Elisabeth Pähtz sitzt als Gast bei der NDR Talkshow. Sie lächelt und trägt ein schwarzes Kleid.

Schach | Weltmeisterschaft 2022 Elisabeth Pähtz: Als Großmeister zur Schach-WM an Weihnachten

Stand: 23.12.2022 18:43 Uhr

In Almaty (Kasachstan) beginnt am 26. Dezember die Schnell- und Blitzschach-WM 2022. Profi-Spielerin Elisabeth Pähtz von der OSG Baden-Baden ist bei diesem Wettbewerb seit 2012 immer dabei - zum ersten Mal aber spielt sie als Großmeister.

Nach der Weltmeisterschaft ist vor der Weltmeisterschaft. Am 18. Dezember ist die Fußball-WM in Katar zu Ende gegangen und nur acht Tage später, am 26. Dezember, startet die nächste Weltmeisterschaft.

Bis zum 30. Dezember findet in Kasachstan die WM im Schnell- und Blitzschach statt. An den Titelkämpfen nimmt auch Elisabeth Pähtz teil. Die 37-Jährige reist einen Tag vor Heiligabend nach Almaty - während die meisten Menschen die Zeit bei ihren Familie verbringen können.

Prickelnd findet Pähtz das nicht. Seit 2016 findet die WM um Weihnachten herum statt. Mit anderen Spielern und Spielerinnen habe sie schon versucht, darauf einzuwirken, aber der Weltverband (FIDE) ist vorwiegend von Ländern dominiert, die kein Weihnachten feiern. Dementsprechend gebe es "keine Chance, dass sich daran etwas ändert".

Preisgeld sehr hoch bei der WM

Aber Elisabeth Pähtz ist Profi und das Preisgeld in Kasachstan verglichen zu anderen Turnieren sehr hoch. "Wenn man bei beiden Events (Schnell- und Blitzschach) unter die Top 3 kommt, bekommt man zwischen 50.000 und 60.000 Euro Preisgeld. Das ist ein gutes Jahresgehalt." Weiter führt die gebürtige Erfurterin aus: "Als Profischachspieler kann man das nicht sausen lassen."

Ihr Ziel ist es, in die Top 10 zu kommen. Leicht wird das nicht. Gerade beim Blitzschach hätten jüngere Spieler und Spielerinnen ihre Vorteile. "Da geht es um Reaktionsschnelligkeit, da sind die Jüngeren bevorteilt." Beim Blitzschach haben die Teilnehmer drei Minuten pro Partie Zeit, ihre Züge zu setzen.

Elisabeth Pähtz sitzt vor einem Schachbrett und trägt einen schwarzen Pullover. Sie lächelt in die Kamera.

Elisabeth Pähtz möchte bei der Schach-Weltmeisterschaft in Almaty in die Top 10 kommen.

Pähtz ist seit wenigen Wochen Großmeister

Elisabeth Pähtz bevorzugt den Modus Schnellschach. Hier haben die Spieler für ihre Züge 15 Minuten pro Partie Zeit. "Ich habe immer lieber Schnellschach gespielt. Hier habe ich auch meine meisten Medaillen gewonnen."

Pähtz ist die beste deutsche Schachspielerin. Seit Anfang Dezember trägt sie den Titel Großmeister, der höchste Titel im Schach. Sie hat ihn als erste deutsche Frau überhaupt erhalten, weltweit gehört sie zu einer Gruppe von 40 Spielerinnen. Die anstehende WM ist die erste, die sie als Großmeister spielen wird.

Auf die Frage, was sie an Schach so begeistert, antwortet die in Berlin lebende Pähtz: "Schach ist nie langweilig, es gibt durch die Züge immer wieder einen neuen Moment. Man braucht immer wieder einen neuen Plan."

Ihr eigenes Spiel beschreibt sie als "dynamisch und aggressiv". Das prägt sich von der Kindheit an bei den Spielern ein, wie sie sagt. Dennoch sind die Profis alle in der Lage, auch andere Taktiken anzuwenden.

Rückkehr in die Nationalmannschaft

Im Jahr 2019 war Pähtz aus der Nationalmannschaft ausgetreten. Sie empfand damals eine Ungleichbehandlung zwischen Männern und Frauen. Pähtz hatte immer wieder versucht, auf die Missstände aufmerksam zu machen. "Ich hatte viele E-Mails geschrieben, aber wurde immer nur vertröstet. Ich musste diesen radikalen Schritt machen."

Und der hat sich gelohnt: "Alles hat sich um 180 Grad gedreht, die Frauen bekommen nun die gleichen Zuschüsse, die gleichen Boni-Zahlungen und besuchen die gleichen Trainingslehrgänge."

Lohnen soll sich für Pähtz auch die Zeit in Kasachstan. Und das gelingt am besten mit guten Ergebnissen bei der WM.