Sport in Corona-Zeiten Neue Corona-Verordnung BW: Strengere Regeln für den Breitensport

Stand: 29.11.2021 21:56 Uhr

Die neue Corona-Verordnung Sport sorgt in Baden-Württemberg für verschärfte Maßnahmen im Amateur- und Breitensport. Betroffen sind SportlerInnen, TrainerInnen und ZuschauerInnen. Die "Notverkündung" ist am Samstag, 27. November, in Kraft getreten.

Mit verschärften Regeln der "Alarmstufe II" hatte die Landesregierung von Baden-Württemberg bereits am Mittwoch (24. November) auf die zunehmende Überlastung der Intensivstationen regiert. Am Freitagnachmittag verkündete nun das zuständige Kultusministerium strengere Richtlinien für den Amateur- und Breitensport in Baden-Württemberg. Hier die wichtigsten Fragen:

Was müssen Sportlerinnen und Sportler beachten?

Grundsätzlich müssen alle Sportlerinnen und Sportler für den Zutritt zu den Sportstätten in der Alarmstufe II immunisiert (geimpft oder genesen) sein, es gilt also die 2G-Regelung. Dies gilt für die Sportausübung bei Wettkampfveranstaltungen sowie für den Trainings- und Übungsbetrieb in der Halle wie im Freien. Bisher galt für Sport im Freien noch die 3G-Plus-Regel. Ungeimpfte Sportlerinnen und Sportler benötigten einen gültigen PCR-Test, um auf den Platz gehen zu dürfen.

Welche Maßnahmen gelten für ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer?

Für ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer gilt das Gleiche wie für Sportlerinnen und Sportler: Sie müssen für den Zutritt zu den Sportstätten in der Alarmstufe II immunisiert sein, es gilt also auch hier 2G. Dies gilt für die Sportausübung bei Wettkampfveranstaltungen sowie für den Trainings- und Übungsbetrieb in der Halle und im Freien. Bisher konnten Ehrenamtliche unter 3G-Bedingungen arbeiten. Dies ist nun nicht mehr möglich.

Was müssen hauptamtlich Beschäftigte beachten?

Für nicht immunisierte Arbeitgeber und Beschäftigte, also zum Beispiel Trainerinnen und Trainer, bei denen direkte Kontakte untereinander und zu externen Personen nicht ausgeschlossen werden können, ist weiterhin in allen Stufen ein Antigen-Schnelltest ausreichend. Hier greift also nach wie vor die 3G-Regel. Dies gilt entsprechend auch für Selbstständige.

Was müssen Zuschauer im Breitensport beachten?

Hier greift Paragraf 10 der Corona-Hauptverordnung. Dieser besagt: "Sportveranstaltungen sind (…) in der Alarmstufe II zulässig, wobei der Zutritt nur immunisierten Besucherinnen und Besuchern nach Vorlage eines negativen Testnachweises gestattet ist." Es gilt demnach für Besucher von Amateursport-Events die 2G-Plus-Regel. Geimpfte und genesene ZuschauerInnen in der Halle und im Freien müssen neben einem Personalausweis, einem Impfzertifikat und einem Ticket zusätzlich noch einen gültigen negativen Antigen-Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden) oder PCR-Test (48 Stunden gültig) vorweisen. Selbsttests sind nicht erlaubt. Generell gilt in der Alarmstufe II eine Auslastungsgrenze der Sportstätten von maximal 50 Prozent der zugelassenen Personenzahl.

Wie steht es um die Maskenpflicht?

Bei Spielen sind lediglich die Spieler, Trainer und Schiedsrichter von der Maskenpflicht befreit. Alle anderen Personen (Kampfrichter, Mannschaftsbegleiter, Zuschauer usw.) müssen stets eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Im Freien gilt eine Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

Welche Regelungen gelten für Kinder und Jugendliche?

Für Kinder und Jugendliche, die sich den regelmäßigen Testungen an den Schulen unterziehen oder das sechste Lebensjahr noch nicht erreicht haben, gilt das Teilnahme- und Zutrittsverbot nicht. Sie können also, wenn sie symptomfrei sind, am Sport teilnehmen bzw. als Zuschauer dabei sein. Volljährige Schülerinnen und Schüler können allerdings nicht mehr den Schülerausweis vorlegen, um Zutritt zu erhalten. Für sie gelten die allgemeinen 2G- bzw. 3G-Zutrittsregelungen.

Wer ist für die Kontrollen verantwortlich?

Der Betreiber/Veranstalter ist für die Einhaltung der Regeln und Vorgaben verantwortlich, genauso sind aber auch Einzelpersonen für sich selbst verantwortlich und können z. B. mit Bußgeldern belangt werden, wenn sie Corona-Regeln missachten. Der Württembergische Fußballverband (wfv) empfiehlt seinen Vereinen, keine Zuschauerinnen und Zuschauer zuzulassen, wenn eine ausreichende Kontrolle nicht möglich ist.

Ist der Spielbetrieb jetzt gefährdet?

Der Württembergische Fußballverband (wfv) hat alle ausstehenden Spiele seiner Jugendmannschaften für das Jahr 2021 abgesagt - was ihm einige Kritik eingebracht hat. Grundsätzlich sind Freundschaftsspiele im Jugendbereich noch erlaubt, es sollte jedoch genau geprüft werden, ob diese zwingend ausgetragen werden müssen. Als Grund gibt der Verband die hohe Inzidenz unter Kindern und Jugendlichen an sowie die erhöhte Gefahr, bei Fahrgemeinschaften das Virus zu übertragen. Trainingseinheiten sollen dagegen vorerst weiter stattfinden. Der Südbadische Fußballverband hat am Montagabend (29.11.) sämtliche Spiele für dieses Jahr abgesagt und es den Vereinen freigestellt, ob sie unter den aktuellen Corona-Bedingungen weiter trainieren wollen.

Der Südbadische Ringerverband hatte bereits vor einigen Tagen die Saison in der Oberliga, Verbandsliga und Landesliga abgebrochen. Die Jugendliga soll unter den aktuellen Bedingungen allerdings fortgeführt werden.

Gibt es auch Verschärfungen für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler?

Diese Gruppe, die bisher keinen negativen Test vorweisen musste, muss künftig in allen Stufen einen Antigen-Testnachweis erbringen. Soweit diese Personen noch nicht 18 Jahre alt sind, gelten derzeit noch die in der Corona-Verordnung enthaltenen Erleichterungen für den Nachweis (z. B. Schülerausweis).