Vereine verlieren Mitglieder - historisches Tief in Rheinland-Pfalz

Kind kopfüber

Corona | Vereinssport

Vereine verlieren Mitglieder - historisches Tief in Rheinland-Pfalz

Vereint im Sportverein - das gilt schon lange nicht mehr. Seit mehr als einem Jahr sind Turn- und Sporthallen wegen Corona geschlossen. Das spüren auch die Vereine. In Rheinland-Pfalz sinkt die Mitgliederzahl und es könnte noch schlimmer kommen.

Die Bequemlichkeit hat die Beweglichkeit längst besiegt. Kinder und Jugendliche leiden am meisten unter dem coronabedingten Bewegungsmangel. Der Lockdown verhinderte lange Zeit das organisierte Sporttreiben. Doch Bewegungsmangel ist nur ein fehlender Baustein. Dem Sport fehlt die Gemeinschaft. Das spüren die Sportvereine. Der Landessportbund Rheinland-Pfalz hat nun die Ergebnisse der jährlichen Bestandserhebung vorgelegt (Stichtag 1. Januar 2021).

Das Corona-Jahr 2020 hat gravierende Spuren bei den rheinland-pfälzischen Vereinen sowie den Fachverbänden hinterlassen. Die 5.931 Vereine im Land meldeten 1.344.127 Mitgliedschaften - 54.093 weniger als vor einem Jahr. Das entspricht einem historischen Rückgang von 3,87 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Prozentwert entspricht ziemlich exakt auch dem nationalen Vergleich – der DOSB spricht von rund einer Millionen weniger Vereinsmitgliedschaften. Die Zahl der Sportvereine im Land ging um 51 Vereine zurück. 5.931 Vereine bedeuten den niedrigsten Wert seit 1992.

Sport bleibt größte Bürgerbewegung

Dennoch: "Der organisierte Sport bleibt in Rheinland-Pfalz eine unverzichtbare gesellschaftliche Kraft, hat aber die Corona-Auswirkungen - wenig überraschend - deutlich zu spüren bekommen", kommentiert LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick die Zahlen. "Mit Blick darauf, dass der Vereinssport in den vergangenen Monaten über lange Zeit nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich war, danken wir einer überwältigenden Mehrheit der Sporttreibenden, dass sie ihren Vereinen treu geblieben sind." Laut Bärnwick handelt es sich beim Sport nach wie vor um die größte und mitgliederstärkste Bürgerbewegung im Land. Dies sei ein Verdienst aller Personen, die sich in der Regel ehrenamtlich und nicht selten mit jeder Menge Herzblut als Trainer*innen, Übungsleiter*innen, Coach, Betreuer*innen, Abteilungsleiter*innen oder Vorstandsmitglieder*innen in den Vereinen und Verbänden einbringen und so Jahr für Jahr unzählige Stunden in ihr Hobby investieren.

Entwicklung könnte sich noch verschärfen

Zahlreiche Sportvereine haben allerdings auch während der Pandemie mit kreativen Konzepten ihre Mitglieder auf Trab gehalten. Online-Übungsstunden oder -Seminare sind vielerorts selbstverständlich geworden, diverse Vereine haben nicht zuletzt dank maßgeschneiderter digitaler Tools schon mindestens eine Jahreshauptversammlung online abgehalten. Nicht zuletzt aufgrund der komplett weggefallenen Neuanmeldungen in den Vereinen – etwa für Kursangebote – ist allerdings die Gesamtzahl so tief wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. 1992 hatten die Statistiker 1,337 Millionen Mitglieder im organisierten Sport in RLP ermittelt.

SWR | Stand: 17.05.2021, 19:28

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