Kaiserslauterns Trainer Dirk Schuster betritt das Stadion

Vor dem Zweitligastart Demut ist beim 1. FC Kaiserslautern das Wort der Stunde

Stand: 25.01.2023 11:45 Uhr

Nach schwierigen Jahren seit dem Sturz aus der Bundesliga 2012 überzeugt der 1. FC Kaiserslautern endlich wieder in der 2. Liga. Von einem weiteren Aufstieg will aber niemand sprechen.

Trotz einer grandiosen Hinrunde, des vierten Tabellenplatzes und 29 Punkten regiert beim 1. FC Kaiserslautern weiter ein Wort: Demut. Über einen möglichen Durchmarsch ins Oberhaus will der Zweitligist vor dessen Rückrundenstart am Samstag bei Hannover 96 (20:30 Uhr) niemand sprechen.

Schuster bezeichnet Aufstiegsträume als realitätsfern

Trainer Dirk Schuster bezeichnete dieses Szenario in einem Interview als  "realitätsfern".  Während der elfwöchigen Winterpause erinnerten der 55 Jahre alte Coach, die Spieler und Geschäftsführer Thomas Hengen regelmäßig an das vor der Saison ausgerufene Ziel des Aufsteigers: schnellstmöglich die 40 Punkte holen und alsbald den Klassenerhalt sichern.  Dieser würde den FCK finanziell weiter gesunden lassen, denn nach vier Jahren 3. Liga und einer erfolgreich abgeschlossenen Insolvenz in Eigenverwaltung im Oktober 2020 kann sich der viermalige deutsche Meister immer noch keine großen monetären Sprünge erlauben.

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Hengen muss zweitligataugliche Verhältnisse schaffen

Vor allem in der Geschäftsstelle gilt es für Hengen, zweitligataugliche Verhältnisse zu schaffen. Eine gute Abschlussplatzierung und die damit verbundenen höheren Fernsehgelder der Deutschen Fußball-Liga (DFL) würden hier sicher weiterhelfen. Ungeachtet von der hervorragenden sportlichen Ausgangsposition hat  Schuster die Zügel auch in der Vorbereitung angezogen. Im neuntägigen Trainingslager im türkischen Badeort Belek waren drei Einheiten am Tag eher die Regel als die Ausnahme. Unter anderem klingelte Schuster seine Profis regelmäßig zum frühmorgendlichen Lauf aus dem Hotelbett.  Hengen gelang es unterdessen, die Verträge von drei Leistungsträgern zu verlängern: Marlon Ritter, Boris Tomiak und Kenny Prince Redondo bleiben langfristig auf dem Betzenberg. 

Nur ein Winterzugang

Einziger Winterneuzugang der Pfälzer ist bislang Nicolai Rapp, der von Werder Bremen ausgeliehen wurde. Der 26-jährige Mittelfeldspieler dürfte in Hannover auch gleich zum Stammpersonal gehören.  Verstärken will sich der FCK zudem noch im Angriff und auf der linken Abwehrseite. Die Winter-Abgänge von Hikmet Ciftci (Leihe zu Göztepe Izmir), Mike Wunderlich (Viktoria Köln) und Anas Bakhat (Vertrag aufgelöst) geben hierfür weiteren finanziellen Spielraum. Die ohne sportliche Perspektive noch unter Vertrag stehenden Maximilian Hippe, René Klingenburg und Muhammed Kiprit sollen den Club bis zum 31. Januar ebenfalls noch verlassen.  Auch die Anhänge gehen den von Schuster und Co. eingeschlagenen Weg weiter mit.

8.000 Fans in Hannover mit dabei

Zwar ist die Euphorie wie in der Hinrunde ungebrochen und bis zu 8.000 Anhänger dürften die Pfälzer am Samstag nach Hannover begleiten, doch die Erwartungen gehen nicht ins Unrealistische. Das Fanbündnis, ein Zusammenschluss von mehreren FCK-Fanklubs, rief in den sozialen Medien weiter zur Unterstützung bei Heim- und Auswärtsspielen auf. Trotz aller Aufstiegsträume müsse eines klar sein: "Wir bleiben mutig, aber wir werden nicht übermütig. Die nächsten 17 Spiele werden nicht leicht und das Saisonziel bleibt die 40 Punkte-Marke. Alles darüber hinaus ist Bonus!", schrieb das Bündnis.