Gonzalo Castro

Fußball | Bundesliga Gonzalo Castro: "Ich hätte gerne noch ein Jahr für den VfB gespielt"

Stand: 17.09.2021 17:54 Uhr

SWR Sport: Gonzalo Castro, wo erreichen wir Sie gerade am Telefon, verbunden natürlich mit der Frage: Wie geht es Ihnen?

Gonzalo Castro: Mir geht es gut, entspannt. Ich bin gerade in Spanien, halte mich hier mit einigen Trainern fit und mache nebenbei noch ein bisschen Urlaub. Meine Fitness ist gut. Mal sehen, wie lange ich laufen kann, wenn es darauf ankommt.

Aktuell sind Sie noch vereinslos, wie sind die weiteren Perspektiven?

Castro: Es war von vorneherein klar, dass es sich eine Weile ziehen kann, bis ich einen neuen Verein habe. Wir hoffen, dass in nächster Zeit noch etwas Passendes kommt, was mir Spaß macht und was auch dem Verein Spaß macht. Ich bin ja nicht abhängig vom Transferfenster.

Was würde Ihnen denn Spass machen?

Castro: Da gibt es vieles, das kann man nicht so pauschal sagen. Spanien ist natürlich sehr interessant, aber ich habe keinen Favoriten. Ich höre mir gerne alles an und lasse mir Einblicke geben.

Wie schwierig ist es denn, mit 34 Jahren im Profi-Fußball eine neue Herausforderung zu finden?

Castro: Es ist schwer, natürlich. Da hängt auch eine Familie dran. Die Kleine kommt in den Kindergarten, da muss man nach Plätzen schauen. Es ist nicht so einfach wie mit 22. Die Perspektive ist jetzt natürlich anders als vor ein paar Jahren.

Ist Aufhören kein Thema?

Castro: Nein, noch nicht. Ich möchte gerne noch ein, zwei Jahre spielen. Ich bin auch noch fit. Aufhören will ich noch nicht.

Sie waren drei Jahre beim VfB Stuttgart, eine intensive Zeit mit Abstieg und Aufstieg, waren zuletzt auch Kapitän. Was ist hängengeblieben aus der Zeit in Stuttgart?

Castro: Sehr viel Positives. Natürlich war das erste Jahr nicht so prickelnd, mit den Ambitionen die wir hatten. Aber wir haben es dann gut gemacht mit dem Wiederaufstieg direkt im ersten Jahr, sind sofort wieder aufgestiegen. Das ist nicht so einfach. Das sieht man jetzt in Hamburg, die immer noch zu kämpfen haben. Darauf sind und waren wir sehr stolz. Ich habe sehr viele Menschen kennengelernt, sehr viele Mitspieler, mit denen ich noch sehr viel Kontakt habe. Und dann das erste Jahr wieder in der Bundesliga, wir haben für viele überraschend gut gespielt und hatten früh nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.

Sie waren als Kapitän mitverantwortlich für die gute letzte Saison. Wie weh tut es noch immer, dass Ihr Vertrag beim VfB Stuttgart nach der letzten Saison nicht verlängert wurde?

Castro: Ich bin kein nachtragender Mensch, aber klar hätte ich mir noch ein Jahr in Stuttgart gewünscht. Der Verein hatte aber andere Pläne, auch wegen der Pandemie. Da kamen andere Strukturen rein, sie mussten anders handeln. Ich bin keinem böse. Ich hätte gerne noch ein Jahr für den VfB gespielt. So ist halt der Fußball. Ich wünsche dem VfB in jedem Fall alles Gute für die Saison und für die Zukunft.

Am Sonntag das Spiel des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen, wo Sie 16 Jahre gespielt haben. Wie schlägt das vielzitierte Doppelherz in Ihrer Brust?

Castro: Ich kann es mir genüsslich und ruhig anschauen. Ich muss ja für keinen der beiden Vereine auflaufen. Klar, schlagen da zwei Herzen in der Brust. Aber ich kann mir das jetzt gemütlich vor dem Fernseher angucken.

Seit elf Jahren hat der VfB nicht mehr zu Hause gegen die Werkself gewonnen. Leverkusen ist eine Art Angstgegner. Was erwarten Sie am Sonntag?

Leverkusen hat erst Europa League gespielt (2:1 gegen Ferencváros), jetzt kommen die intensiven Wochen. Es wird spannend. Beide Teams spielen nach vorne. Ich glaube, die Zuschauer können sich auf ein offensives Spektakel freuen.

Wie sehen Sie die Zukunft der jungen Stuttgarter Mannschaft?

Das Talent haben sie in jedem Fall, sie haben sehr viele gute Junge. Mit den Einkäufen ist man für die Zukunft gut gewappnet. Silas Katompa Mvumpa und Saša Kalajdžić kommen bald wieder zurück. Wenn sie die Liga durchhalten und sich nicht von Schwierigkeiten beeinflussen lassen, dann haben sie eine große Zukunft vor sich.