Kevin Schade - vom Fußballcamp in die Bundesliga

Kevin Schade vom SC Freiburg.

Fußball | Bundesliga

Kevin Schade - vom Fußballcamp in die Bundesliga

Er ist jung, unglaublich schnell und vor dem Tor dank seiner Kopfballstärke eine echte Gefahr: Kevin Schade begeistert seit einigen Wochen die Fans und Mitspieler des SC Freiburg. Doch wo begann sein Weg?

Das Stadion bebt. Die Atmosphäre ist zum Greifen. Der SC Freiburg führt am 2. Spieltag der neuen Saison gegen den Favoriten aus Dortmund. Es ist die 71. Spielminute. An der Seitenlinie macht sich ein junger 19-jähriger Stürmer zum Wechsel bereit. Wer ist dieser neue Mann mit der Nummer 20?

Kein Fußball-Bezug als kleines Kind

In Potsdam geboren, in einem Fußballcamp in der Stadt mit sieben Jahren erstmalig die Fußballschuhe gebunden. Matthias Boron, Nachwuchsleiter des Potsdamer Clubs SV Babelsberg 03, erinnert sich: "Er hatte vorher gar keinen Fußball-Bezug. Doch im Camp ist er unheimlich aufgefallen. Wir haben ihn dann mit eingegliedert."

SV Babelsberg 03 Nachwuchsleiter Matthias Boron über Kevin Schades erste Fußball-Momente

00:45 Min. Verfügbar bis 29.10.2021


Ein Spieler mit vielen Qualitäten

Kevin Schade stach bei seinem Heimatclub mit seiner starken Koordinationsfähigkeit und guten Auffassungsgabe schnell heraus. Sein Talent war bereits früh erkennbar: "Er ist ein unheimliches Bewegungstalent, ein unheimlich aufgeschlossener Junge und lernwillig. Eigentlich war relativ schnell klar, dass wir ihn hier nicht lange halten können, weil er zu viele gute Eigenschaften hat, die für andere Vereine interessant sind", erklärt Matthias Boron gegenüber SWR Sport. Trotz seiner außergewöhnlichen sportlichen Qualität und viel Lob sei Kevin Schade für Bodenständigkeit und eine hohe Selbstreflexion bekannt. Er gehöre nicht zu denen, die sich ständig in den Vordergrund spielen möchten. Seine Heimat spiele für ihn eine große Rolle. In seiner Freizeit schaue er sich Spiele seines Jugendvereins an, schwärmt Boron.

Im Halb-Profibereich bereits erfolgreich

Nach starken Leistungen bei Energie Cottbus, der zweiten Station seiner Karriere, wurde der SC Freiburg auf das junge Talent aufmerksam und holte ihn 2018 in die U19. Parallel zu den Einsätzen im Verein feierte Schade mit 17 Jahren auch sein Debüt für die U18 der deutschen Nationalmannschaft. Kevin Schade überzeugte und spielte sich immer weiter in Richtung Profi-Bereich. Mit Freiburg II wurde er in der Saison 2020/2021 Regionalliga Südwest-Meister und verhalf mit starken Auftritten zum Aufstieg in die 3. Liga. Zur neuen Saison nominierte ihn Cheftrainer Christian Streich für den Profi-Kader und nutzte direkt die Gelegenheit im ersten Spiel, um seine Qualitäten zu präsentieren.

Ein gelungenes Profi-Debüt mit viel Lob

Seine große Chance bekam Kevin Schade in der 71. Spielminute, als Streich Roland Sallai vom Feld nahm. Schade sorgte mit einer gewissen Frechheit für neue Dynamik innerhalb der Dortmunder Hälfte. Trainer Christian Streich ist voll des Lobes über seinen neuen Schützling: "Ein selbstbewusster, junger Kerle. Er ist sehr sprungstark und hat ein richtig gutes Kopfballspiel. Und jetzt müssen Spiele kommen, ob in der 3. Liga oder ab und zu bei uns. Da hatte er ja jetzt schon Einsätze - das ist toll. Er ist talentiert und hat diese Waffe - Schnelligkeit. Ich bin zufrieden".

Die Unbekümmertheit behalten

Kevin Schade zeichnet neben seinen fußballerischen und sozialen Qualitäten eine gewisse Lockerheit und Unbekümmertheit aus. Diese soll er, wenn es nach Matthias Boron geht, im Profigeschäft behalten: "Die hilft ihm einfach", sagt der Nachwuchsleiter des SV Babelsberg 03.

Kevin Schade bringt viel mit, um sich auf der Bundesliga-Bühne zu beweisen. Jetzt gilt es weiterhin stark zu performen und sich in die Herzen der Fans zu spielen.

SWR | Stand: 15.09.2021, 10:07

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