Sven Mislintat vom VfB Stuttgart

Fußball | Bundesliga Mislintat erklärt den Transfermarkt: Warum sich der VfB noch gedulden muss

Stand: 29.06.2022 08:10 Uhr

Die Fans des VfB Stuttgart wünschen sich, dass Leistungsträger wie Sasa Kalajdzic, Borna Sosa und Orel Mangala bleiben. Gleichzeitig fragen sie sich, wann der Klub die ersten echten Neuzugänge aus dem Hut zaubert. Sportdirektor Sven Mislintat erklärt, warum die Suche für den VfB schwierig ist.

Anhänger von Fußball-Klubs kennen das: In jeder Transferphase gibt es gefühlt keine Spieler auf dem Markt. Zumindest keine, die dem eigenen Verein weiterhelfen würde. Das Gegenteil ist der Fall, sagte Mislintat im Gespräch mit SWR Sport. "Ich habe das Gefühl, es sind alle noch auf dem Markt. Der Markt ist ja nicht nur bei uns sehr ruhig, sondern im Allgemeinen. Es haben bisher nur wenige Transfers stattgefunden. Erst recht bei Klubs wie unserem."

Das allerdings ist kein Grund zur Besorgnis. "Wir sind im Juni, das Ganze geht noch über zwei Monate. Wir wissen, dass Transfers häufig in den letzten 14 Tagen gemacht werden", sagte Mislintat.

Mislintat: "Es wird noch viel Geld in den Markt kommen"

"Wenn das Geld aus dem englischen Business kommt, finden die Anschlussaktionen statt. Bei den Stürmern ist da jetzt schon ein bisschen losgegangen mit den Moves, dass Mbappé bei Paris bleibt, Erling (Haaland) zu Manchester City geht. Lewi (Robert Lewandowski) hat sich nicht bewegt, Sadio (Mané) hat sich bewegt", sagte Mislintat zur Situation auf dem Transfermarkt. "Aber das hat auf anderen Positionen noch gar nicht stattgefunden. Es ist noch so viel Zeit, es wird noch so viel Geld in den Markt kommen. Was das dann verursacht, werden wir dann sehen."

Für den VfB und seine Anhänger heißt das: warten. "Wir sind leider in der Situation, eher reaktiv arbeiten zu müssen. Das heißt, dass wir verpflichten, wenn wir verkauft haben. Es gibt ein, zwei Sachen, die wir proaktiv machen können. Da sind wir dran, aber auch nicht um jeden Preis", so Mislintat zur Ausgangslage bei den Schwaben.

YouTube-Video von SWR Sport: "Der VfB Stuttgart startet in die neue Saison - Dein VfB #32 | SWR Sport"

Beispiel Dortmund: Top-Transfers nach Mega-Transfer

Der VfB wartet also auf den Effekt, den die ganz großen Transfers in der Europa auslösen werden. "Es ist tatsächlich so, dass das so in Gang kommt. Mit dem ersten Geld, das oben abgegeben wird. Man muss nur nach Dortmund schauen. Sie haben Erling (Haaland) verkauft und waren dann in der Lage, viele gute Transfers zu tätigen", sagte Mislintat.

Zwar hätten Sebastien Haller, Nico Schlotterbeck und Karim Adeyemi den BVB in Summe mehr als Haaland gekostet. Dies sei aber nur bei Klubs möglich, die über die Transfereinnahmen hinaus investieren können, so Mislintat. Für Klubs "weiter unten in der Nahrungskette" gebe es diese Möglichkeit eben nicht.

VfB-Fans müssen sich noch gedulden

Also heißt es weiter ausharren für die VfB-Fans, große Transfers wird es kurzfristig nicht geben. Bleibt das Warten auf die nächsten ganz großen Deals in Europa und den Domino-Effekt danach. Dann wird man sehen, wann der VfB an der Reihe ist.