VfB-Profi Atakan Karazor

VfB-Profi festgenommen Die Akte Atakan Karazor

Stand: 13.06.2022 14:51 Uhr

Während seines Urlaubs auf der spanischen Ferieninsel Ibiza wurde Stuttgarts Mittelfeldspieler Atakan Karazor festgenommen. Was wird ihm vorgeworfen und was droht?

Am Samstagnachmittag bestätigte der VfB Stuttgart die Festnahme des 25-jährigen Atakan Karazor. In einer knappen Erklärung teilte der Verein mit, dass der Spieler jede strafbare Handlung bestreite. Details zu den Vorwürfen gegen ihn wurden nicht bekannt. "Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, bitten wir um Verständnis, dass sich der VfB nicht weiter äußern kann", teilte der Verein mit.

Atakan Karazor in Untersuchungshaft

Fest steht: Die Polizei auf Ibiza bestätigte gegenüber der dpa die Festnahme von zwei 25-jährigen Deutschen. Die seien von einer spanischen Frau wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung bei der Polizei angezeigt worden.

Karazor in Untersuchungshaft

In verschiedenen Medien wird bereits von einem Zusammenhang ausgegangen, sprich: Die Festnahme Karazors wird mit den Vergewaltigungsvorwürfen in Verbindung gebracht. Die spanischen Behörden allerdings bestätigen dies auf SWR-Anfrage mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen, bislang nicht. Aktuell befände sich der VfB-Profi in Untersuchungshaft, wo die Vorwürfe gegen ihn geprüft würden. Wie lange sich dieser Prozess hinziehen wird, ist nicht absehbar. Wie der "kicker" berichtet, sei aber eine mehrmonatige Untersuchungshaft nichts Ungewöhnliches.

Spanisches Sexualstrafrecht wird verschärft

Das spanische Sexualstrafrecht befindet sich gerade im Wandel. Ende Mai wurde vom Parlament ein Gesetz verabschiedet, nach dem alle beteiligten Personen sexuellen Handlungen aktiv zustimmen müssen: "Solo si es si" ("Nur Ja heißt Ja"). Diese Verschärfung hat eine sogenannte Beweislastumkehr zur Folge, das heißt, dass die angeklagte Person künftig beweisen muss, dass die sexuelle Beziehung einvernehmlich war. Eine Neuerung, die für den Fall eines Prozesses noch nicht zur Anwendung kommen dürfte, denn das Gesetz ist noch nicht in Kraft.

Hohe Strafen für Sexualdelikte

Schon jetzt sieht das spanische Sexualstrafrecht hohe Strafen für einschlägige Delikte vor. Bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe können bei einer Verurteilung wegen Vergewaltigung drohen. Sollten mehrere Personen daran beteiligt gewesen sein, so gilt es nicht als unwahrscheinlich, dass dieser Strafrahmen auch voll ausgeschöpft wird.