Frank von Behren während eines Spiels von Minden auf der Tribüne. Quelle: imago images/Noah Wedel

Frank von Behren beim VfL Potsdam Weiterentwicklung als Auftrag in doppelter Hinsicht

Stand: 08.06.2022 17:27 Uhr

Anfang Juli tritt Frank von Behren sein Amt als neuer Geschäftsführer des VfL Potsdam an. In Kooperation mit den Füchsen und Bob Hanning verfolgt er den Traum einer handballerischen Eliteausbildung in Berlin und Brandenburg. Von Jakob Lobach

Anfang Juli tritt Frank von Behren sein Amt als neuer Geschäftsführer des VfL Potsdam an. In Kooperation mit den Füchsen und Bob Hanning verfolgt er den Traum einer handballerischen Eliteausbildung in Berlin und Brandenburg. Von Jakob Lobach

Dass Bob Hanning in seinem Handeln wenig zögerlich ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Und so ist auch Frank von Behren nicht entgangen, dass der Manager der Füchse Berlin auch dank viel Elan, Tatendrang und wenig Zimperlichkeit zu einem der einflussreichsten Menschen im Handball geworden ist. Einmal mehr hautnah erlebt hat von Behren den Hanningschen Tatendrang vergangenen Herbst: "Als die Nachricht zu meiner Beurlaubung in Minden offiziell wurde, hat er mich zwei Stunden später angerufen", erinnert sich der 45-jährige von Behren. Hannings Worte: "Es könnte sein, dass ich etwas Interessantes für dich habe."

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Ein Faible für Nachwuchsförderung

Das 'Etwas' war in diesem Fall ein neuer Job. Der Manager der Füchse Berlin wollte von Behren zum Manager beim VfL Potsdam machen – jenem Kooperationspartner, der jüngst in die zweite Liga aufgestiegen ist. Hannings Plan ging auf: Anfang Juli übernimmt Frank von Behren als neuer Geschäftsführer beim VfL. Der langjährige Profi und ehemalige Nationalspieler teilt dabei schon jetzt sowohl den Enthusiasmus seines Berliner Kollegen als auch dessen Traum einer handballerischen Eliteausbildung in Berlin und Brandenburg.
 
Dass Frank von Behren ein ähnliches Faible für die Nachwuchsförderung wie er selbst hat, wusste Hanning natürlich schon lange vor dem besagten Anruf im Herbst. Die beiden baldigen Kollegen kennen sich lange und gut. "Seit über 20 Jahren", konkretisiert von Behren. Nachdem der Hanning einst als Co-Trainer der Nationalmannschaft kennengelernt hat, haben sich die Wege der beiden in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten immer wieder gekreuzt. So auch während von Behrens Engagement als Sportgeschäftsführer beim Bundesligisten GWD Minden. "Wir haben uns zu diversen Spielern ausgetauscht. Ich habe zwei von Bobs genommen, er einen von meinen", erzählt von Behren.
 
Ab Juli gibt es für das Duo nun nicht mehr 'meine Spieler' und 'seine Spieler', sondern nur noch 'unsere Spieler'. Weil die Füchse eng mit dem VfL Potsdam kooperieren, vor allem aber, weil Hanning eben nicht nur Manager der Füchse, sondern nebenbei auch Trainer der Potsdamer Mannschaft ist. "Ich freue mich riesig auf die Zusammenarbeit mit Bob", sagt von Behren mit viel Begeisterung, "darauf, mit ihm zusammen etwas weiterzuentwickeln."

Neue Ansprüche und Anforderungen

Etwas weiterzuentwickeln ist dabei in gleich doppelter Hinsicht der neue Arbeitsauftrag für Frank von Behren. Zum einen soll der einstige Rückraum-Spieler den VfL Potsdam als Verein an sich weiterentwickeln. Nicht zuletzt, weil mit dem Aufstieg zwangsläufig neue Ansprüche und Anforderungen einhergehen. Sportlich haben sich die Potsdamer durch die Kooperation mit den Füchsen zweifelsfrei bereits jetzt weiterentwickelt. Von Behren spricht von einem "riesigen Wettbewerbsvorteil, den wir jetzt kommunikativ nutzen müssen, um uns auch finanziell weiterzuentwickeln." Denn auch abseits jeglicher sportlichen Qualitäten müsse man sich breiter aufstellen, weiter professionalisieren sowie den Etat deutlich erhöhen, um in der zweiten Liga bestehen zu können, bekräftigt von Behren. "Man kann nicht nur in Beine investieren, sondern muss auch in Steine investieren", sagt er.

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Die zweite Art der angestrebten Weiterentwicklung unter von Behren hingegen betrifft genau die erwähnten Beine. Es ist bekannt, dass Füchse-Manager Hanning den VfL Potsdam als integralen Bestandteil seines regionalen Talentförderungsmasterplans ausgemacht hat. Beim VfL sollen die Spieler aus dem Füchse-Programm spielen, die für die eigene Drittliga-Mannschaft zu gut, aber für die ambitionierte Profimannschaft noch nicht gut genug sind. Folglich antwortet von Behren auf die Frage nach seiner Hauptaufgabe in Potsdam: "Die Vision ist klar und wird schon gelebt: Wir sprechen über eine Eliteausbildung." Deren Ziel: "Junge Talente weiterzubringen, auszubilden und weiterzuentwickeln."

Eigene sportliche Ziele

Frank von Behren spricht mit hörbarem Enthusiasmus über diese Aufgabe. Wohl auch, weil die strukturellen Voraussetzungen in Potsdam besser kaum sein könnten. So schwärmt von Behren nicht nur vom dortigen Olympiastützpunkt nachhaltig und sagt: "Die Voraussetzungen für Leistungssport sind hier wirklich überragend." Aus diesen Voraussetzungen gilt es nun so viel wie möglich herauszuholen.
 
Das trifft im Übrigen auch mit Blick auf die sportlichen Ergebnisse in der kommenden und allen darauffolgenden Zweitligaspielzeiten zu. So sei die Entwicklung junger Spieler zwar der Fokus seiner Arbeit in Potsdam, sagt von Behren, "das schließt aber nicht aus, dass wir als VfL Potsdam nicht auch das Ziel haben können, selbst die erste Liga anzugreifen."