selbstklebende Schienbeinschoner

Start-Up Init Sports Saarbrücker entwickelt Schienbeinschoner ohne Halterung

Stand: 04.10.2022 17:06 Uhr

Mit einem neuartigen Schienbeinschoner will ein Start-Up aus Saarbrücken den internationalen Fußballmarkt erobern. Das Neue daran: Der Schoner „klebt“ am Schienbein fest und kommt so ohne zusätzliche Halterung aus.

Fußballerinnen und Fußballer kennen das Problem mit dem Schienbeinschoner: zu groß, zu klein, verrutscht ständig und muss mit Halterungen fixiert werden. Das hat Daniel Grauvogel vom SC Reisbach über Jahre gestört. „Bei jedem Eckball oder Einwurf ging man zum Beispiel hin und hat dann erst einmal den Schienbeinschoner gerichtet, Stutzen hoch.“

Lästiges Verrutschen

Das werde mit der Zeit lästig, findet Grauvogel. Ein Schienbeinschoner solle da sitzen, wo er hingehört: am Schienbein. „Wenn er irgendwo anders sitzt, besteht natürlich die Gefahr, dass Du irgendwelche schweren Prellungen oder, wenn es ganz schlimm kommt, sogar irgendwelche Brüche bekommst.“ Für Grauvogel war das Grund genug, einen neuen Schienbeinschoner zu konstruieren.

Mit dieser Erfindung wollen er und sein Co-Geschäftsführer beim Saarbrücker Start-Up Init Sports, Marc Breuer, den internationalen Markt erobern. Betreut wird das Projekt von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) in Saarbrücken.

Individuell angepasst

In China lassen Grauvogel und Breuer die im Saarland entwickelten Schoner fertigen. Alle Materialien haben sie selbst zusammengestellt. Und so funktioniert es: Vor dem ersten Tragen wird das Schienbein mit Wasser eingesprüht. Dann wird ein Rohling aufgesetzt, der zehn Minuten lang aushärtet – fertig.

Nun hat der Besitzer einen individuell angepassten und dermatologisch getesteten Schienbeinschoner, der „klebt“. „Diese Haftung an sich, das ist das Alleinstellungsmerkmal dieses Schienbeinschoners“, sagt Grauvogel. „Jeder andere Schienbeinschoner benötigt eine externe Halterung.“

Weniger Müll

Auch die Umwelt profitiert davon, denn bei anderen Schonern, die mit Tapes und Binden befestigt werden, kommen bei all den Sportteams etliche Tonnen an Müll zusammen – hier nicht.

Das der Init-Schoner hält, was Grauvogel und Breuer versprechen, hat auch Juniorinnen-Nationalspielerin Paula Ouintanero von der SV Elversberg ausgetestet. „Egal was ich mache, wenn ich grätsche, wenn ich schieße – der Schienbeinschoner bleibt fest am Schienbein ‚kleben‘. Und Du merkst einfach fast gar nicht, dass er da ist.“

Langer Weg

Jetzt wollen Grauvogel und Breuer auch die ganz großen Ligen erobern. „Natürlich wollen wir auch unsere Umsätze machen und im besten Falle auch den Markt irgendwie erobern“, sagt Breuer – schränkt aber ein: „Es ist doch ein sehr langer Weg. Letztendlich müssen wir uns gegen Marken wie Adidas und Nike durchsetzen.“

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 04.10.2022 berichtet.