Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe (Bild: IMAGO/Martin Hoffmann)

Gerichtsstreit um Altersgrenze Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe enthält Entschädigung vom DFB

Stand: 25.01.2023 15:50 Uhr

Der ehemalige Spitzenschiedsrichter Manuel Gräfe hat im Rechtsstreit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Entschädigung zugesprochen bekommen. Wie der Präsident des Landesgerichts Frankfurt, Wilhelm Wolf am Mittwoch verkündete, bekommt der 49-jährige Gräfe 48.500 Euro Schmerzensgeld aufgrund von Altersdiskriminierung vom DFB. Einen Anspruch, erneut auf die Liste von Bundesligaschiedsrichtern aufgenommen zu werden, habe der Berliner Gräfe hingegen nicht.

Der Berliner Schiedsrichter Manuel Gräfe (imago images/Karina Hessland)
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Unfreiwilliges Karriereende

Zentraler Streitpunkt der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Manuel Gräfe und dem DFB war die vom Verband durchgesetzte Altersgrenze von 47 Jahren, die für die Schiedsrichter der 1. und 2. Bundesliga gilt. Obwohl Gräfe gerne noch weiter gepfiffen hätte, musste er seine Bundesliga-Karriere mit dem Ende der Saison 2020/21 nach 289 Einsätzen beenden. Nachdem Gräfe den DFB bereits mehrfach öffentlich kritisiert hatte, verklagte er den Verband anschließend auf Schadensersatz in Höhe von 190.000 Euro.
 
Während der Gerichtsversammlung betonte Gräfe im November vergangenen Jahres, dass "ich gerne verifiziert haben möchte, dass das Alter der Weg war, um mich loszuwerden". Wilhelm Wolf führte am Mittwoch zum einen aus, dass Gräfes Alter "mitursächlich" für dessen Herunternahme von der Schiedsrichterliste war. Zum anderen kritisierte das Gericht, dass die Schiedsrichterleistung hierbei nicht hauptausschlaggebend war. Das Urteil des Frankfurter Landesgerichts ist allerdings nicht allgemeingültig, sondern gilt nur für den Fall Gräfe.

Ein Anlass für den DFB, seine Regularien zur Berufung und Abberufung von Schiedsrichter zu überarbeiten, dürfte es dennoch sein. So kritisierte Wolf während des Prozesses die aktuellen Kriterien und Prozesse zur Unparteiischen-Wahl las "vollkommen intransparent." Sowohl der DFB als auch Manuel Gräfe können innerhalb eines Monats vor dem Oberlandesgericht Berufung einlegen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 25.01.2023, 15:15 Uhr