Es wäre ein fatales Signal, wenn erneut der Kinder- und Jugendsport beeinträchtigt wären

Corona | Meinung

Pro: Sport und Bewegung im Freien sollten für Kinder möglich bleiben

Stand: 02.12.2021, 17:37 Uhr

Die aktuelle Corona-Situation erfordert schärfere Maßnahmen. Auch der Sport ist abermals betroffen. SWR-Sportredakteur Claus Hoffmann plädiert im Schul-, Kinder- und Jugendbereich für eine differenzierte Sichtweise statt pauschaler Verbote.

Sport und Bewegung ist für die Kinder äußerst wichtig, das steht für mich außer Frage. Dennoch ist für mich Sport in der Halle im Kinderbereich problematisch. Ich trainiere selbst in einem Fußballverein eine F-Jugend und meine Erfahrung zeigt, dass man die Kleinsten in der Halle nicht umfassend unter diesen Corona-Bedingungen betreuen kann.

Das Risiko einer Ansteckung bleibt

Natürlich gibt es Körperkontakt, natürlich haben die Kinder einen unglaublichen Bewegungsdrang. Doch sie sind nicht geimpft, sie sind nicht geschützt und ich sehe, trotz der Testungen in der Schule, das Risiko einer Ansteckung.

In der Grundschule meines sechsjährigen Sohnes wurde Sport in der Halle eingestellt, im Verein darf er weiter drinnen trainieren. Wie passt das zusammen? Die Kinder sollten so lange wie möglich in die Schule gehen, sie sollten sich so lange wie möglich "frei" bewegen können. Sie sind dem Virus ausgesetzt. Deshalb sollte man das Risiko minimieren und für einen gewissen Zeitraum auf Sport in der Halle verzichten.

Im Freien ist das Risiko einer Ansteckung viel geringer

Ich bin für Sport und Bewegung im Freien. Es ist kalt. Es ist nass. Das stimmt! Aber wir hatten in dieser Woche während des Fußballtrainings riesigen Spaß auf dem Kunstrasen. Da wurden zum Beispiel Schneeflocken gefangen. Wenn man die Übungsformen entsprechend anpasst und die Kids im wahrsten Sinne des Wortes "laufend" in Bewegung hält, sind sie mit Spaß dabei. Ohne zu frieren. Ehrlich gesagt habe ich viel mehr gefroren als die Kids.

Alles kann, nichts muss

Im Freien ist das Risiko einer Ansteckung viel geringer, es gibt mehr Platz und Raum. Und wenn es dann doch zu kalt sein sollte, dann fällt das Training eben auch mal aus. Das Schöne ist: Es ist alles ein "kann", nichts ist ein "muss". Am Ende können die Eltern selbst entscheiden, was für ihre Kleinen das Beste ist.

Wenn es nach mir geht, würde ich ein Training im Freien definitiv mit dementsprechenden Anpassungen weiter anbieten. Vielleicht ist ein Training im Freien auch was für die klassischen Hallensportarten, warum nicht? Das wäre mal etwas Neues, denn Bewegung im Freien tut gut - und das nicht nur den Kleinen.

Quelle: SWR

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