KSC fehlen gegen Schalke zwei Stützen

Die Mannschaft des KSC bejubelt ein Tor.

Fußball | 2. Bundesliga

KSC fehlen gegen Schalke zwei Stützen

Wenn der Karlsruher SC am Freitagabend (18:30 Uhr) beim FC Schalke 04 antritt, muss er auf zwei wichtige Spieler verzichten. Trotzdem ist Trainer Christian Eichner zuversichtlich.

Es ist das Aufeinandertreffen des Siebten, Schalke 04, gegen den Achten, Karlsruher SC. Zwei Mannschaften, die sich über Jahrzehnte fast ausschließlich in Deutschlands höchster Spielklasse duellierten, treffen nun erstmals seit der Saison 1983/1984 wieder in der 2. Bundesliga aufeinander.

Vergangenes Duell mit Neuer, Stindl & Co.

Kevin Kuranyi behauptet den Ball vor Stefano Celozzi.

Das jüngste Aufeinandertreffen in der Liga reicht zwölf Jahre zurück: Am 11. April 2009, dem 27. Spieltag der Bundesliga-Saison 2008/2009, liefen auf Schalke unter anderem Manuel Neuer, Ivan Rakitic und Kevin Kuranyi für S04 auf.

Beim KSC kickte neben dem jungen Lars Stindl unter anderem der heutige Cheftrainer Christian Eichner links hinten. Schalke gewann die Partie mit 2:0. Danach trafen beide Teams 2011 nochmals im DFB-Pokal aufeinander (2:0 für Schalke), seitdem haben die Vereine lange auf ein Wiedersehen gewartet – bis zu dieser Saison.

Wer ist Favorit?

Dabei sind die Vorzeichen nun ganz andere, ebenso die Ansprüche der beiden Vereine: Auf der einen Seite die Schalker, die direkt wieder in die Bundesliga aufsteigen möchten. Auf der anderen Seite der KSC, der vor der Saison den Klassenerhalt als Ziel ausgerufen hat. Und doch trennt beide Teams vor dem siebten Spieltag nur ein Punkt in der Tabelle. "Ich glaube, wenn uns letztes Jahr jemand gesagt hätte, wir spielen auf Schalke in der Arena gegen Schalke, dann wäre damals schon eine große Vorfreude da gewesen", sagte Eichner auf der Pressekonferenz.

Trotz der unterschiedlichen Ansprüche gibt es vor dem Spiel keinen klaren Favoriten. Zwar konnte der KSC nach seinem Sechs-Punkte-Start zuletzt vier Mal in Folge nicht gewinnen, musste sich in dieser Saison aber auch nur einmal geschlagen geben. Dem gegenüber stehen die Schalker, die mit vier Punkten aus den ersten vier Spielen einen Fehlstart hinlegten, zuletzt aber mit zwei Siegen zurück in die Spur gefunden haben.

Stürmer-Duell: Terodde vs. Hofmann

In dem Duell auf Augenhöhe werden die Stürmer der beiden Teams eine wichtige Rolle einnehmen. Simon Terodde (sieben Tore) auf Seiten der Schalker und KSC-Torjäger Philipp Hofmann (vier Tore) gehören zweifelsohne zu den Top-Stürmern der 2. Bundesliga. Terodde ist mit 149 erzielten Toren sogar der treffsicherste Zweitligaspieler der Geschichte. Eine Sonderbewachung wird es für den 33-Jährigen trotzdem nicht geben, verriet Eichner: "Es ist nicht mehr wie früher, als man einem der gefährlichsten Spieler 90 Minuten hinterhergerannt und wahrscheinlich noch nachts bei ihm zu Hause im Wohnzimmer oder auf der Toilette aufgetaucht ist, um ihn auszuschalten."

Teroddes Gegenüber dürfte besonders motiviert sein. Die Partie auf Schalke ist für Hofmann eine Reise in die Vergangenheit: Von 2009 an durchlief er die Schalker Jugend, wurde mit dem Verein A-Jugend-Meister, bekam daraufhin bei den Profis aber nie einen Fuß in die Tür und landete nach zahlreichen Zwischenstationen 2019 beim KSC.

Jung und Gondorf fehlen wochenlang

Verzichten muss Christian Eichner auf zwei Stützen des Teams. Im Training am Mittwoch verdrehte sich Rechtsverteidiger Sebastian Jung das Knie und konnte mit schmerzverzerrtem Gesicht nur gestützt vom Trainingsplatz gebracht werden. Was bereits frühzeitig befürchtet wurde, bestätigte sich dann einen Tag später: Jung hat sich das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen und wird dem Verein lange Zeit fehlen.

Der KSC-Trainer über die Verletzung von Kapitän Gondorf 00:59 Min. Verfügbar bis 31.10.2021

Kurz vor der Partie gesellte sich dann auch noch Kapitän Jerôme Gondorf zur Verletztenliste. Der 33 Jahre alte Mittelfeldspieler hat einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel erlitten, wie sich mittlerweile herausstellte. Er wird mehrere Wochen fehlen. "In Kombination mit Sebastian Jung fallen uns da zwei sehr gute Spieler weg", so der Trainer über die Ausfälle.

Eichner will Zählbares

Trotzdem blickt Eichner zuversichtlich auf das anstehende Duell: "Ich erhoffe mir ein Zweitligaspiel, das lange Zeit offen bleibt und, dass wir am Ende nicht nur alle Gepäckstücke wieder im Bus haben, sondern auch etwas anderes wieder mit nach Karlsruhe bringen." Gelingt dem KSC gar ein Sieg, würde er sich an den Schalkern in der Tabelle vorbeischieben – und dem einstigen Champions-League-Verein einen weiteren Dämpfer bei seiner Mission Wiederaufstieg verpassen.

SWR | Stand: 17.09.2021, 09:54

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