Fußball | 2. Bundesliga FCK-Torhüter Matheo Raab wechselt zum HSV

Stand: 04.06.2022 01:06 Uhr

Matheo Raab war einer der besten FCK-Spieler in der letzten Saison. Jetzt wird der Aufstiegstorhüter den Betze verlassen. Der Hamburger SV hat Raab verpflichtet.

Jetzt ist es fix: Torhüter Matheo Raab wird den 1. FC Kaiserslautern verlassen und zum HSV wechseln. Dort wird er mit Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes (29) den Konkurrenzkampf um die Nummer 1 im HSV-Tor anheizen. Matheo Raab wechselt ablösefrei und unterschreibt bei den Hamburgern einen Vertrag bis Sommer 2026.

Top-Saison in der 3. Liga

In seinen 34 Drittligaspielen für Lautern spielte Raab in der Vorsaison 16 Mal zu Null und kassierte insgesamt nur 27 Gegentore. Der 23-Jährige hat mit seiner Leistung in der abgelaufenen Spielzeit nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht. Sein Arbeitsvertrag beim FCK läuft zum Monatsende aus. Dass ein Torhüter wie Raab dementsprechend Interesse bei anderen Vereinen weckt, war zu erwarten.

Gründe für den Wechsel

Der Hamburger SV spielt zwar, wie der FCK, in der 2. Liga, sicherlich aber mit ganz anderen Ambitionen. Hamburg hat den Aufstieg in die Bundesliga in der vergangenen Saison erst in der Relegation (gegen Hertha BSC) verspielt, gehört zu den Topteams der Liga und möchte bestenfalls im Jahr 2023 wieder hoch. Für Matheo Raab ist der Wechsel zum HSV also durchaus der nächste Schritt in der noch jungen Karriere. Eine Rolle dürfte auch der ehemalige FCK-Torwarttrainer Sven Höh gespielt haben, der Raab bei den Pfälzern trainiert hatte und seine Stärken so gut wie kaum ein anderer kennt. Höh hat den FCK im Sommer 2021 verlassen und arbeitet seitdem beim Hamburger SV.

FCK Fans sind traurig

Warum geht Raab? Diese Frage stellen sich viele FCK-Fans. "Vom Stammtorwart der 2. Liga zum Ersatztorwart der 2. Liga. Rein sportlich gesehen macht der Wechsel erstmal keinen Sinn", heißt es beispielsweise in einem Kommentar auf der Facebook-Seite des FCK-Fan-Forums "Der Betze brennt". Es gibt allerdings auch Verständnis für die Entscheidung: "Matheo hat seinen Vertrag erfüllt und alles für den Verein gegeben.Wenn er sich jetzt entscheidet zu gehen, weil es mehr Geld gibt, weil er es sportlich für sich so entscheidet oder einfach weil er die Stadt schöner findet, ist das seine Entscheidung."

FCK-Experte Thomas Riedl über den Raab-Wechsel

Der ehemalige FCK-Profi Thomas Riedl hätte sich gewünscht, dass Raab in Kaiserslautern bleibt. In der vergangenen Saison habe Raab das Vertrauen geschenkt bekommen und zu hundert Prozent gerechtfertigt. "Er war extrem sicher und hat Ruhe ausgestrahlt."

FCK-Experte Riedl über Raab-Wechsel

Der Wechsel sei aus zwei Gesichtspunkten zu betrachten: "Wahrscheinlich ist das finanzielle Angebot in Hamburg bedeutend höher als in Kaiserslautern. Und ganz klar ist der HSV in den nächsten Jahren eher oben dran als es wahrscheinlich Kaiserslautern sein wird. Aber er hat sich hier einen Stellenwert erarbeitet." Dieses Standing müsse er sich in Hamburg erst aufbauen. Andere Beispiele wie etwa Julian Pollersbeck, der auch vom FCK zum HSV gewechselt ist und sich nicht durchsetzen konnte, hätten gezeigt, "dass das nicht immer so einfach ist, wenn man den Verein verlässt, in eine neue Truppe reinkommt, vielleicht einen Spieler verdrängen muss, der sehr beliebt ist oder der das Standing, das du in Kaiserslautern hattest, in Hamburg hat". Riedl wünscht Raab viel Erfolg und hofft, dass er mit seinem Wechsel "nicht auf die Nase fällt".

Die Jungs vergessen halt immer – und das ist das, was ihnen Spielerberater wahrscheinlich nicht so sagen – er hat hier ein Standing in Kaiserslautern, er ist beliebt bei Fans, er ist beliebt in der Mannschaft. Das wegzuschmeißen ist in den seltensten Fällen sehr gut.

Quelle: Thomas Riedl, FCK-Experte

Die Rolle des FCK beim Wechsel

Raab war vor der abgelaufenen Saison Ersatztorhüter bei den Pfälzern hinter Avdo Spahic. der damalige Trainer Marco Antwerpen machte ihn zur Nummer eins, eine Entscheidung, die anfangs nicht alle nachvollziehen konnten. Aber Raab bestätigte das in ihn gesetzte Vertrauen und spielte eine kaum zu erwartende, stabile Saison. Er rettete dem FCK einige Punkte, machte nur wenige schlechte Spiele. FCK-Boss Thomas Hengen hätte, das werfen ihm einige FCK-Fans vor, den Vertrag mit Raab frühzeitig verlängern sollen. Gespräche dazu liefen schon im Herbst. Warum das nicht gelungen ist, wird wohl nie an die Öffentlichkeit gelangen. Fakt ist: Mit Matheo Raab verliert der 1. FC Kaiserslautern ein Top-Talent auf der Torhüterposition. Man darf gespannt sein, wen Thomas Hengen für die Zukunft zwischen den Pfosten des FCK als Raab-Ersatz präsentieren wird