Fabian Wiede im Spiel gegen Minden. Quelle: imago images/Foto Lächler

35:25-Heimerfolg Füchse Berlin besiegen Minden und haben den dritten Platz fast sicher

Stand: 05.06.2022 18:14 Uhr

Die Füchse haben gegen die GWD Minden mit 35:25 gewonnen. Nach umkämpfter erster Hälfte fiel in der zweiten schnell die Vorentscheidung. Damit distanzierten die Berliner Verfolger Flensburg - und erhalten ihre Minimal-Chance auf die Champions League.

Fünfter Sieg in Folge für die Füchse Berlin: Der Handball-Bundesligist besiegte am Sonntag vor 8.066 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle die GWD Minden mit 35:25 (18:15). Beste Berliner Werfer waren Hans Lindberg mit elf und Milos Vujovic mit sechs Toren.
 
Da sich zeitgleich Lemgo überraschend gegen den Viertplatzierten Flensburg durchsetzte, ist der dritte Platz dem Team von Trainer Jaron Siewert kaum noch zu nehmen. Zwei Spieltage vor Schluss haben die Berliner nun vier Punkte Vorsprung auf die Norddeutschen. Unverändert bleibt der Zwei-Punkte-Rückstand auf zweiten Platz und damit die Champions-League-Qualifikation, da auch Kiel sein Heimspiel gegen den HSV Hamburg souverän gewann.

Lindberg macht den Anfang

Das erste Tor gehörte wenige Tage nach seiner Vertragsverlängerung Hans Lindberg. Gut freigespielt auf seiner rechten Seite zeigte der 40-Jährige, warum er immer noch zu den weltbesten Außenspielern zählt - und mit dem Magdeburger Omar Ingi Magnusson um den Krone des erfolgreichsten Werfers in der Handball-Bundesliga kämpft. Es entwickelte sich in der Folge eine torreiche Anfangsphase. Die Berliner nutzten dabei die Fehler der Mindener konsequent aus. Nach nicht einmal fünf Minuten erzielte Milos Vujovic nach einem schnellen Gegenstoß die 5:2-Führung.
 
Doch die abstiegsbedrohten Ostwestfalen ließen sich vom guten Start der Füchse nicht schocken. Stück für Stück arbeiteten sie sich zurück, glichen nach zehn Minuten zunächst aus und gingen kurz darauf - nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Füchse-Abwehrchef Marko Kopljar - sogar durch Nikola Jukic mit 8:7 in Führung. Es blieb nun eng. Das lag auch daran, dass die zu Beginn so konsequente Berliner Offensive Mitte der ersten Hälfte stotterte. Es fehlte die spielerische Selbstverständlichkeit, um die kompakte Mindener Abwehr häufiger zu knacken: Anspiele kamen nicht genau genug, (technische) Fehler häuften sich, Würfe wurden vergeben.

Siewert fordert "mehr Spielfluss"

"Mehr Spielfluss", forderte so auch Trainer Jaron Siewert in seiner Auszeit nach knapp 24 Minuten. Und er sah tatsächlich eine Leistungssteigerung seines Teams. Die Füchse konnten in der Schlussphase der ersten Hälfte zwischenzeitlich bis auf vier Tore davonziehen. Vorne erzielte nun allen voran Mijajlo Marsenic wichtige Treffer - und während die Berliner ihre Chancen besser verwerteten, lief bei den Mindenern im Angriff nicht mehr viel zusammen. Mohamed Amine Darmoul konnte kurz vor der Pause immerhin noch auf 15:18 aus Sicht der Gäste.

Nach der Pause war das Polster für die Füchse zunächst dahin. Zwei Minuten nach Wiederbeginn waren die Ostwestfalen auf ein Tor herangerückt. Doch der starke Start der Mindener war bald Geschichte. Denn die Füchse reagierten - und das mit großer Vehemenz: Lindberg mit drei Treffern und Lasse Andersson sorgten für einen 4:0-Lauf und das 22:17 für die Hausherren. Anteil hatte auch Dejan Milosavljev, der im Füchse-Tor gleich mehrfach stark parierte.
 
Der Abstiegskandidat hatte dem Champions-League-Anwärter nun nichts mehr entgegenzusetzen. Auch ein Wechsel im Tor zu Carsten Lichtlein brachte die Stabilität nicht zurück ins Mindener Defensivspiel. Der Vorsprung der Berliner wuchs und wuchs - nach 42 Minuten waren es bereits acht Tore (26:18). Es war die frühe Entscheidung in einer fortan einseitigen Partie. Die Gastgeber brachten den deutlichen Sieg ohne Probleme ins Ziel. Bitter war das Aus für Fabian Wiede, der sich am Knöchel verletzte und gestützt von Marsenic und Kopljar vom Feld musste.

Kiel gewinnt, Flensburg patzt

Dem zweiten Platz und damit der sicheren Qualifikation für die Königsklasse kommen die Füchse durch den Sieg vorerst nicht näher. Denn der THW Kiel erlaubte sich am 32. Spieltag keinen Stolperer. Der deutsche Rekordmeister setzte sich im Nordderby mit 29:22 (16:8) gegen den HSV Hamburg durch. Der Viertplatzierte Flensburg patzte hingegen in Lemgo (30:25). Dadurch haben die Berliner nun zwei Spieltage vor Schluss vier Punkte Vorsprung auf die Norddeutschen und können schon am Mittwoch (19:05 Uhr) in Balingen mit einem Punkt beim Tabellenvorletzten den dritten Platz perfekt machen. Auch dieser könnte zur Teilnahme an der Champions League reichen, da sich die Handball-Bundesliga vage Hoffnungen auf eine Wildcard machen darf.

Sendung: rbb UM6, 05.06.2022, 18:15 Uhr