Trainer Karsten Heine von der VSG Altglienicke (Bild: IMAGO/foto2press)

Altglinicke vor dem Landespokal-Finale gegen Viktoria Ohne Angst zum Titel und in den DFB-Pokal

Stand: 20.05.2022 20:08 Uhr

2020 hat Altglienicke Viktoria Berlin im Berliner Landespokalfinale mit 6:0 geschlagen. Nun treffen die Mannschaften erneut im Finale aufeinander. Bei Altglienicke herrscht "absolute Vorfreude" angesichts der Chance, erneut in den DFB-Pokal einzuziehen.

Eigentlich müsste Karsten Heine ja noch wissen, wie es geht. Knapp zwei Jahre, dass der Trainer der VSG Altglienicke seine Mannschaft im Finale des Berliner Landespokals zu einem 6:0-Sieg gegen Viktoria Berlin geführt hat. Ein Erlebnis, das noch immer nachwirkt. "Das war ein toller Erfolg für uns", erinnert Heine sich. Ein Erfolg, den die VSG Altglienicke am Samstag (12:15 Uhr, live im Stream beim rbb) wiederholen will. Da nämlich stehen die Fußballer aus dem Südosten Berlins wieder im Endspiel um den Landespokal – wieder heißt der Gegner Viktoria Berlin.

Mehr als eine sportliche Krönung

Für Altglienicke geht es dabei im Endspiel um mehr als die sportliche Krönung einer sehr soliden Saison in der Regionalliga Nordost. Es geht um die Qualifikation für die erste Runde des DFB-Pokals und damit verbundene Einnahmen von rund 140.000 Euro. Ebenfalls nicht zu vergessen: die öffentliche Aufmerksamkeit, die der Klub bereits am Samstag im Rahmen des Finaltags der Amateure bekommt und die bei einem Einzug in den DFB-Pokal nur noch größer würde.
 
So ist es wenig überraschend, dass sich auch Karsten Heines erste Antwort auf die Frage nach der Bedeutung eines möglichen Pokalsieges ums Geld dreht. Die Prämie, welche die Vereine für den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals bekommen, "spielt eine wichtige Rolle", so der Trainer. Während 140.000 Euro für die Bundesligisten selbstverständlich und fest verplant sind, können sie die Etats kleinerer Vereine à la Altglienicke maßgeblich erhöhen.
 
Über die zusätzliche Aufmerksamkeit, die sein Verein rund um den Finaltag der Amateure genießt, sagt Heine: "Das ist eine tolle Bühne. So kommst du als Verein deutschlandweit ins Gespräch." Auch, weil alle Pokalendspiele der 21 Landesverbände am Samstag von der ARD landesweit in Livekonferenzen übertragen werden. Die Landespokale bilden dabei den Vorlauf zum DFB-Pokalfinale, das am Samstagabend in Berlin ausgetragen wird. Ein Vorlauf, der immer wieder auch Klubs in Erscheinung treten und zum Gesprächsthema werden lässt, die selbst eingefleischten Fußballfans unbekannt sind.

Respekt, aber keine Angst

Am liebsten will man bei der VSG Altglienicke dabei natürlich auf positive Art von sich reden machen. "Jetzt, wo wir das Finale schon einmal erreicht haben, wollen wir es auch gewinnen", sagt Heine. Aber was braucht es, damit dies am Samstag gelingt? "Eine Mischung aus Anspannung, Leichtigkeit und Selbstvertrauen", so der Trainer. Und Wort für Wort ein kleines bisschen lauter werdend, führt er aus: "Wir müssen geschlossen aufspielen, brauchen Willen und eine richtige Gier. Wir dürfen Viktoria keine Luft zum Atmen lassen. Wir brauchen Respekt, aber keine Angst."

Angst vor der Viktoria braucht Altglienicke wohl ohnehin nicht zu haben. Zwar geht der Drittligist allein schon angesichts seiner Höherklassigkeit als Favorit in das Final-Duell, dennoch will und muss Altglienicke sich am Samstag nicht verstecken. Schließlich beendete Heines Mannschaft eine überzeugende Saison in der Regionalliga Nordost auf Rang vier. Viktoria Berlin hingegen verpasste in der 3. Liga den Klassenerhalt und muss kommende Saison ebenfalls wieder in der Regionalliga ran.
 
Für Karsten Hine ist dieser spielklassenübergreifende Wettbewerb einer der großen Reize des Landespokals und später auch des DFB-Pokals. Der Wettbewerb habe sich so in den vergangenen Jahren "sukzessive zu einem Highlight entwickelt", findet Heine. Ein Highlight mit Überraschungen: Immer wieder setzen sich in den Landespokalen und auch in der ersten Runde des DFB-Pokals niedrigklassigere Mannschaften durch. "Pokalspiele kann man ja auch nicht korrigieren", sagt Heine, "und genau das macht den Reiz aus."

Absolute Vorfreude

Es ist ein Reiz, den natürlich auch Heines Spieler spüren. Nach dem Saisonfinale in der Regionalliga am vergangenen Sonntag und dem Auslaufen am Montag, hatten die am Dienstag nochmal einen freien Tag. "Unsere Woche war also relativ kurz", sagt Heine, "wir wollten die Abläufe nicht verändern." Aber auch die größtmögliche Routine ändert nichts daran, dass das Pokalfinale am Samstag ein außergewöhnliches Spiel bleibt. Und so berichtet auch Karten Heine von einer "absoluten Vorfreude" innerhalb seiner Mannschaft, ehe er ergänzt: "Sich im Landespokal durchzusetzen und im großen Topf des DFB-Pokals zu landen – das wär schon was."

Sendung: rbb UM6, 21.05.2022, 18 Uhr