Handball | DHB-Pokal der Frauen Historisch: Bietigheimer Handballerinnen holen auch DHB-Pokal

Stand: 29.05.2022 17:35 Uhr

Die SG BBM Bietigheim hat das Finale im DHB-Pokal und damit den vierten Titel in dieser Saison gewonnen. Das hat bisher noch kein Frauen-Team im deutschen Handball geschafft.

Die favorisierte SG BBM setzte sich am Sonntagnachmittag in der Stuttgarter Porsche-Arena vor rund 2.800 Fans mit 40:30 (17:12) gegen den Liga-Konkurrenten VfL OIdenburg durch. Die Niedersächsinnen, die am Samstag im Halbfinale etwas überraschend mit 28:26 gegen den Buxtehuder SV gewonnen hatten, hielten phasenweise gut mit, hatten aber über die gesamte Spielzeit dem schnellen Handball-Spiel der Bietigheimerinnen zu wenig entgegenzusetzen.

Beste Bietigheimer Werferinnen waren, wie schon im Halbfinale gegen den Thüringer HC, Karolina Kudlacz-Gloc und Julia Maidhof(jeweils sechs Tore). Auf Seiten der Oldenburgerinnen trafen Kathrin Pichlmeier (neun Tore) und Merle Carstensen (acht Tore) am erfolgreichsten.

Bietigheim in der Anfangsphase souverän

Die Bietigheimerinnen demonstrierten vom Anwurf an ihre Favoritinnen-Stellung. Sie spielten konsequent ihre Angriffe aus, standen hinten sicher und ließen Oldenburg fast keine Chance. Und wenn doch mal eine Oldenburgerin durch die Abwehr durchbrach, stand SG-Torhüterin Melinda Szikora im Weg und parierte. So stand es nach zwölf Minuten bereits 9:4.

Oldenburg arbeitet sich heran

Oldenburgs Trainer Niels Bötel reagierte und nahm die erste Auszeit, um seine Mannschaft neu zu ordnen. Und die Aktion zeigte Wirkung: Bietigheim traf nicht mehr so regelmäßig und Oldenburg kämpfte sich auf zwei Tore heran. Dazu wurde VfL-Schlussfrau Julia Renner, die das letzte Spiel ihrer Karriere machte, immer stärker und zeigte einige gute Paraden.

Zum Ausgleich kamen die Oldenburgerinnen aber nicht, da die SG BBM in der Schlussphase der ersten Hälfte eine Zwei-Minuten-Strafe für Oldenburg ausnutzte und wieder auf einen Fünf-Tore-Vorsprung erhöhte. Mit einem 17:12-Zwischenstand gingen die Teams in die Halbzeitpause.

VfL wacher aus der Pause, SG unaufgeregt

In die zweite Hälfte starteten die Oldenburgerinnen mit zwei schnellen Toren und verkürzten den Rückstand. Die SG BBM ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen, nutzte kleine VfL-Fehler gnadenlos aus und stellte den Fünf-Tore-Vorsprung wieder her. Zwar kamen die Niedersächsinnen in der Folge noch zu einigen schönen Aktionen, wirklich gefährlich wurden sie dem Deutschen Meister aus Bietigheim aber nicht.

"Überragend" fasste daher Coach Gaugisch die Leistung seiner Mannschaft nach dem Spiel zusammen. "Diese Coolness, diese Gier weiter zu gewinnen" habe seine Spielerinnen das ganze Jahr über und auch im Finale ausgezeichnet, sagte der 48-Jährige im Interview mit SWR Sport.

Markus Gaugisch: "Dass wir mit dem Pokal rauslaufen, ist top"

Bietigheim zieht in der Schlussphase davon

Die beschriebene "Coolness" zeigte die SG BBM spätestens dreizehn Minuten vor Schluss: Sie setzte sich endgültig ab und führte mit 32:25. VfL-Coach Bötel versuchte es noch mit einer Auszeit und einer Umstellung auf sieben Feldspielerinnen. Aber auch die fruchtete nicht mehr, denn Oldenburg gingen zunehmend die Kräfte aus. So zog Bietigheim immer weiter davon und feierte schlussendlich einen überzeugenden Final-Sieg.

"Freude pur" empfand die sichtlich bewegte Nationalspielerin Luisa Schulze, die im Sommer zur Sport-Union Neckarsulm wechseln wird, nach dem Spiel. "Wahnsinn, was wir als Mannschaft geschafft haben. Ich bin unfassbar stolz auf uns."

Bietigheimerinnen krönen überragende Saison

Mit dem Erfolg im DHB-Pokalfinale haben die Bietigheimerinnen eine sensationelle Saison gekrönt: Denn sie hatten bereits den Supercup und die European League gewonnen und waren mit 26 Siegen aus 26 Spielen deutsche Meisterinnen geworden. Darüber hinaus sind sie wettbewerbsübergreifend seit 53. Pflichtspielen in Serie ungeschlagen.