Eisbären Berlin Zwischen Realismus und Resthoffnung

Stand: 18.01.2023 14:42 Uhr

Nach vielen Niederlagen können die Eisbären wieder auf eine kleine Siegesserie zurückblicken. Zu Saisonbeginn seien sie "nicht richtig in den Gang" gekommen, so Kapitän Frank Hördler. Was jetzt anders ist und sich der Meister vornimmt.

Knapp über dem Abstieg, drei Plätze von den Playoffs entfernt. Nach 40 Spielen stehen die Eisbären Berlin mit 46 Punkten auf dem 13. Platz. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge konnten die Eisbären etwas Abstand nach unten aufbauen, doch das bisherige Fazit ist eindeutig: "Wir sind mit dem, wie die Saison bisher gelaufen ist, nicht zufrieden", sagt Eisbären-Sportdirektor Stephane Richer. Es sei eine sehr schwierige und harte Saison für die Eisbären.

Augsburgs Ryan Kuffner (l.) und Berlins Julian Melchiori (r.) im Zweikampf. Quelle: imago images/Eibner
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Kritik an der Kaderplanung

Die Mannschaft ist an einigen Stellen geschwächt. Im Sommer verließ neben Konstanten wie Kai Wissmann und Frans Nielsen auch Mathias Niederberger die Eisbären. Der beste Torwart der Liga wechselte nach München. Richer stellt dabei klar: "Wir haben Niederberger nicht weggeschickt. Er hat sich dazu entschieden, nach München zu gehen. Sie haben ihm ein sehr gutes Angebot gemacht." Nach Niederbergers Weggang entschieden sich die Berliner auf das junge Torhüter-Duo Tobias Ancicka und Juho Markkanen zu setzen. An die Stärke ihres Vorgängers konnten sie bisher nicht anknüpfen. Aber: "Alle Vorwürfe auf die Torhüterposition zu schieben, ist ein bisschen zu viel", sagt Stephane Richer.
 
Die Kritik an seiner Arbeit und der Kaderplanung nehme er an: "Am Ende der Saison werden wir uns hinsetzen und das analysieren." Vorher liege der Fokus aber auf den restlichen Spielen. "Wir werden alles versuchen, um das zu einem guten Ende zu bringen."

Lange gebraucht, um den Spielrhytmus zu finden

Nach zwei Meisterschaften in Folge sind die Eisbären abgestürzt. Kapitän Frank Hördler zieht Parallelen zur vergangenen Saison: "Wir haben uns letztes Jahr am Anfang schwergetan. So ist es auch dieses Jahr. Nur haben wir dann sehr, sehr viele Spiele gehabt und sind da auch nicht wirklich aus diesem Trott rausgekommen." Durch die vielen Niederlagen und die enge Spieltaktung sei "das Karussell losgegangen."
 
Die Siege gegen Augsburg, Nürnberg und Köln haben den Berlinern neues Selbstvertrauen gegeben. "Wir haben nicht mehr so viele Spiele. Wir wissen, dass nach unten wenig Platz ist und nach oben wenig Platz ist. Aber die Siege werden uns helfen wieder so ein bisschen unser altes Spiel zu spielen. Wir kommen besser und besser ins Spiel rein", sagt Hördler. Das sei wichtig für den Endspurt.

Motiviert in die Restsaison

Die Playoffs will er auch noch nicht ausschließen. "Ich glaube, dass jeder im Hinterkopf hat: Mensch, da ist noch was möglich. Die Motivation ist groß, dass wir noch oben reinrutschen", sagt der Kapitän. "Aber im gleichen Atemzug müssen wir auch alle wissen, dass es nach unten auch relativ schnell gehen kann. Für uns ist eigentlich jeder Punkt wichtig."
 
Am Donnerstag sind die Berliner bei den Löwen Frankfurt zu Gast. Die haben zehn Punkte mehr auf dem Konto (56) und sichern sich mit dem zehnten Tabellenplatz aktuell das letzte Playoff-Ticket. Und das wollen ihnen die Eisbären streitig machen.

Sendung: rbb24, 18.01.2023, 18 Uhr