Ringerin Rotter-Focken holt historisches Olympia-Gold

Aline Rotter-Focken

Olympia | Ringen

Ringerin Rotter-Focken holt historisches Olympia-Gold

Aline Rotter-Focken aus Triberg hat dem Deutschen Ringer-Bund (DRB) mit Olympia-Gold einen historischen Triumph beschert. Im heimischen Kino wird beim Public Viewing das Happy End gefeiert.

Die deutsche Fahne legte Aline Rotter-Focken nach ihrem historischen Triumph nicht mehr aus der Hand. Erst die Ehrenrunde auf der Matte, dann das Posieren für die Fotografen, zum Schluss der Gruß an den Ehemann, die Familie und die Freunde beim Public Viewing im Kino in Triberg - die erste deutsche Ringer-Olympiasiegerin der Geschichte feierte den krönenden Abschluss ihrer aktiven Laufbahn ausgiebig. "So wollte ich immer gehen. Es ist ein Kindheitstraum, der wahr wurde. Besser geht es nicht. Dafür habe ich jeden Tag gearbeitet", sagte Rotter-Focken: "Bei all meinen Niederlagen in den vergangenen Jahren habe ich mir immer gesagt, dass ich es mir für das perfekte Ende meines Films aufhebe."

Jubel in Triberg nach furiosem Happy End

Freunde und Familie schauten sich den Goldkampf - wie sollte es für einen Film anders sein - auf der ganz großen Leinwand im Triberger Kino an. Als Aline Rotter-Focken vor Freude auf die Knie fiel, hielt es im Triberger Kino niemanden mehr auf den Sitzen:

Ehemann: "Es war eine krasse Leistung!"

In der Heimat hat sich das Ringkampf-Finale definitiv wie ein Film angefühlt - immerhin, zum Ende der Karriere von Rotter-Focken auch mit einem Happy End. Glücklich über die Goldmedaille ist natürlich auch Ehemann Jan Rotter, der beim Public Viewing im Triberger Kino voll mitgefiebert hat. Auch er hat Erfahrung auf dem internationalen Parkett, wurde 2016 Europameister. Eine olympische Medaille war ihm aber nicht vergönnt. Die Freude für seine Frau ist ungebrochen:

Weinender DRB-Präsident

Zuvor hatte sich die Ex-Weltmeisterin im Finale von Tokio gegen die favorisierte fünfmalige Weltmeisterin Adeline Gray aus den USA überraschend souverän mit 7:3 durchgesetzt. Damit hat die 30 Jahre alte Vorzeige-Athletin des Deutschen Ringer-Bundes ihr Karriere-Highlight im letzten Kampf gesetzt. "Ich heule. Ich bin ergriffen. Was dieses Mädchen geleistet hat, ist Wahnsinn. Sie ist so eine Bereicherung", sagte DRB-Präsident Manfred Werner. "Sie war perfekt von den Trainern eingestellt. Das war ein Weltklasse-Kampf." Davon war auch Ehemann Jan Rotter in der Heimat überzeugt:

Im Finale nichts mehr zu verlieren gehabt

Auf dem Weg ins Finale der Gewichtsklasse bis 76 kg hatte Rotter-Focken am Sonntag die japanische Vize-Weltmeisterin Hiroe Minagawa, Wassilissa Marsaljuk (Belarus) und Zhou Qian (China) besiegt. "Ich habe so lange davon geträumt und mir vorgestellt, dass es wahr wird", hatte Rotter-Focken nach dem gewonnenen Halbfinale mit Blick auf den letzten Kampf ihrer Laufbahn gesagt: "Ich habe nichts mehr zu verlieren." Die DRB-Spitze würdigte ihre Top-Athletin. "Sie hat tolle Leistungen gebracht. Diese Gegnerinnen muss man erst mal aus dem Weg räumen", sagte Werner, der eine bis zwei Medaillen für sein Team als Ziel ausgegeben hatte: "Sie ist so eine vorbildliche Sportlerin. Das ist der Lohn für ihren unheimlichen Einsatz und ihre harte Arbeit."

Neben WM-Gold 2014 gewann sie 2017 WM-Silber sowie 2015 und 2019 WM-Bronze. Bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren unterlag sie noch ihrer Tokio-Finalgegnerin Gray.

Jetzt ist Feiern angesagt

Nun kehrt die Wahl-Schwarzwälderin von der großen Bühne zurück in ihre Heimat. Da ist jetzt erstmal Erholung angesagt - und Party.

"Zu Hause werde ich jeden Ort abfahren und feiern."

Quelle: Aline Rotter-Focken, Olympiasiegerin

Und nach dem Ende der Karriere ist jetzt auch Familienleben angesagt. Denn: "Jetzt geht es um den zweiten Traum: Ein langes, glückliches Leben führen und eine kleine Familie gründen."

SWR | Stand: 02.08.2021, 20:26

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