"Sie zweifeln und das sollten sie nicht"

Alba-Spieler Oscar da Silva mit Ball (Quelle: IMAGO / camera4+)

Alba-Trainer Israel Gonzalez

"Sie zweifeln und das sollten sie nicht"

Der Saisonstart von Alba Berlin verlief nicht ideal. Die Doppelbelastung in der Euroleague macht es dem verletzungsgeschwächten Kader schwer, immer voll da zu sein. Coach Israel Gonzalez will seinem Team den Druck nehmen. Von Lynn Kraemer

Wer als amtierender Meister in die Saison geht, steht unter besonderem Druck. Im Fall von Alba Berlin kommt dazu die Zusatzbelastung, sich auch international zu beweisen. Nach neun Spielen funktioniert das in keinem der Wettbewerbe so, wie es eigentlich sollte. In der Basketball-Bundesliga steht Alba auf dem elften, in der Euroleague auf dem dreizehnten Platz. Die erste Runde im Pokal gewannen die Berliner nur knapp mit drei Punkten Vorsprung gegen Bonn.

Am Sonntag gelang der erste Auswärtssieg der Saison in Oldenburg. "Wir haben es geschafft, das ganze Spiel im Rhythmus zu bleiben und das war gut für uns", sagt Alba-Trainer Israel Gonzalez am Montag rbb|24. Die Mannschaft würde wieder befreiter spielen. "Wir wussten, dass dieser Teil der Saison schwer werden würde. Aber ich hoffe, dass wir Stück für Stück einen guten Basketball entwickeln."

Verletzungspech und fehlende Vorbereitung

Im Kader von Alba Berlin hat sich über den Sommer viel verändert. Doch durch den eng getakteten Spielplan bleibt Gonzalez wenig Zeit alle Spieler nachhaltig ins Spiel zu integrieren: "Wir können nicht richtig trainieren, weil alle zwei Tage ein Spiel ist. Aber wir brauchen das Training, um die Spiele zu gewinnen." Dazu kommt, dass von den Stammspielern, die den Neuzugängen Sicherheit geben sollten, gleich mehrere mit Verletzungen auf der Bank sitzen. Johannes Thiemann und Ben Lammers fallen mindestens noch eine Woche aus. Die Rückkehr von Marcus Eriksson ist noch nicht absehbar. "Das ist eine andere schlechte Situation für uns. Wir haben sehr viele Verletzungen und das auf der gleichen Position", sagt Gonzales.
 
Einer, der sich trotzdem gut eingefunden hat und diese Lücke füllen kann: Oscar da Silva. Der 23-Jährige, der mit etwas Verwirrung aus Ludwigsburg in die Hauptstadt wechselte, überzeugte bei seinen ersten Auftritten für die Berliner. Gegen Oldenburg kam da Silva auf 21 Punkte und vier Assists. "Er versteht unsere Spielidee in der Offensive und Defensive", sagt Gonzalez. “Du musst ihm nichts zwei Mal sagen. Es ist sehr gut für unseren Basketball, dass wir einen Spieler mit so einem Spielverständnis haben."

Den Druck ausblenden

Der Auftrag des Trainers für die Mannschaft ist klar: "Wir müssen uns bewusst machen, dass es in dieser Situation normal ist, ein paar Spiele zu verlieren, die wir sonst nicht verlieren würden." Dann könne die Mannschaft auch mit mehr Sicherheit spielen. "Alle fühlen ein kleines bisschen den Druck. Sie zweifeln und das sollten sie nicht." Für das Team sei es wichtig, eine gute Chemie zu haben und sein Bestes zu geben.
 
Dass das Teamgefüge harmoniert, zeigte Alba Berlin beispielsweise gegen Fenerbahce. Nach einem zögerlichen Start legten die Berliner eine Aufholjagd mit 30 Punkten im dritten Viertel hin und konnten das Spiel noch drehen. Mit diesem Selbstvertrauen solle die Mannschaft von Beginn an auftreten: "Jetzt gerade ist es wichtig, dass wir als Team funktionieren und wir spielen als Team."

Sendung: rbb UM6, 18.10.2021, 18 Uhr

rbb | Stand: 18.10.2021, 18:11

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