Hertha holt bei Korkut-Debüt Zwei-Tore-Rückstand auf

2:2 beim VfB Stuttgart

Hertha holt bei Korkut-Debüt Zwei-Tore-Rückstand auf

Herthas neuer Trainer Tayfun Korkut ist bei seinem Debüt ein Punktgewinn gelungen. Bei Korkuts ehemaligem Verein, dem VfB Stuttgart, hatten die Berliner dabei viel Kampfgeist im Gepäck. Und einen Doppeltorschützen.

Hertha BSC hat am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga ein 2:2 (2:1) beim VfB Stuttgart erreicht. Beim Debüt des neuen Trainer Tayfun Korkut gelang der Mannschaft dabei, einen frühen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen. Die Treffer erzielten Omar Marmoush (15.) und Philipp Förster (19.) für die Stuttgarter und Stevan Jovetic (40. und 76.) für die Hertha. Nach dem Punktgewinn liegen die Berliner mit nun 15 Punkten auf Rang 14 der Tabelle.

Der Spielverlauf

Die erste Torannäherung gehörte der Hertha. Nach schönem Solo über den halben Platz passte Myziane Maolida zu Ishak Belfodil, der aus spitzem Winkel abschloss, dabei allerdings zu zentral auf Stuttgarts Torhüter Florian Müller zielte. Danach passierte wenig. Hertha stand tief und sicher, war in den Zweikämpfen eng am Mann. Bis zur 15. Minute. Bei eigenem Ballbesitz rückte die komplette Mannschaft samt Viererkette derart weit in die Stuttgarter Hälfte auf, dass ein langer, Stuttgarter Ball auf Omar Marmoush genügte, um das 1:0 für den VfB einzuleiten. Der Ägypter tauchte so allein vor Hertha-Torhüter Alexander Schwolow auf und schob souverän zum Führungstreffer ein. Vier Minuten später wurde Stuttgarts Philipp Förster wiederum gar nicht angegriffen von Herthas Abwehrreihe, so dass der Spielmacher der Schwaben aus rund 20 Metern ungestört zum 2:0 einschiessen konnte. Weitere drei Minuten drauf konnte Marmoush ungestört in den Berliner Strafraum eindringen und Hertha von Glück sprechen, dass der Ägypter im Abschluss zu ungenau war, so dass Schwolow diesmal keine Mühe hatte, zu parieren.
 
Doch die Hertha berappelte sich und kam nach schöner Einzelaktion und ansehnlichem Schlenzer vom linken Strafraumrand durch Ishak Belfodil (34.) zum 1:2, das jedoch wegen einer indirekten Abseitsstellung Vladimir Daridas aberkannt wurde. Sechs Minuten später dann allerdings zählte ein nahezu identischer Treffer, diesmal erzielt von Stevan Jovetic.

Doppelpacker Jovetic

In der zweiten Halbzeit bot sich ein ähnliches Bild wie bereits im ersten Durchgang. Stuttgart gehörte die Anfangsphase, allerdings ohne einen Treffer zu erzielen. Alexis Tibidi (53.) verpasste knapp, Marmoushs Tor in der 66. Minute wurde wegen voriger Abseitsposition aberkannt. Dann kam die Hertha auf und durch einen direkten Freistoß von Jovetic zu einer guten Chance, die Stuttgarts Torhüter Müller jedoch mit Bravour parieren konnte. In der 76. war aber auch er machtlos. Nach guter Flanke von Herthas Linksverteidiger Marvin Plattenhardt und schöner Direkt-Ablage von Belfodil hatte Jovetic aus fünf Metern keine Mühe mehr, den Ball zum 2:2 über die Linie zu bringen.
 
Die Stuttgarter schienen mit den Kräften am Ende, die Berliner mit dem Unentschieden weitesgehend zufrieden. Klare Chancen ergaben sich nach dem Ausgleich jedenfalls keine mehr.

Kurzanalyse

Schon mit seiner Aufstellung hatte Trainer Tayfun Korkut ein klares Zeichen gesetzt: Sicherheit zuerst. Im klassischen 4-4-2 schickte er seine Mannschaft in das Spiel. Ein System, so grundlegend im Fußball verankert, dass es jedem Spieler zumindest bekannt sein sollte. Und wohl auch deshalb erste Wahl für die Hertha, da mit Suat Serdar (Erkältung) und Lucas Tousart (positiver Coronatest) kurzfristig zwei zentrale Mittelfeldspieler ausfielen.
 
Von der kurzen Phase rund um die beiden Gegentore abgesehen, verteidigten die Berliner auch mannschaftlich geschlossen. Bei den Stuttgartern Treffern allerdings stimmten Restverteidigung und Abstimmung überhaupt nicht - immerhin sind das Fehler, die klar zu erkennen und abstellbar sind. Offensiv bot Hertha nicht gerade ein Feuerwerk, sondern war abhängig von Einzelaktionen. Mit Belfodil, Richter und Jovetic hatten aber immerhin drei von vier offensiv denkenden Spielern durchaus Glanzlichter im Repertoire.

Der Liveticker

Sendung: rbbUM6, 05.12.21, 18 Uhr

rbb | Stand: 05.12.2021, 17:47

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