Die TSG Hoffenheim siegt und "schwebt"

Hoffenheim-Spieler Dennis Geiger jubelt

Fußball | Bundesliga

Die TSG Hoffenheim siegt und "schwebt"

Die TSG Hoffenheim gewinnt erstmals unter Trainer Sebastian Hoeneß drei Spiele in Folge und ist plötzlich in der Bundesliga oben dabei. Doch der Coach fordert: "Locker bleiben."

Der sonst eher zurückhaltende Trainer Sebastian Hoeneß brüllte einen Freudenschrei ins leere Sinsheimer Stadion und jubelte mit ausgebreiteten Armen. Mit dem 3:2 (2:1)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt hat sich die TSG Hoffenheim zumindest vorerst auf einen Champions-League-Platz in der Fußball-Bundesliga verbessert. Beim Geisterspiel landete das Hoeneß-Team den fünften Heimsieg in Serie - auch ohne Unterstützung von Fans vor Ort.

"Mentalität und Willen"

"Der Sieg war hier und da sicher mit ein bisschen Glück verbunden, aber auch mit sehr viel Mentalität und Willen", bilanzierte der 39-jährige Coach. "Was uns enorm gut tut. Ich bin richtig stolz auf die Leistung unserer Truppe heute."

Hoffenheim mit großem Selbstvertrauen

"Richtig, richtig wichtig", so Mittelfeldspieler Dennis Geiger, sei dieser dritte Erfolg hintereinander angesichts der engen Tabellensituation gewesen. "Ich glaube, das hat viel mit Selbstvertrauen zu tun."

Die TSG stoppte damit den Höhenflug der Eintracht, distanzierte sie auf fünf Punkte und "schwebt" jetzt selbst: "Auf der Wolke, auf der wir jetzt schweben, wollen wir weitermachen", sagte Geiger.

Rafael Borré brachte die zunächst starken Hessen in Führung (15. Minute). Geiger (24.) und Georginio Rutter (30.) drehten die Partie. Diadie Samassékou erhöhte in der 59. Minute auf 3:1 (59.), ehe Gonçalo Paciência (72.) verkürzte. Nach bislang sechs Toren in der Nachspielzeit in dieser Saison blieb der Eintracht ein spätes Erfolgserlebnis diesmal verwehrt.

Geiger mit sehenswertem Treffer

Bei den Hoffenheimern saß Andrej Kramaric überraschenderweise zunächst auf der Bank, der so wichtige Abwehrchef Florian Grillitsch fehlte wegen einer Erkältung ganz. Die Defensive um Kevin Vogt sah schon in der 7. Minute ganz schlecht aus, als Borré nach einem Freistoß völlig frei zum Kopfball kam, das Tor aber nicht traf. Seine zweite Chance nutzte der Kolumbianer. Der prasselnde Regen auf dem Dach des fast leeren Stadions sorgte in der Anfangsphase für eine ungewohnte Geräuschkulisse. Mit rigorosem Pressing bedrängten die Frankfurter ihren Gegner. In einem der wenigen Momente, als Hoffenheim mal ein Spielaufbau gelang, fiel prompt der Ausgleich: Die Rückgabe von Munas Dabbur versenkte Geiger sehenswert aus gut 20 Metern zum Ausgleich im Netz.

Partie noch vor der Pause gedreht

Noch verblüffter schauten die Eintracht-Profis wenige Minuten später drein. Einen Schuss von Ihlas Bebou wehrte Torwart Kevin Trapp vor die Füße von Rutter ab, der 19-jährige Franzose schoss zum 2:1 ein. So schnell war die Partie gekippt. Rutter hätte beinahe noch nachgelegt, doch Evan Ndicka köpfte den hart getretenen Ball von der Torlinie (33.).

Die Eintracht brauchte eine Weile, bis sie diese Rückschläge verdaute. Viel Tempo bei ihren Gegenangriffen zeigten nach der Pause die Hoffenheimer. Nachdem Geiger erstmal knapp am Tor vorbei zielte, düpierte dann Samassékou die Frankfurter und Trapp mit einem Flachschuss. Richtig jubeln durfte der Mittelfeldabräumer aus Mali aber erst nach einem Videobeweis, der zeigte, dass Vorbereiter Bebou nicht im Abseits stand. Joker Paciência sorgte mit seinem Anschlusstreffer noch für eine spannende Schlussphase.

Im Anschluss an die Partie sammelte TSG-Coach Hoeneß noch auf dem Feld seine Mannschaft. Auf die Frage, was er seinen Jungs denn gesagt habe, antwortete der Coach: "Ich habe eine kurze Ansprache gehalten, weil ich schnell in die Kabine wollte, ein Bier trinken. " Eine wohlverdiente Belohnung nach drei Siegen in Serie.

SWR | Stand: 05.12.2021, 09:26

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