Frank Stäbler wird mit Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet

Ringen | Hintergrund Ex-Weltmeister Stäbler befürchtet Corona-Folgen für deutsches Ringen

Stand: 01.06.2022 16:01 Uhr

Ex-Ringer Frank Stäbler ist am Mittwoch für seine Verdienste um den Sport mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet worden. Dabei drückte er seine Sorgen um die Zukunft des deutschen Ringens aus.

Nach Meinung des früheren deutschen Top-Ringers Frank Stäbler könnte die Corona-Pandemie für seine Sportart hierzulande vor allem langfristige Folgen haben. "Corona hat auch im Sport so viel Schaden angerichtet, dass es schwer wird, das wieder aufzuholen", sagte der 32-Jährige am Mittwoch in Ludwigsburg über die künftigen Aussichten des Deutschen Ringer-Bundes auf internationale Erfolge. "Drei, vier Jahre kann man sicher überbrücken. Aber dann wird es schwer, wieder etwas von unten hochzubringen."

Auch Aline Rotter-Focken ringt nicht mehr

Neben dem dreimaligen Weltmeister Stäbler hat auch Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken, die zweite langjährige Erfolgsgarantin des deutschen Ringer-Teams, ihre Karriere beendet. Der Nachwuchs konnte coronabedingt lange nicht oder kaum trainieren, die Bundesliga-Saison 2020/21 war abgebrochen worden. Der Verband müsse Strukturen schaffen, die auch in Zukunft Talente hervorbringen, so der Ringer aus Musberg (Leinfelden-Echterdingen).

Große Show zu Stäblers Karriere-Ende geplant

Der Spezialist im griechisch-römischen Stil hatte nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio im vergangenen Jahr seine internationale und im Februar dann auch seine nationale Laufbahn im Trikot der Red Devils Heilbronn beendet. Am 18. Juni wird er sich mit einer großen Show in der Ludwigsburger MHP Arena endgültig verabschieden. Acht bis zehn Kämpfe zwischen deutschen Nationalmannschafts-Ringern und internationalen Top-Stars wie dem Iraner Mohammad Reza Geraei, der Stäbler in Tokio bezwungen und Olympia-Gold geholt hatte, sind für den Abend geplant.

"Das wird das i-Tüpfelchen", sagte Stäbler, der in seiner Karriere immer wieder von gesundheitlichen Rückschlägen geplagt worden war. Zuvor hatte ihn Theresa Schopper, die baden-württembergische Ministerin für Kultus, Jugend und Sport (Grüne), für seine Verdienste um das Ringen und darüber hinaus mit dem Silbernen Lorbeerblatt, der höchsten sportlichen Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, ausgezeichnet.