Bietigheims Handballerin Luisa Schulze

Handball | DHB-Pokal in Stuttgart DHB-Pokal: SG BBM Bietigheim zieht ins Finale ein

Stand: 28.05.2022 20:44 Uhr

Die Bietigheimer Handballerinnen haben das Halbfinale im DHB-Pokal gegen den Thüringer HC gewonnen. Im Finale treffen sie auf den VfL Oldenburg.

Eine Überraschung ist der Einzug der Bietigheimerinnen ins Finale nicht. Herbert Müller, der Trainer des Thüringer HC, hatte bereits vor dem Halbfinale gegenüber der "Thüringer Allgemeinen" angekündigt: "Es wäre realitätsfern, wenn wir denken würden, die Bietigheimerinnen stürzen zu können. Sie sind zu stark." Er hat Recht behalten. Die SG BBM gewann gegen den THC, DHB-Pokalsieger von 2019, in der Stuttgarter Porsche-Arena vor 2.036 Zuschauern 32:28 (17:12). Beste Bietigheimer Werferinnen waren Karolina Kudlacz-Gloc und Inger Smits (jeweils fünf Tore). Noch erfolgreicher war Thüringens Kerstin Kündig mit sieben Treffern. Kudlacz-Gloc sagte hinterher: "Wir sind glücklich, aber wir sind noch nicht fertig."

Ausgeglichene Anfangsphase zwischen Bietigheim und Thüringer HC

Das Spiel begann ausgeglichener, als viele erwartet hatten. Beide Mannschaften spielten zerfahren, ließen klare Chancen liegen. Bietigheim führte zunächst, geriet aber nach rund zehn Minuten das erste Mal in Rückstand (4:5). Eine höhere Führung der Thüringerinnen verhinderte Torhüterin Gabriela Moreschi, indem sie erst einen Siebenmeter und dann den Nachwurf parierte. Bietigheim versuchte immer wieder, schnell zum Wurf zu kommen. Die Thüringerinnen bauten ihre Angriffe geduldiger auf.

Bietigheim setzt sich gegen THC leicht ab

Bietigheims Trainer Markus Gaugisch nahm nach etwas mehr als 19 Minuten beim Spielstand von 9:9 die erste Auszeit. Er forderte von seinen Spielerinnen mehr Struktur und höheres Tempo bei der Defensivarbeit. Von da an bekam sein Team die Partie besser in den Griff und setzte sich bis zur Halbzeit auf fünf Punkte ab (17:12).

Bietigheim in der zweiten Hälfte dominant

Nach der Pause stand die Defensive der Bietigheimerinnen kompakter. Den Thüringerinnen fehlte die Geschwindigkeit im Offensivspiel, um die Spielerinnen der SG BBM vor größere Probleme zu stellen. Bietigheim spielte konzentrierter als im ersten Durchgang und baute die Führung aus (22:14, 37.). Rund 15 Minuten vor Schluss kamen die Thüringerinnen auf drei Punkte heran (21:24), ernsthaft gefährdet war der Sieg der SG BBM aber nicht.

Gaugisch: "Nicht schön, aber souverän"

Markus Gaugisch fasste nach der Partie zusammen: "Wir haben es uns selber schwer gemacht. Es war ein Spiel, das eine hohe Fehlerquote hatte. Ein typisches Halbfinalspiel, in dem der Druck zu spüren ist." Die Partie sei nicht schön gewesen, von seiner Mannschaft aber dennoch souverän geführt worden. Rückraumspielerin Kudlacz-Gloc ergänzte, dass ihr Team das Tempo hochhalten müsse. "Wir können nicht das Tempo rausnehmen und warten, bis die 60. Minute vorbei ist. Das haben wir gemacht."

Thüringens Trainer Müller sagte: "Heute waren sie zum ersten Mal in dieser Saison für uns schlagbar. Wir waren dran, wir hätten es über eigene Stärke biegen können. Ich finde nicht, dass Bietigheim das gewonnen hat, sondern wir verloren durch zu viele technische Fehler."

Bietigheim steht vor historischem Triumph

Im Finale (29.05., ab 15 Uhr) treffen die Bietigheimerinnen auf den VfL Oldenburg, der sich gegen den Buxtehuder SV im ersten Halbfinale 28:26 (15:8) durchgesetzt hat. Markus Gaugisch und sein Spielerinnen haben dann die Chance, den vierten Titel der Saison zu gewinnen. Das hat bisher noch kein Frauen-Team im deutschen Handball geschafft. Die Bietigheimerinnen haben bereits den Supercup und die European League geholt und sind mit 26 Siegen aus 26 Spielen deutsche Meisterinnen geworden.