Mädchen beim Fußballspielen (Quelle: imago/Alfred Harder).

#girlssoccerweek in Brandenburg Mädchen sollen Spaß am Fußball entdecken

Stand: 03.07.2022 17:59 Uhr

Seit Jahren spielen in Brandenburg immer weniger Frauen und Mädchen Fußball im Verein. Mit der Aktionswoche #girlssoccerweek möchte der Verband ab Montag gegensteuern und zeigen, wie viel Freude der Fußball machen kann.

Die #girlssoccerweek soll Spaß machen, Neugier wecken und so der Krise des Frauenfußballs in Brandenburg entgegenwirken. Der Fußball-Landesverband Brandenburg und die Brandenburgische Sportjugend wollen Mädchen und junge Frauen für die Vereine gewinnen. "Wenn die sagen: 'Das hat Spaß gemacht! Wo kann ich das bald nochmal machen?', dann ist das ein Erfolg," sagt Verbandstrainerin Claudia Mandrysch.
 
Ab Montag tourt Mandrysch mit der #girlssoccerweek durch Brandenburg und ist jeden Tag an einem anderen Standort zu Gast. Jedes Mädchen, jede Frau soll einfach vorbeikommen, und vor Ort spielen können. "Wir haben eine 3-gegen-3 Straßenfußballanlage, eine riesige Dartscheibe, auf die wir mit dem Fußball schießen können, oder auch eine überdimensionierte Tischfußballanlage. Ganz bestimmt finden wir für jede etwas." An manchen Tagen steht auch das Mobil des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) vor Ort, an dem Mädchen dann verschiedene Fußball-Parcours ausprobieren oder spielerisch Technik-Tests absolvieren können.

Mandrysch hat früher selbst hochklassig gespielt: FCR Duisburg, Essen-Schönebeck, DFB-Nationalmannschaft. Die heutige Krise des Frauenfußballs bereitet ihr Sorgen. "Leider ist das in ganz Deutschland so, aber in Brandenburg besonders: Seit etwa fünf Jahren gibt es immer weniger Frauenfußballmannschaften. Gleichzeitig boomt Frauenfußball aber in vielen anderen Ländern."
 
Natürlich könne eine einzige Woche so einen Trend nicht stoppen. Mehr Mädchen und Frauen in den Vereinen, und mehr Mannschaften insgesamt, sei dennoch das Ziel. Bei der Aktionswoche aber gehe es nun vor allem darum, "dass Mädchen vorbeikommen und ein bisschen zocken". Alles andere sei der zweite Schritt, so Mandrysch.

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"Fußball macht Mädchen stark und selbstbewusst."

Erfolge der DFB-Nationalmannschaft, die zunehmende Professionalisierung der Bundesliga und das wachsende gesellschaftliche Verständnis, dass Fußball eben kein "Männersport" ist, haben lange zu einem Wachstum des Frauenfußballs in Deutschland geführt. Warum dann gibt es nun eine Krise? Die Ursachen werden laut Mandrysch aktuell noch vom DFB untersucht. Ein Stück weit ließe sich das sicher mit der Krise des gesamten Vereinssports in Deutschland erklären. Im Flächenland Brandenburg kämen vermutlich noch die weiten Wege hinzu. "In manchen Gegenden dauert ein Fußballspiel mit Hin- und Rückfahrt einen ganzen Tag. Das ist vielen Jugendlichen zu viel." Daher gelte es, neben der Vermittlung von Spaß auch neue Spielformen zu entwickeln. "Fußball ist ein toller Mannschaftssport, der alle zusammenbringt," wirbt Mandrysch. "Und gerade Mädchen und Frauen werden durch Fußball extrem stark und selbstbewusst."
 
Man hört Mandrysch eine tiefe Dankbarkeit und eine Begeisterung für den Fußball an. Wenn letztere in der #girlssoccerweek auf ein paar Mädchen überall in Brandenburg überschwappt, könnte die Aktionswoche für den Verband zu einem Erfolg werden.