Der neue Deutschland Achter

Deutscher Ruder-Achter Verjüngungskur - Jonas Wiesen ist neuer Steuermann

Stand: 10.06.2022 10:49 Uhr

Großer Umbruch beim Deutschland-Achter: Nachdem sechs Athleten nicht mehr zur Verfügung stehen, sind die Neuen um Steuermann Jonas Wiesen am Ruder.

Mit nur drei Silbermedaillen-Gewinnern von Tokio und stark verjüngt startet das deutsche Ruder-Flaggschiff in die erste Saison nach den Olympischen Spielen. Bundestrainer Uwe Bender stellte bei der Präsentation am Donnerstag in Dortmund die jüngste Achter-Mannschaft seit 2002 vor. Neu mit dabei: Steuermann Jonas Wiesen von der Rudergesellschaft Treis-Karden.

Jonas Wiesen: Vom Ruderer zum Steuermann

Der 25-jährige Wiesen hat zu Beginn seiner Karriere natürlich auch selbst noch gerudert. Es war ihm jedoch schnell klar, dass die Position des Steuermanns genau sein Ding ist. Mit gerade einmal 55 Kilogramm und einer Größe von 1,70 Metern bringt er sehr gute Voraussetzungen für diese Position mit. "Ein Steuermann muss mindestens 55 Kilo haben, also etwas aufs Gewicht achten muss ich, aber das kriegt man hin", erzählt Wiesen lachend. Mit dem Nachwuchs-Achter, dem U23-Team, hat er dann schnell große Erfolge gefeiert, wurde unter anderem 2015 U23-Weltmeister.

Vorstellung des Deutschland-Achters

Zahlreiche Erfolge im Nachwuchsbereich

Auch im A-Bereich als Steuermann im Zweier kann er schon einige Erfolge vorweisen. Jetzt hat der Student der Wirtschaftsinformatik die Chance, sein Können im Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) zu beweisen. "Der Deutschland-Achter hat eine ganz besondere Geschichte. Jeder von uns Ruderern möchte in den Achter, das ist schon etwas Größeres als man selbst", beschreibt Wiesen, wie wichtig die Nominierung für ihn ist. Dass er seine Sache gut machen wird, davon ist der Bundestrainer überzeugt: "Jonas ist hochmotiviert, hochintelligent und sehr engagiert", lobt er ihn.

Neben Wiesen sitzt übrigens noch ein weiterer Athlet aus dem Südwesten neu mit im Boot: Der 21-jährige Jasper Angl machte seine ersten Ruderschläge bei Neptun Konstanz. Ebenfalls neu dabei sind Schlagmann Mattes Schönherr (22), Wolf-Niclas Schröder (25), Benedict Eggeling (23) sowie Julian Garth (20). Die Olympia-Zweiten Torben Johannesen, Laurits Follert und Olaf Roggensack behalten ihre Plätze im Paradeboot des DRV.

Ohne Richard Schmidt aus Trier

Der langjährige Steuermann Martin Sauer, London-Olympiasieger Richard Schmidt aus Trier sowie Malte Jakschik und Jakob Schneider hatten ihre Karriere nach Tokio beendet. Der frühere Schlagmann Hannes Ocik wechselte in den Skullbereich, Johannes Weißenfeld pausiert studienbedingt für ein Jahr. Neben Silber in Tokio hatte das erfolgsverwöhnte Team im vergangenen Olympia-Zyklus drei WM-Titel und viermal EM-Gold gewonnen. Einen so großen Umbruch wie in diesem Jahr hatte es zuletzt 2009 mit ebenfalls sechs Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr gegeben.

Weltcup erste Bewährungsprobe

Für die neue Achter-Crew wird der Weltcup in Posen (Polen) vom 17. bis 19. Juni zur ersten Bewährungsprobe. Nach dem Weltcup in Luzern (8. bis 10. Juli) und der Heim-EM in München (11. bis 13. August) steht vom 18. bis 25. September die WM im Racice (Tschechien) auf dem Programm.

"So ein Umbruch bietet eine große Chance. Wir haben junge, hochmotivierte Leute", beschreibt Bender seine Crew. Der Coach hofft, dass auch der neue Achter der hohen Erwartungshaltung gerecht wird: "Wir kommen von einer im Sport schon fast einzigartigen Erfolgsserie. Diese Serie wollen die jungen Leute natürlich fortsetzen." Auch Wiesen hat sich hohe Ziele gesteckt. Sein Traum: bei Olympischen Spielen ganz oben zu stehen. Für das erste Jahr im Achter fallen seine Wünsche noch bescheidener aus: "Wir müssen als Team zusammenwachsen und wieder eine schlagkräftige Truppe werden", hofft Wiesen. Er als neuer Steuermann wird seinen Beitrag dazu mit Sicherheit leisten.