Handball: So will die SG BBM Bietigheim international ungeschlagen bleiben

Antje Lauenroth von der SG BBM Bietigheim bei einem Wurf

Handball | SG BBM Bietigheim

Handball: So will die SG BBM Bietigheim international ungeschlagen bleiben

Ob Bundesliga oder European League: Die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim sind aktuell auf jedem Parkett stark. Gegen das rumänische Team Baia Mare soll das so weitergehen - das aber wird nicht einfach.

Trainingseinheiten sind bei der SG BBM Bietigheim aktuell selten – denn das Team von Trainer Markus Gaugisch hat im Schnitt ohnehin alle drei Tage ein Spiel. Die kurze Zeit dazwischen nutzen die Bietigheimerinnen zur Regeneration, zur Analyse des vergangenen Spiels und zur Vorbereitung auf den nächsten Gegner. "Eigentlich mag ich den Drei-Tage-Rhythmus sehr gern", sagt Kapitänin Danick Snelder im Gespräch mit SWR Sport.

Konzentration in der Vorbereitung

Im Training sind die Spielerinnen hoch konzentriert, anders wäre der ständige Spagat zwischen Bundesliga und European League auch fast nicht zu schaffen. Mit Coach Gaugisch sprechen sie taktische Vorgaben und Spielideen durch. Dann ist es in der Bietigheimer Halle am Viadukt still, nicht einmal das Quietschen der Schuhe auf dem Parkett ist zu hören. Die Analyse der Laufwege, die akribische Arbeit am Umschaltspiel, erfordern viel Kommunikation. 

Stärke und Selbstbewusstsein 

Sobald der Ball wieder fliegt, ist von der Stille nichts mehr zu spüren. Die Spielerinnen brüllen kurze Kommandos, die Kommunikation ist jetzt knackig und unmissverständlich. Der Wurf geblockt, im nächsten Moment der krachende Aufprall auf dem Parkett. Es ist diese Härte, die die Bietigheimerinnen aktuell auch international erleben, und die so im Training nicht einfach nur simuliert wird. 

Zum Auftakt in der European League warteten zuletzt etwa die Titelverteidigerinnen von Les Neptunes de Nantes aus Frankreich - ein schwieriges Auftaktlos für die Schwäbinnen, aber eines, das machbar war. 27:25 siegten die Bietigheimerinnen. "Ich wusste, dass wir dort um den Sieg mitspielen. Letztlich entscheidet auf dem Niveau die Tagesform, und die hatten wir. Wir sind schon dort hingereist mit dem Ziel, Punkte mitzunehmen", erzählt Trainer Gaugisch. 

Kein Selbstläufer 

Von der starken Leistung seines Teams, das auch im Training bisweilen wirkt wie eine handballerische Urgewalt, ist er überzeugt. Denn auch in der Liga haben die Bietigheimerinnen einen Lauf und in dieser Saison noch nicht ein Spiel verloren. Den Spitzenklub aus Dortmund dominierte sein Team zuletzt beinahe nach Belieben (33:22). "Wir hatten einen super Einstieg, aber wir haben auch noch einen vollen Kader. Das darf man nicht vergessen", gibt Gaugisch allerdings zu bedenken.

Noch - denn auch die Bietigheimerinnen befürchten, dass sie die Omikron-Welle des Coronavirus erwischt. "So einen Luxus, wie wir ihn gerade haben, das ist wahrscheinlich nicht die Realität in dieser Saison. Natürlich hoffen wir, dass es weiter so gut läuft", so der Coach. Das primäre Ziel: die Heimspiele in der European League gewinnen. "Dann fehlt nicht viel, um in dieser Gruppe unter die ersten Zwei zu kommen. Aber es wird schwer. Das war ein Einstieg, aber ein Selbstläufer wird das nicht." 

Trainer Markus Gaugisch zum nächsten Gegner Baia Mare 00:57 Min. Verfügbar bis 27.02.2022

Baia Mare schwer auszurechnen 

Denn am Samstag (16 Uhr) wartet das rumänische Team von CS Minaur Baia Mare - auf dem Papier nicht ganz so stark wie die Titelverteidigerinnen aus Nantes. Aber eben auch weniger berechenbar, denn: "Baia Mare ist eben doch ein eher unbeschriebenes Blatt. Zwar nicht, was die Leistung angeht, sondern einfach die Kenntnis der Spielerinnen. Sie spielen etwas anders, als wir es gewohnt sind." 

Und - mit weniger bekannten Profis. Denn während viele Spielerinnen aus Nantes auch bei der WM auf dem Parkett standen, ist das bei den Rumäninnen anders. "Es ist fast schwieriger, weil man die Spielerinnen nicht so gut kennt, wie das etwa in der deutschen Liga der Fall ist", verrät der Coach. Analysiert haben sie Baia Mare natürlich dennoch, die Videos immer wieder angeschaut und auf die Besonderheiten hingewiesen. 

Spiele schnell entscheiden

Etwa: "Wir müssen uns auf viel Individualität einstellen." Seine Spielerinnen aber sollen dem Match ihren Stempel aufdrücken, sagt Gaugisch. "Dann hat das etwas für sich, weil so ein System dann fehleranfällig ist." Diese Fehler nutzen die Bietigheimerinnen, das haben sie in dieser Saison gezeigt, dann eiskalt aus. "Dass wir innerhalb von fünf oder zehn Minuten ein Spiel für uns entscheiden können, das ist eine Stärke", weiß auch Snelder.

Kapitänin Danick Snelder: "Ich erwarte ein cooles Spiel" 00:20 Min. Verfügbar bis 27.02.2022

Respekt hat die Kapitänin dennoch: "Es ist eine unangenehme Mannschaft, die über 60 Minuten kämpft. Sie werden nichts hergeben." Die Bietigheimerinnen aber auch nicht, denn eigentlich mögen sie ja den Drei-Tage-Rhythmus.

SWR | Stand: 14.01.2022, 08:21

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