Teamcheck 1. FC Kaiserslautern: Träumen erlaubt

Konstanz herrscht aktuell beim FCK.

Fußball | 3. Liga

Teamcheck 1. FC Kaiserslautern: Träumen erlaubt

Noch nie stand der 1. FC Kaiserslautern sportlich in der 3. Liga so gut und stabil da, wie in dieser Saison. Das Zauberwort bei den Roten Teufel heißt Konstanz. Und die lässt viele FCK-Fans vom lang ersehnten Aufstieg träumen.

Die Hinrunde

Der Start in die Saison verlief miserabel. Mit fünf Punkten nach sieben Spielen, wurden Kritik und Unmut sehr laut rund um den Betzenberg. Erst das 0:0 in Unterzahl im Derby gegen Waldhof Mannheim brachte die Wende. Nach zwei Platzverweisen spielte der FCK mit "neun Mann" - das Unentschieden war ein Sieg für das Team. In dieser Partie fand der FCK zu einer mannschaftlichen Geschlossenheit und einer neuen, bisher nie da gewesenen Konstanz. Die Roten Teufel beendeten die Hinrunde mit 32 Zählern und kassierten nur 12 Gegentore, Bestwert in der Liga!

Die Entdeckungen in der Halbserie waren zweifelsohne Torhüter Matteo Raab und Abwehrspieler und Neuzugang Boris Tomiak. Die beiden jungen Profis stehen sinnbildlich für die neue Stabilität und Defensivstärke der Pfälzer, auch dank der taktischen Umstellung von Vierer- auf Dreierkette. Auch das Fehlen eines Toptorjägers, das oft bemängelt wurde, fing die Mannschaft mit 12 verschiedenen Torschützen auf. Das Ergebnis: Lautern startet mit Tabellenplatz sechs und nur drei Punkten Rückstand auf Rang zwei ins neue Jahr.

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Wer kommt, wer geht?

Am Personal soll sich in der Transferphase nicht viel ändern. Lauterns Geschäftsführer Sport Thomas Hengen sieht keinen Anlass für eine Transfer-Offensive: "Ich glaube, wir sollten unseren Spielern vertrauen und auch respektieren, was bisher geleistet wurde." Einziger Abgang ist bislang Marius Kleinsorge, der zum Regionalligisten Rot Weiß Essen verliehen wurde. Wenn es nach FCK-Trainer Marco Antwerpen geht soll noch ein neuer Stürmer her. "Wir sind immer angehalten, den Kader zu optimieren. Da sind wir jetzt auf der Suche." Die nach außen kommunizierten Ansprüche sind jedoch eher unspezifisch: "Er soll viele Tore erzielen und in das bestehende Spielsystem passen", erklärte er in der Sendung SWR Sport in Rheinland-Pfalz.

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Der Trainer

Marco Antwerpen ist angekommen in der Pfalz. Bei Amtsantritt im vergangenen Februar noch kritisch beäugt, konnte der 50-Jährige nach dem Klassenerhalt in der letzten Saison die Anhänger der Roten Teufel für sich gewinnen. Spätestens mit dem Derbysieg in Saarbrücken hat sich Antwerpen ins Herz der Pfälzer gecoacht. Seine emotionale Art kommt an auf dem Betzenberg. "Bei uns brennt das Feuer in der Hütte und genau das strahlt er an der Seitenlinie aus. Der Mann gehört hierhin", meint zum Beispiel FCK-Fan Sabrina Kunkel.

Antwerpen ist nicht gerade für seine diplomatische Art am Spielfeldrand bekannt und wurde für seine Schiri-Schelten sogar für ein Spiel auf die Tribüne verbannt: "Das ist schon ein Thema, an dem ich arbeiten muss. Ich habe mich nicht wirklich wohlgefühlt, in München auf der Tribüne zu sitzen. Da muss ich definitiv ruhiger werden." Inhaltlich konnte Lauterns Coach ebenfalls überzeugen, schaffte es mit Akribie und viel Arbeit, das Potenzial der Mannschaft endlich herauszuholen und vor allem auf ein konstantes Niveau zu bringen. Ein Schlüssel des Erfolges und ein Verbleib von Antwerpen über die nächsten Jahre ist durchaus vorstellbar.

Erwartungen an die Saison

Die Erwartungen nach der starken Vorrunde sind groß beim 1. FC Kaiserslautern. Platz zwei in der Tabelle ist aktuell nur zwei Punkte weg. Die Anhänger des 1. FC Kaiserslautern haben aber diesmal Grund zu hoffen, dass ihr Verein nach dann vier Jahren in der der dritten Liga, die Rückkehr in die 2. Bundesliga schaffen könnte. Das wiederum spürt auch Marco Antwerpen: "Der Druck ist schon da. Der Verein lebt von seiner Tradition und seiner Emotionalität. Und wir wissen, dass der Verein nach Erfolgen lechzt" und er ergänzt: "Wenn man erfolgreich ist, weckt man Erwartungen. Und wir haben die Erwartung geweckt, dass es vielleicht möglich ist, diesen ganz großen Sprung zu schaffen."

Dennoch versucht er alles, den Druck von seinen Roten Teufeln zu nehmen: "Wir konzentrieren und jetzt voll und ganz auf das Spiel in Meppen. Und was dann irgendwann im Mai passiert, das wissen wir jetzt noch nicht." Die Liga ist eng, selbst kleine Ausrutscher haben sofort Auswirkungen in der Tabelle. Lauterns Coach weiß daher, dass es noch ein langer Weg in dieser zweiten Halbserie wird. Aber die Roten Teufel haben bislang auch gezeigt, dass sie diesmal dafür gerüstet sein könnten.

SWR | Stand: 13.01.2022, 18:30

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