zu Borussia Dortmund. Und von da ging’s nach Bochum. Gleich drei Traditionsvereine also, in denen das Talent des Jungfußballers gefördert wurde.

Bochum und Stuttgart verharren im Tabellenkeller Sportschau 26.09.2021 08:27 Min. Verfügbar bis 30.06.2022 Das Erste

Dennoch reichte es zunächst nicht, sich in der Bundesliga zu etablieren. Erst in der zweiten Liga, beim SC Paderborn, spielte Führich sich in die Notizbücher der Talentscouts. Und entschied sich dann für den VfB Stuttgart. Dass er dort bislang noch nicht in Erscheinung treten konnte, war einer heftigen Verletzung geschuldet: Der Schlüsselbeinbruch in der Saisonvorbereitung war zwar "kein Beinbruch", warf Führich zunächst allerdings weit zurück.

Offensiv vielseitig einsetzbar

Jetzt aber, als der Trainer den wieder genesenen Mittelfeldmann brauchte, war der in Bochum sofort blitzwach und präsent. Sein kluges Passspiel auf die Spitzen, die Fähigkeit, den unerwarteten und überraschenden Moment herbeizuführen, und eine sehr überdurchschnittliche Technik lassen hoffen, dass Führich das Offensivpiel des VfB Stuttgart auch weiter verbessert.

Auf Dauer wird ihn Matarazzo in dieser Verfassung in der Startelf aufstellen. Führich ist da offensiv vielseitig einsetzbar, kann auf beiden Außenpositionen und im Mittelfeld spielen. Schon gegen Hoffenheim am kommenden Wochenende würde er dem VfB weiterhelfen.

Und wenn Führich dann nach dem Jahreswechsel die anderen hoch gehandelten VfB-Talente mit sich auf dem Platz hat, die Rede ist von den derzeit verletzten Silas Katompa Mvumpa und Saša Kalajdžić, dann kann sich diese Saison des VfB, die schwach begonnen hat, doch noch wenden. Tief im Süden entwickelt sich mit Chris Führich eine vielversprechende Fußballerkarriere.

SWR | Stand: 27.09.2021, 12:52

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