Ademola Okulaja bei einem Spiel von Alba Berlin. Quelle: imago images/Camera 4

Basketball-Deutschland trauert Früherer Alba-Profi Ademola Okulaja gestorben

Stand: 17.05.2022 22:30 Uhr

Der ehemalige Alba-Profi und Basketball-Nationalspieler Ademola Okulaja ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Die Anteilnahme über das Schicksal des "Warriors", der als Mensch und Mitspieler geschätzt wurde, ist groß.

Der frühere Basketball-Nationalspieler Ademola Okulaja ist im Alter von 46 Jahren verstorben. Das bestätigte Okulajas ehemaliger Klub Alba Berlin dem rbb. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, unter anderem die "FAZ" und die Basketball-Zeitschrift "BIG". Über die Todesursache ist nichts bekannt. "Wir sind tieftraurig über Ademolas Tod. Er war ein Albatros der ersten Stunde und einer der ersten, der aus unserem Nachwuchsprogramm eine große Basketball-Karriere gestartet hat", sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi: "Die Alba-Familie hat heute einen Freund und langjährigen Wegbegleiter verloren."

Okulaja ist in Berlin aufgewachsen und startete beim DTV Charlottenburg mit dem Vereins-Basketball. Er ging nach North Carolina ans College und war vier Jahre lang Leistungsträger beim UNC-Team, den legendären "Tar Heels". Sein Traum von der NBA scheiterte nur knapp. Später spielte Okulaja unter anderem zwei Saisons für Alba Berlin, gewann mit seiner Heimatstadt die deutsche Meisterschaft und den Korac Cup. Erfolg hatte der gebürtige Nigerianer aber auch beim FC Barcelona und anderen Top-Teams in Spanien, Russland und Deutschland. Als einer der wenigen Deutschen setzte er sich auch in der Euroleague durch.

Spitzname: "Warrior"

Für die deutsche Nationalmannschaft absolvierte der Mann, dessen Spitzname "Warrior" ("Krieger") lautete, 172 Länderspiele. Mit seinem Willen und seiner Durchsetzungsstärke inspirierte er eine ganze Generation von Fans des deutschen Basketballs. An der Seite von Superstar Dirk Nowitzki feierte der 2,06 Meter große Modell-Athlet die sensationelle Bronze-Medaille bei der Weltmeisterschaft 2002, sowie einen vierten Platz bei der Europameisterschaft 2003. Im Schatten Nowitzkis war Okulaja der emotionale Anführer dieser Teams. Bei der Vize-Europameisterschaft 2005 zwang ihn eine Knieverletzung zum Zusehen.
 
2008 erkrankte Okulaja an Krebs. 2009 gab er an, genesen zu sein. Kurz darauf beendete er seine Karriere, in den Diensten von Bamberg. Später vermittelte er unter anderem Dennis Schröder in die NBA und betreute auch Daniel Theis, der aktuell mit den Boston Celtics im Halbfinale um den NBA-Titel steht. Zuletzt war Okulaja als Event-Manager tätig. Er hinterlässt eine Frau und zwei Söhne.

Wir sind erschüttert und können Ademolas Tod einfach nicht fassen.

Große Trauer bei Fans und ehemaligen Mitspielern

In der deutschen Basketball-Community löste Okulajas überraschender Tod große Bestürzung aus. Viele Fans und mehrere Nationalspieler zeigten sich am Dienstag auf Twitter erschüttert, Okulajas frühere Vereine und sein College gedachten ihm ebenfalls.
 
Auch der Deutsche Basketball-Bund kondolierte Okulajas Familie. "Ademola war ein ebenso großartiger Spieler wie Mensch. Ich persönlich habe eine tollen Basketballfreund verloren und werde ihn sehr vermissen! Wir werden uns immer gerne an den kämpfenden und nie aufgebenden Ademola erinnern, der immer alles auf dem Feld gelassen hat. Möge er in Frieden ruhen", sagte der DBB-Präsident Ingo Weiss.
 
Jordi Bartomeu, der Chef der Euroleague würdigte den Berliner mit den Worten: "Ademola Okulaja hat alles Gute an unserem Sport als echter Wettkämpfer auf dem Feld und als noch besserer Gentleman außerhalb davon verkörpert - und wir könnten nicht trauriger sein zu hören, dass er von uns gegangen ist."

Auch Alba-Geschäftsführer Marco Baldi meldete sich zu Wort: "Wir sind tieftraurig über Ademolas Tod. Er war ein Albatros der ersten Stunde und einer der ersten, der aus unserem Nachwuchsprogramm eine große Basketball Karriere gestartet hat. Die Alba-Familie hat heute einen Freund und langjährigen Wegbegleiter verloren."
 
Okulajas Ex-Klub Brose Bamberg twitterte: "Viel zu früh... Mach's gut da oben!". Und auch der FC Bayern München trauerte: "Ruhe in Frieden, Warrior!"

Sendung: rbb24, 17.05.2022, 22 Uhr