Deniz Aytekin - die nach seiner Pfeife tanzen

Fußball | 3. Liga Derby Waldhof-FCK: Kein sportlicher Sieger, aber ein Schiri-DJ, der den richtigen Ton trifft

Stand: 21.02.2022 21:21 Uhr

Lob für einen Schiedsrichter gibt es selten. Deniz Aytekin, der das Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern pfiff, bekam es gleich im Doppelpack. Von FCK-Trainer Antwerpen und FCK-Geschäftsführer Hengen. Aytekin trifft den richtigen Ton, auch als DJ.

Hengen über Aytekin: "Er hat das sehr, sehr gut moderiert"

Auf den ersten Blick ist die Statistik nicht wirklich beeindruckend: In der 3. Liga brachte es Schiedsrichter Deniz Aytekin bisher auf 19 Einsätze. Dafür leitete der 43-Jährige schon 195 Bundesligaspiele. Als FIFA-Schiedsrichter pfeift Aytekin auch international. Champions-League, WM-Qualifikation. Und nun, mal wieder 3. Liga. Waldhof Mannheim gegen den 1. FC Kaiserslautern. Im Hinspiel auf dem Betzenberg hatte es vier rote Karten gegeben - es schien, als tanzten Spieler, Trainer und Betreuer dem Schiedsrichter scheinbar auf der Nase herum.

Deniz Aytekin - die nach seiner Pfeife tanzen

Dieses Mal tanzten alle nach Aytekins Pfeife: "Da stand ein ganz anderer Schiedsrichter auf dem Platz", sagte Thomas Hengen, Geschäftsführer Sport beim 1. FC Kaiserslautern, in der TV-Sendung SWR Sport. Man hätte direkt gemerkt, wie viel Erfahrung Deniz Aytekin habe, "der hat direkt die Luft rausgenommen, direkt am Anfang." Was Thomas Hengen an Aytekin schätzt: "Er nimmt die Spieler in den Arm, spricht mit den Leuten, mit den Trainern." Und dann folgt die Auszeichnung, keine Schulnote, aber: "Er hat das sehr, sehr gut moderiert".

"Starke Leistung", sagt FCK-Coach Marco Antwerpen

Aytekin, der FCK und Waldhof Mannheim haben damit gezeigt, worüber oft nur geredet wird: Respekt. Es geht nicht ohne die anderen. Schon vor dem Spiel hatte Lauterns Trainer Marco Antwerpen selbstkritisch angemerkt: "Wir müssen uns vernünftig auf dem Platz verhalten, Emotionen gehören dazu, aber alles muss im Rahmen bleiben, das Hinspiel war drüber, das wollen wir vermeiden."

Nach dem Spiel sagte Antwerpen: "Der Schiedsrichter hat eine starke Leistung gebracht. Da merkst du direkt, der hat Ausstrahlung, da traust du dich dann auch nicht immer, was zu sagen. Das war eine klasse Vorstellung. Auch bei den Spielern fand ich das super, gute Verhaltensweise heute." Lob haben sich damit aber auch andere verdient. Spieler und Verantwortliche des FCK und bei Waldhof Mannheim. Eine gelbe Karte für FCK-Spieler Boris Tomiak, keine Tore - das klingt schon fast nach einem Freundschaftsspiel. Der FCK festigte seine Position als Tabellenzweiter und Aufstiegskandidat, der SVW kletterte auf Platz vier.

Aytekin gibt Fehler beim Spiel Freiburg - Mainz zu

Nach dem Bundesligaspiel Mitte Februar zwischen dem SC Freiburg und Mainz 05 glaubte man, seinen Ohren nicht zu trauen. Mainz schoss ein Tor, das keines war, obwohl Schiedsrichter Aytekin und die VARs (Video Assistant Referees) im schon berühmten Keller den Treffer hatten überprüfen lassen. Aytekin prüfte ein Handspiel, übersah das Abseits, das das Tor zu einem irregulären und aus Freiburger Sicht unfairen machte. Und Aytekin? Der stellte sich den Fragen und erklärte anschließend: "Der Treffer hätte nicht zählen dürfen." Respekt.

Der Traum vom DJ in Boom

Töne aus Aytekins Pfeife klingen eintönig und schrill - es geht aber auch anders. Beim Tropical Beach Festival in Landau legte Deniz Aytekin als DJ auf. Der große Traum, das verriet Aytekin dem Sportsender "Sky", sei es, mal beim Musikfestival Tomorrowland aufzulegen. Elektromusik, beim Open Air im belgischen Boom. Wie auf dem Fußballplatz würde Aytekin da ganz sicher für die eine oder andere Überraschung sorgen und andere Töne anschlagen.

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