Trainer Wollitz funkt S.O.S.

Claus-Dieter Wollitz

Energie Cottbus

Trainer Wollitz funkt S.O.S.

Eigentlich müsste die Stimmung in Cottbus gut sein. Mit dem 3:0-Erfolg gegen Meuselwitz ist die Wollitz-Elf seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen. Doch vor der Partie beim Chemnitzer FC bricht die Abwehr auseinander. Von Andreas Friebel

Chemnitz gegen Cottbus, das ist ein Duell zweier Mannschaften, die irgendwie nicht in diese Fußball-Regionalliga Nordost passen. Aber trotzdem da spielen müssen, weil in der Vergangenheit nicht alles richtig gelaufen ist. Der CFC spielte nach der Wende einige Jahre in der 2. Bundesliga. Cottbus schaffte es sogar in die erste Liga. Doch vom Glanz der alten Zeiten ist nicht viel geblieben. Bei den Lausitzern immerhin ein recht ordentliches Stadion mit einer für Regionalligaverhältnisse sehr guten Infrastruktur. Und in Chemnitz? Da steht nach Meinung von Energie Trainer Claus-Dieter Wollitz das "schönste Stadion der Regionalliga Nordost".

Innenverteidigung mit Koch und Kauter fällt aus

Der Cottbuser Coach freut sich deshalb auch auf die Partie am Mittwochabend (19 Uhr). Wenn er allerdings auf seinen Kader schaut, ist die Freude schnell weg. Seine beiden Innenverteidiger Jan Koch und Shawn Kauter werden fehlen. Genaue Diagnosen hat der Verein noch nicht mitgeteilt.
 
Beide Spieler dürften aber länger ausfallen. "Jan Koch hat gegen Meuselwitz sein bestes Spiel seit Monaten gemacht. Er hatte großen Anteil am Sieg." Wer Koch ersetzt, ist unklar. "Wir haben einen Kader, der nicht breit genug aufgestellt ist, um zu den Topmannschaften der Liga zu gehören. Aber es ist momentan kein Geld für neue Spieler da", klagt Wollitz. Der zugleich auch fragt: "Wie ist es möglich, dass andere Vereine in der Liga, trotz Corona und nur 50 Fans im Stadion richtig viel Kohle in Neuzugänge investieren können?"

Kein Geld für neue Spieler

Ein Grund für die knappen Cottbuser Kassen sind Altlasten. Das im Dezember 2020 geschasste Präsidium gab mehr Geld aus als da war. Die neue Klubspitze schließt nun nach und nach die Löcher. Und weil die finanzielle Lage in dieser Saison nicht viel besser werden wird, muss Wollitz improvisieren. Beim Abschlusstraining vor der Meuselwitz-Partie mussten der Torwarttrainer, der Videoanalyst und der Physiotherapeut mitspielen, weil es im ohnehin kleinen Kader viele Ausfälle gibt.
 
Das sind natürlich keine guten Voraussetzungen für das Nachholspiel beim Chemnitzer FC. Und auch nicht für die kommenden sieben Tage. Denn am Sonntag geht es zu Tasmania Berlin und am darauffolgenden Mittwoch steht das Topduell bei Carl-Zeiss Jena an. "Wenn wir aus diesen drei Spielen sechs, vielleicht sieben Punkte holen. Dann wäre ich wirklich glücklich und wir wieder richtig gut im Geschäft", so Wollitz. Konkret angesprochen auf die Partie in Chemnitz heißt sein Plan: "Wir wollen gewinnen. Irgendwie."

Sendung: Inforadio, 19.10.2021, 16:15 Uhr

rbb | Stand: 19.10.2021, 16:19

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