Torjubel zum 1:0 von Vincent Vermeij (SC Freiburg II, 09) mit Julian Guttau (SC Freiburg II, 36)

3. Liga | Teamcheck SC Freiburg II: Das jüngste Team der Liga mischt oben mit

Stand: 11.01.2023 15:50 Uhr

Die zweite Mannschaft des SC Freiburg kann zufrieden sein mit ihren Leistungen bis zur Winterpause. Mit dem Abstieg hat man aktuell nichts zu tun. Im Gegenteil.

So lief es vor der Winterpause

Es ist erst die zweite Saison der zweiten Mannschaft der Freiburger in Liga Drei. Das Saisonziel ist daher ganz klar: Der Klassenerhalt. Dafür hat die Mannschaft von Thomas Stamm vor der Winterpause schon einiges getan, denn nach 17 Spieltagen liegen die Breisgauer auf Rang fünf mit einem angenehmen Polster von 15 Punkten auf die Abstiegszone. "Es ist toll, das wir das Jahr mit so einem Ergebnis abschließen konnten", freut sich Coach Stamm auf der Website des Vereins, "durch die harte und intensive Arbeit, die von den Jungs täglich geleistet wird, konnten wir sehr viele schöne Momente kreieren, an die wir uns noch lange erinnern werden." Tatsächlich überwintert die U23 des Sportclubs sogar in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen - damit war nicht unbedingt zu rechnen.

Highlights Dynamo Dresden - SC Freiburg II 1:1

Denn das Team musste sich vor der Saison erst einmal finden. Viele Abgänge und zahlreiche Neuverpflichtungen von teils sehr jungen Spielern stellten das Trainerteam vor eine echte Herausforderung. Umso erstaunlicher, dass der Saisonstart problemlos gelang: Die ersten drei Spiele blieben die Freiburger ungeschlagen; gerade mal zwei Niederlagen gab es in den ersten zehn Partien. Dabei ließ sich die Mannschaft auch nicht von "großen Namen" beeindrucken und sammelte auch gegen die arrivierten Vereine Punkte.

Das alles dank der mutigen und offensiven Spielweise der Freiburger und ab und an auch mit Unterstützung aus der Bundesliga. So stand beim Unentschieden gegen den VfL Osnabrück beispielsweise SC-Profi Lucas Höler mit auf dem Platz, um nach seinem Mittelfußbruch Spielpraxis zu sammeln. Auch Roland Sallai feierte bei der U23 sein Comeback nach einer Augenverletzung und holte beim 1:0-Heimsieg gleich mal den entscheidenden Elfmeter raus.

Zuhause gewinnen die Freiburger ohnehin am Liebsten. Sechs ihrer neun Siege konnten sie im altehrwürdigen Dreisamstadion feiern. Die Heimstärke dürfte aber nicht unbedingt an der Zuschauerstärke liegen - die fällt nämlich eher gering aus. Gerade mal 2.300 Fans sehen im Schnitt die Spiele vor Ort - weniger Zuschauer hat in der Liga nur noch der SC Verl. An einem Spieltag aber war es dann doch überraschend voll im Stadion der Freiburger: Da nämlich, als die erste Mannschaft auswärts gegen RB Leipzig spielte. Das wollten sich viele Fans nicht anschauen und guckten deswegen lieber das Spiel ihrer U23 gegen 1860 München, das die Freiburger mit 2:0 gewannen und sich damit zwischenzeitlich Tabellenplatz zwei sicherten.

Wer kommt, wer geht?

In Sachen Wintertransfers ist es bei den Freiburgern eher ruhig geblieben. Neu ins Team gekommen ist nur estnische Nationalspieler Andreas Vaher, der bei den A-Junioren des italienisches Clubs Spal Ferrara unter Vertrag war. Der 19-Jährige Innenverteidiger muss sich jetzt erst einmal im Team einfinden, aber perspektivisch ist er einer, der die Position von Kenneth Schmidt einnehmen kann. Der ist zur Winterpause nämlich in den Profikader aufgerückt und könnte der zweiten Mannschaft daher immer mal wieder fehlen.

Die zweite Mannschaft des SC Freiburg ist sowas wie die Kaderschmiede - regelmäßig schaffen junge Talente den Sprung in die Bundesligamannschaft. Ein Konzept, das so gewollt ist, das aufgeht, aber eins, das die Coaches auch immer wieder vor Herausforderungen stellt, wenn einige ihrer besten Spieler plötzlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Aber auch die U23 kann sich im eigenen Verein bedienen: Anfang der Saison kam z.B. der erst 17-Jährige Mika Baur aus der eigenen U19 ins Team.

Junges Team mit alten Hasen

Die Mannschaft von Thomas Stamm stellt in der Liga den jüngsten Kader mit gerade mal 21 Jahren als Durchschnittsalter. Da gehört einer wie Vincent Vermej mit seinen 28 Jahren schon zu den "Alten" - aber in den Partien bis zur Winterpause zeigte er einmal mehr, warum er so wichtig für die Mannschaft ist. Mit seinen acht Toren und einer Torvorbereitung zählt der Niederländer zu den Topscorern der Liga.

Trainingslager mit den Profis in Spanien

Ihr Wintertrainingslager haben die Amateure da verbracht, wo auch die Profis zur Zeit trainieren: Im spanischen Sotogrande. Mit der letzten Generalprobe, dem Testspiel gegen den Schweizer Erstligisten FC Winterthur, vor dem Ligaauftakt am Wochenende können die Freiburger allerdings nicht zufrieden sein: Die Schweizer gewannen mit 5:1. Aber immerhin, nach gut einer Stunde stand es noch 0:0 und bis dahin war ein Großteil der Spieler auf dem Platz, die auch gegen den SC Verl am Wochenende auflaufen könnten. Coach Thomas Stamm dürfte also nicht ganz ohne Optimismus in die zweite Saisonhälfte starten und schließlich gilt ja ohnehin: Eine schlechte Generalprobe ist ein gutes Omen für die Premiere.