Karina Schönmaier

Turn-WM in Liverpool "Einfach unglaublich" - Schönmaiers erstes WM-Finale im Mehrkampf

Stand: 04.11.2022 10:26 Uhr

Die 17-Jährige Karina Schönmaier war erst am Tag des Wettkampfs ins Feld der 24 Turnerinnen des Mehrkampf-Finals aufgerückt und durfte auf der ganz großen internationalen Bühne turnen.

Direkt nach dem Wettkampf konnte Karina Schönmaier immer noch nicht so wirklich begreifen, was da heute mit ihr passiert war: "Es ist ehrlich gesagt sehr unrealistisch, dass ich einfach dabei war." Noch am frühen Morgen wusste sie nicht, dass sie an diesem Abend in Liverpool im Mehrkampf antreten würde. Als zweite Nachrückerin löste die Bremerin bei ihrer ersten WM-Teilnahme das Ticket durch Absagen anderer Turnerinnen in allerletzter Sekunde.

"Ich hab mich auf jeden Fall darauf eingestellt", sagt Schönmaier, die sich mental schon darauf vorbereitet hatte, vielleicht im Finale antreten zu dürfen. Beim Essen hat sie erfahren, dass sie turnen darf. "Ich war gar nicht so gut vorbereitet, aber als ich dann da stand, hab ich mich eigentlich richtig gut gefühlt und dachte: Jetzt kann es losgehen. Ich bin gut vorbereitet, ich kann das."

Als erste an den Schwebebalken

In ihrem ersten großen internationalen Finale startete sie dann etwas wackelig am Schwebebalken. Als erste Turnerin ihrer Gruppe musste Schönmaier auf den 10 Zentimeter breiten Balken, kam dort zwar mehrmals ins Schwanken, hielt sich aber oben und turnte einen sauberen Abgang.

Von Nervosität am Boden nichts zu spüren

Am Boden hatte die 17-Jährige als letzte Turnerin ihrer Riege dann die ganze Aufmerksamkeit der fast ausverkauften Liverpooler Arena für sich. Sauber turnte sie ihre Bodenübung, die allerdings in der Schwierigkeit eher im niedrigen Punktebereich lag. Für ihre Ausführung bekam Karina Schönmaier allerdings ordentliche 7,866 Punkte, insgesamt konnte sie mit 12,566 Punkten zufrieden sein.

Nach einer sicheren und soliden Performance am Sprung ging es für die 17-Jährige schließlich zum Abschluss an den Stufenbarren. Dort ging sie kein Risiko ein, zeigte mit dem Doppelsalto einen verhältnismäßig leichten Abgang, aber machte auch am letzten Gerät keine Fehler und beendete ihren Wettkampf auf Platz 22. "Ich bin auf jeden Fall im Großen und Ganzen zufrieden, ich hab fehlerfrei geturnt, keine großen Stürze. Natürlich kann es immer besser sein", bilanzierte Schönmaier danach.

Lukas Dauser und Elisabeth Seitz mit Finalteilnahmen

Schönmaier war die erste deutsche Finalteilnehmerin. Am Freitag startet Lukas Dauser im Mehrkampf-Finale der Männer, bevor es für ihn am Sonntag im Barrenfinale sogar um eine Medaille gehen kann. Die Stuttgarterin Elisabeth "Eli" Seitz steht bei ihrer zehnten WM-Teilnahme am Samstag im Finale am Stufenbarren.