Entscheidung gefallen: Der FCK will Vertrag mit Gruppe regionaler Investoren abschließen

Regionale Investoren sollen den 1. FC Kaiserslautern retten 02:16 Min. Verfügbar bis 12.09.2020

Fußball | 3. Liga

Entscheidung gefallen: Der FCK will Vertrag mit Gruppe regionaler Investoren abschließen

Die Würfel sind gefallen: Der große, unbekannte potenzielle Investor wird nicht der Retter des 1. FC Kaiserslautern. Stattdessen kommt eine regionale Investorengruppe um die Unternehmer Klaus Dienes aus Kaiserslautern und Giuseppe Nardi aus Homburg zum Zug.

Wie sieht die Zukunft des 1. FC Kaiserslautern aus?

Zu Beginn der vergangenen Woche hatten die zwei möglichen Geldgeber ihre Konzepte dem Gläubigerausschuss vorgestellt. Nun hat die Investorensuche im Rahmen des Insolvenzverfahrens beim 1. FC Kaiserslautern einen Abschluss gefunden. Die Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschuss' der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA haben auf Ihrer Sitzung den eigenverwaltenden Geschäftsführer, Soeren Oliver Voigt, beauftragt, den Investoren-Vertrag mit der Gruppe regionaler Investoren final zu verhandeln und abzuschließen. Auch der Schuldenerlass der bisherigen Gläubiger muss noch verhandelt werden.

Voigt erklärt die Entscheidung zugunsten der regionalen Investoren

"Der vorläufige Gläubigerausschuss hat sich in den zurückliegenden Tagen und Wochen intensiv mit den vorliegenden Offerten und Angeboten befasst und den interessierten Parteien ausreichend Zeit gegeben, die eingeforderten notwendigen Unterlagen vorzulegen", sagte Voigt: "Letztendlich stellten die Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschuss' heute einstimmig fest, dass ausschließlich die Gruppe der regionalen Investoren die Vorgaben zu Bonitätsprüfung, zu Geldwäsche, zu Compliance sowie zu den Regularien und Statuten des DFB und der Satzung des FCK erfüllen konnte."  

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Dies sei eine "unabdingbare Grundlage" für den Insolvenzplan, der mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens dem zuständigen Amtsgericht vorgelegt werden muss. "Es ist nicht der Abschluss des Kapitels, es ist das Nehmen einer ersten Hürde", sagte der vom Amtsgericht Kaiserslautern bestellte Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt, der die Interessen der FCK-Gläubiger vertritt.

Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt erläutert die Entscheidung zugunsten der regionalen Investoren 01:08 Min. Verfügbar bis 12.09.2020

Auch Sachwalter Kleinschmidt nennt Gründe für die Entscheidung

Auch Kleinschmidt begründete die Entscheidung zugunsten der regionalen Investoren. "Von dem Angebot der regionalen Investoren versprechen wir uns eine große Solidität und Transaktionssicherheit. Es gibt eine große Nachvollziehbarkeit, warum sie sich engagieren wollen. Sie kennen den Verein und sind aus der Region. Zudem ist es eine Konzeption, die in die Struktur des Vereins passt. Und es lässt Raum für weitere, zusätzliche Investoren in Zukunft", so Kleinschmidt.

Rund acht Millionen Euro im Gespräch

Zu der regionalen Investorengruppe um Sprecher Giuseppe Nardi zählen auch Peter Theiss, Klaus Dienes, Dieter Buchholz und Axel Kemmler. Bei Nardi & Co. wird von einem Angebot um die acht Millionen Euro berichtet. Zu der Summe wollte der FCK keine Angaben machen. Mit dem Geld soll der sportliche Fortbestand des hoch verschuldeten Fritz-Walter-Klubs gewährleistet werden.

Nicht in Vertragsverhandlungen geht der FCK mit der sogenannten Dubai-Gruppe, hinter dessen Offerte der 71 Jahre alte deutsche Geschäftsmann Horst Peter Petersen stehen soll. Das Angebot war nach Medieninformationen deutlich höher dotiert als das der regionalen Investoren. Kleinschmidt sprach davon, dass man die Transaktionssicherheit nicht abschließend habe klären können. Außerdem hätte es Probleme mit verbandsrechtlichen Regularien geben können. "Das Angebot der regionalen Investoren passt besser in die Vereinsphilosophie", sagte er.

Voigt: "Positiver Schritt in die richtige Richtung" 02:01 Min. Verfügbar bis 12.09.2020

Voigt erläuterte auch das weitere Vorgehen: "Wir steigen so schnell wie möglich in die weiteren Gespräche mit der regionalen Investorengruppe ein, um unterschriftsfähige Vertragsunterlagen zu erstellen. Wir haben heute ein erstes Etappenziel erreicht und dokumentieren damit einen positiven Schritt in die richtige Richtung."

Merk: "Wir müssen mit einer Stimme sprechen"

Auch Markus Merk, der Beiratsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern äußerte sich. "Uns war es immer wichtig, dass wir mit einer Stimme sprechen, von allen Gremien. Die 'Unruhen' der letzte Wochen stören nicht nur, sie schmerzen auch. Wir brauchen wieder mehr Ruhe und das werden wir intern auch besprechen", sagte er.

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"Kein Matching möglich"

"Wir haben natürlich alles geprüft. Wir sind allem nachgegangen, weil es unsere Verpflichtung war. Auch, ob ein Matching der beiden Angebote möglich war. Aber das war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich", sagte er weiter: "Was uns allen wichtig sein muss, ist den Wert des Vereins zu erhalten, alle Optionen für die Zukunft offen zu halten."

Und weiter: "Wir bewegen uns jetzt weiter nach vorne. Wir haben ein Spiel gewonnen, aber noch lange keine Meisterschaft."

SWR | Stand: 30.07.2020, 18:33

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