Peter Hofmann: Macher des Mannheimer Maimarkt-Turniers

Mannheims Turnierdirektor Peter Hofmann

In Zeiten von Corona und Pferde-Herpes

Peter Hofmann: Macher des Mannheimer Maimarkt-Turniers

Trotz Corona-Pandemie und Pferde-Herpes findet seit Mittwoch das Mannheimer Maimarkt-Turnier statt - wenn auch unter Auflagen. Turnierdirektor Peter Hofmann will damit ein Zeichen setzen.

"Die Pferde zu sehen, was sie können, wenn sie richtig ausgebildet sind, das ist einfach faszinierend. Wenn dann so viele gute Pferde da sind, ist man einfach glücklich", erzählt Peter Hofmann. Der 71-Jährige steht zwischen dem Dressurviereck und dem Abreiteplatz, sein Strahlen im Gesicht ist trotz FFP2-Maske deutlich zu erkennen. Für den Turnierdirektor des Mannheimer Maimarkt-Turniers waren die letzten Monate hart. Auf keinen Fall wollte er die Veranstaltung - wie schon 2020 - absagen müssen.

Wegen der Corona-Pandemie und dem gefährlichen Pferde-Herpes musste ein ausgeklügeltes Konzept her: "Ich bin sehr froh, dass wir das in einer konstruktiven Arbeit mit den städtischen Ämtern lösen konnten." Hofmann habe nie das Gefühl gehabt, dass ihm vorgeworfen werde: "Jetzt muss er auch noch ein Turnier in Zeiten der Pandemie veranstalten."

Hofmann will mit dem Mannheimer Maimarkt-Turnier ein Zeichen setzen

Hofmann will mit dem Mannheimer Maimarkt-Turnier ein gewisses Maß an Normalität zurückbringen. Auch wenn er weiß: "Ganz normal wird es nicht sein, weil wir eben bedroht sind, aber wir können was machen. Das wollte ich mit dem Turnier auch zeigen." Auch wenn dieses Jahr alles ein bisschen anders ist. Auf die Anlage kommen alle Beteiligten nur mit negativem Corona-Schnelltest und es gilt Maskenpflicht - nur nicht auf dem Pferd.

Dressur-, Spring- und Para-Wettbewerbe laufen dieses Mal nicht parallel zueinander, sondern an an unterschiedlichen Tagen und vor leeren Rängen. Zwischen den verschiedenen Disziplinen wird die komplette Anlage desinfiziert - auch um einer möglichen Ausbreitung des gefährlichen Pferde-Herpes entgegen zu wirken.

Reiter dankbar in Mannheim starten zu können

Trotz strengen Hygienekonzepts und der vielen Auflagen sind die Reiter froh, überhaupt starten zu können. Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth ist mit ihren beiden Top-Pferden Bella Rose und Weihegold in Mannheim - eine absolute Ausnahme, dass sie beide Stuten gleichzeitig auf einem Turnier reitet. Doch die Zeit in Richtung Deutsche Meisterschaften und Olympische Spiele wird knapp. Deswegen nimmt sie die Wettkampfpraxis mit beiden Pferden mit: "Die Bedingungen was Stallungen, was Böden, was Arena angeht, sind unverändert und das Gott sei Dank. Für uns ist das ganz wichtig, damit wir jetzt in die grüne Saison reinkommen können."

Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu ist vor Ort und sichtet die möglichen Paare für die Olympischen Spiele. Für die Springreiter ist "Die Badenia" am Dienstag (04.05.) offizielle Qualifikation für Tokio und die Europameisterschaft Riesenbeck 2021.

Hofmann stolz auf Bedeutung des Turniers

Peter Hofmann war selbst aktiver Springreiter bis zur schweren Klasse. Seit 1981 ist er Vorsitzender des Reiter-Vereins Mannheim. Damit war er unter anderem schon für die Europameisterschaften der Springreiter 1997 und 2007 verantwortlich. Dass das 57. Mannheimer Maimarkt-Turnier in Corona-Zeiten auf 4-Sterne-Niveau stattfindet und im Hinblick auf die Olympischen Spiele eine wichtige Rolle spielt, macht ihn stolz.

Die ersten Turniertage nach der stressigen und aufwändigen Vorbereitung sind für ihn einfach nur Belohnung. Er hofft, dass sein Konzept aufgeht und noch bis zum 9. Mai auf dem Maimarkt-Gelände auf höchstem Niveau geritten wird.

SWR | Stand: 30.04.2021, 10:32

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