2:0 gegen Krieschow Energie Cottbus ist zum zehnten Mal Brandenburger Landespokal-Sieger

Stand: 21.05.2022 19:18 Uhr

Lange tat sich Energie Cottbus im Landespokalfinale schwer gegen Krieschow. Der Oberligist wehrte sich und brachte den Favoriten auch offensiv in Bedrängnis. Dann löste Tobias Hasse den Knoten - und Cottbus zieht mit Babelsberg gleich.

Jubel bei Energie Cottbus: Das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz setzte sich am Samstagnachmittag in Luckenwalde im Lausitz-Duell gegen den VfB Krieschow mit 2:0 (0:0) durch und ist Brandenburger Landespokalsieger. Es ist der zehnte Pokalgewinn für die Cottbuser, die damit mit dem bisherigen Rekordsieger SV Babelsberg 03 gleichziehen.

Mäder mit früher Chance

"Wenn wir unsere Leistung bringen, dann haben wir alle Chancen zu gewinnen", hatte Cottbus-Coach Claus-Dieter Wollitz vor der Partie gesagt. Und seine Mannschaft war spürbar gewillt, genau das zu tun. Bereits in der sechsten Minute fehlte nicht viel zur Führung: Krieschow wehrte einen Cottbuser Freistoß aus halbrechter Position an die Strafraumkante ab, dort nahm Janik Mäder den Ball direkt - und schoss nur ganz knapp am Pfosten vorbei.
 
Cottbus hatte in der Folge gegen den Oberligisten wenig überraschend mehr vom Spiel und in der 17. Minute die nächste Gelegenheit: Axel Borgmann schloss aus der Distanz ab, VfB-Keeper Fritz Pflug konnte sicher parieren. Und der Underdog ließ sich nicht unterkriegen. Ganz im Gegenteil: Kurz darauf hätte er fast gejubelt. Jonas Zickert - wie ein Großteil der Krieschower Spieler mit Cottbuser Vergangenheit - zog aus mehr als 30 Metern ab und der Aufsetzer brachte Toni Stahl im FCE-Tor in ernsthafte Bedrängnis.

Pronichev - und dann lange nichts

Energie tat sich zunehmend schwer. Einmal noch war es in der ersten Hälfte richtig knapp. Nach einer Flanke von der rechten Seite legte Erik Engelhardt den Ball in die Mitte, Maximilian Pronichev kam am Elfmeterpunkt jedoch seine Beine nicht sortiert und schoss knapp am linken Pfosten vorbei (20.). Danach gab es für die Zuschauer im mit 2.832 Zuschauern ausverkauften Werner-Seelenbinder-Stadion bis zur Pause nur noch Situationen zu sehen, die allenfalls das Prädikat 'Halbchance' verdienten.

Nach dem Seitenwechsel folgte dann gleich ein großer Aufreger - mit jede Menge Glück für Krieschow: Erich Jeschke brachte Jonas Hofmann in der 46. Minute im Strafraum zu Fall. Der Elfmeterpfiff für die Cottbuser blieb jedoch aus. Eine zumindest äußerst strittige Entscheidung. So wehrte sich der Oberligist beim Stand von 0:0 weiterhin tapfer und kam sporadisch vor das gegnerische Tor. Zickert prüfte - nun aus 18 Metern - erneut Stahl (67.).

Endgültige Entscheidung erst in der Nachspielzeit

Danach erhöhte Cottbus den Druck. Das zahlte sich in der 69. Minute bereits fast aus: Nach einem Doppelpass mit Engelhardt traf Pronichev aus der Distanz die Latte. Sechs Minuten später war es dann Rechtsverteidiger Tobias Hasse, der das umjubelte 1:0 für den Favoriten erzielte.
 
Entschieden war das Duell damit jedoch noch nicht. Nach gut 80 Minuten war Krieschow dem 1:1 ganz nahe: VfB-Linksaußen Leo Felgenträger traf den Pfosten (82.). Endgültig feiern konnte Cottbus so erst in der vierten Minute der Nachspielzeit: Da war Krieschow-Keeper Fritz Pflug aus dem Tor geeilt, um bei einer Ecke im gegnerischen Strafraum noch den Ausgleich zu erzwingen. Doch Energie verteidigte, Niklas Zografakis eilte alleine auf das verwaiste VfB-Tor zu und setzte den Schlusspunkt zum 2:0-Pokalsieg.

Wollitz: "Mannschaft hat sich belohnt für gute Saison"

In seinem Schuss zum 1:0 habe die "unbedingte Gier gesteckt, dass Ding reinhauen zu wollen", sagte Tobias Hasse nach der Partie im rbb-Interview. Das Team habe das ganze Spiel über gewusst, "dass wir dieses Tor machen werden. Wir mussten geduldig bleiben. Dass ich das Tor schieße, freut mich natürlich. Aber am Ende ist das eine Mannschaftsleistung." Der Einzug in den DFB-Pokal sei "enorm wichtig für den Verein, geil für die Fans und für uns als Team toll." Das Traumlos: "Nochmal ein Kaliber wie Bayern München (Cottbus traf vor drei Jahren in der ersten Runde auf den Rekordmeister, Anm. d. Red.)."
 
"Die Mannschaft hat sich belohnt für eine gute Saison", sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz - und blickte bereits auf die nächste Saison in der Regionalliga Nordost. Man müsse nun "schlau sein" und das Team "in der Breite besser aufstellen und es erfahrener machen, um vielleicht nächstes Jahr Erster zu werden". Die aktuelle Saison beendeten die Lausitzer in der vergangenen Woche mit acht Punkten Rückstand auf Meister BFC Dynamo auf Rang drei.
 
Krieschow-Kapitän Andy Hebler war nach dem Spiel geknickt: "Gerade überwiegt auf jeden Fall die Enttäuschung", sagte er. Cottbus sei besser gewesen, "aber wir haben unsere Möglichkeiten gehabt und es lange offengehalten. Es war super, super schade, dass es dann am Ende nicht klappt. Jeder träumt davon." In den nächsten Tagen werde dennoch "sicherlich der Stolz kommen über das, was wir geschafft haben".

Sendung: rbb24, 21.05.2022, 18:15 Uhr