Union Berlin verabschiedet sich aus dem Europapokal

Union Berlin gegen Prag

Fußball | Conference League

Union Berlin verabschiedet sich aus dem Europapokal

Für Union Berlin ist das Abenteuer Europa beendet. Gegen Slavia Prag hätte es einen Sieg gebraucht, um in die K.o.-Runde einzuziehen. Doch der Gegner agierte an diesem Abend zu effektiv.

Union Berlin ist aus der Conference League ausgeschieden. Gegen den tschechischen Meister Slavia Prag kam die Mannschaft von Urs Frischer nicht über 1:1 (0:0) hinaus. Nur ein Sieg hätte den Köpenickern das Überwintern im Europapokal ermöglicht. Das Tor für Prag erzielte Ivan Schranz (50.), Max Kruse sorgte für den Ausgleich (64.).

Union startet überlegen, aber wenig effektiv

Die Ausgangslage war eindeutig: Union Berlin brauchte einen Sieg, um Slavia Prag vom zweiten Platz der Gruppe E zu verdrängen und so den Sprung in die K.o.-Runde des Europapokals zu schaffen. Im Olympiastadion, das mit reichlich roten Scheinwerfern und Rollteppichen wieder einmal zur Europapokal-Heimstätte der Unioner umfunktioniert wurde, schauten dabei 5.000 Zuschauer zu.
 
Im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Leipzig stellte Urs Fischer auf zwei Positionen um. Im Tor startete Frederik Rönnow für Andreas Luthe. Außerdem ersetzte Christopher Trimmel auf der rechten Außenbahn Julian Ryerson.
 
Die Heimmannschaft starte bissig, zweikampfstark, aber es dauerte 18 Minuten, bis sie die erste Duftmarke in der Offensive setzte. Max Kruse zog aus 19 Metern mit freiem Blick aufs Tor ab. Die Chance ließ der Offensivspieler allerdings liegen, indem er den Ball auf den Kopf des Verteidigers Aiham Ousou zielte. Von da an verdichteten sich jedoch die Anzeichen, dass die Heimmannschaft sich dem ersten Torerfolg nähert. Immer wieder kombinierten sich die Offensivspieler um Taiwo Awoniyi in die Nähe des Prager Gehäuses heran, wo sie allerdings die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen ließen.
 
Wie schnell sich die fehlende Effektivität rächen kann, zeigte sich in der 34. Minute, als Oscar Dorley in Unions Strafraum eindrang, einen Doppelpass mit Peter Olayinka spielte und dann zurücklegte auf Tomas Holes. Der schlenzte den Ball an die Latte.
 
 

Nervenaufreibender zweiter Durchgang

Die zweite Hälfte begann mit einem Hochkaräter für Union. Nach einer Ecke fiel der Ball Timo Baumgartl vor die Füße, der im Fallen allerdings nur den Keeper Ales Mandous anschoss. Eine Minute später war es genau Baumgartl, der die Hauptrolle spielte – als Unglücksrabe in der Defensive: Dicht bedrängt nahe der Seitenauslinie spielte er den Ball von der linken Außenbahn zurück ins Zentrum, und dabei direkt in den Lauf des Prager Angreifers Ivan Schranz, der eiskalt und sehenswert in den Torwinkel verwandelte zum 1:0 für Gäste.
 
Die Unioner spielten in der Folge mutiger nach vorne, setzten sich fest im vorderen Drittel. Nach einem Eckstoß von Christopher Trimmel sprang der Ball zu Max Kruse, der ihn aus 13 Metern in Richtung Tor drosch - und Glück hatte, dass dieser abgefällscht wurde und dadurch unhaltbar im Gehäuse von Mandous einschlug zum ersehnten Ausgleich. Eine knappe halbe Stunde blieb den Unionern nun noch für die Sensation.
 
In der 69. Minute wechselte Trainer Urs Fisher dreifach, Behrens, Ryerson und Haraguchi kamen für Awoniy, Trimmel und Khedira - frische Kräfte für die Schlussphase. Doch der tschechische Meister stand weiter kompakt, verteidigte effizient, Unions Angriffsbemühungen verpufften reihenweise.
 
Union rannte sich in der Schlussphase fest vor dem Prager Strafraum, agierte aber oft einfallslos. Auch in den fünf Minuten Nachspielzeit, inklusive Ausflug von Torwart Rönnow in den gegnerischen Sechzehner, wurden die Köpenicker dem Gegner nicht mehr gefährlich.

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Sendung: Inforadio, 09.12.2021, 20:43 Uhr

rbb | Stand: 09.12.2021, 22:59

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